Traumavereint

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„Ich bin gerade total dissoziiert!“ Wie oft hören oder lesen wir diesen Satz mittlerweile im Alltag? Meistens meinen wir...
18/06/2026

„Ich bin gerade total dissoziiert!“
Wie oft hören oder lesen wir diesen Satz mittlerweile im Alltag? Meistens meinen wir damit einfach, dass wir gestresst, müde oder gedanklich ganz woanders sind. Völlig verständlich, denn unser Alltag verlangt uns oft eine Menge ab.

Aber fachlich gesehen steckt hinter einer Dissoziation viel mehr als nur ein „ich bin heute etwas verpeilt“ oder erschöpft.

Dissoziation ist keine bewusste Entscheidung und keine bloße Metapher für Überforderung. Sie ist eine automatische Schutzreaktion unseres Nervensystems, wenn die Reize oder das Erlebte im Innen oder Außen einfach zu viel werden. Wie eine Notbremse oder eine Schutzblase die uns schützt.

Was genau passiert dabei? Das Zusammenspiel von Bewusstsein, Wahrnehmung, Gedächtnis und Körpererleben wird vorübergehend getrennt. Das kann sich ganz unterschiedlich zeigen:
Ein Gefühl, nicht richtig im eigenen Körper zu sein (Depersonalisation)
Die Umwelt wirkt plötzlich wie durch Watte oder völlig unwirklich (Derealisation)
Erinnerungslücken, die man sich nicht erklären kann
Oder dass der Körper Funktionen wie das Spüren von Schmerz oder Emotionen vorübergehend abschaltet.

Jede dieser Formen ist real. Und genauso real ist die Erschöpfung oder die emotionale Leere nach einem stressigen Tag, auch wenn es fachlich etwas anderes ist.

Hast du diese „Schutzblase“ deines Nervensystems selbst schon mal erlebt? Magst du a bissel berichten?

Wenn dir unsere Aufklärungsarbeit gefällt, unterstütze uns super gerne mit einem Like, teile den Beitrag oder schau auf unserer Website vorbei (Link in Bio) 🌻

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

Toxische Scham entsteht nicht einfach so.Sie wächst dort, wo ein Mensch immer wieder erlebt hat, nicht richtig zu sein. ...
17/06/2026

Toxische Scham entsteht nicht einfach so.
Sie wächst dort, wo ein Mensch immer wieder erlebt hat, nicht richtig zu sein. Und das oft über Jahre.
Durch Blicke, durch Sätze, durch das, was nicht gesagt oder gehalten wurde.

Psychologisch betrachtet handelt es sich um einen tief verankerten, internalisierten Affektzustand, der eng mit frühen Beziehungserfahrungen verknüpft ist.
Er beeinflusst unser Selbstbild, unsere Beziehungen und sogar unser Nervensystem.

Das Schwierige daran ist, dass Toxische Scham sich nicht wie ein Gefühl anfühlt, das kommt und geht. Sondern wie eine Wahrheit über uns selbst.
Und genau da beginnt die eigentliche Arbeit. Nicht im „Wegmachen“. Sondern im langsamen Wieder-Verlernen dieser alten Überzeugung.

In Momenten, in denen wir uns selbst anders begegnen. Oder jemand anderes uns anders begegnet, als wir es kennen.
Vielleicht ist das der leise Anfang von etwas Neuem, wenn man aufhört, gegen sich selbst zu kämpfen 🌻 Und ja, das ist nicht so leicht...

Du hast auch eine Frage oder wünscht dir einen Beitrag zu einem bestimmten Thema? Dann schreib es uns gern in die Kommentare oder per PN, dann werden wir es gern mit in den Plan mitaufnehmen 💚

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

15/06/2026

Dieses Gefühl kommt nicht aus dem Nichts.
Es wurde gelernt.

Weißt du, was beruhigend ist?
Was gelernt wurde, kann und darf sich auch verändern.
Schrittchen für Schrittchen 🌻

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

Meltdown und ShutdownOft hört man diese Begriffe im Zusammenhang mit Autismus oder ADHS. Und ja, das stimmt. Ähnliche Zu...
14/06/2026

Meltdown und Shutdown

Oft hört man diese Begriffe im Zusammenhang mit Autismus oder ADHS. Und ja, das stimmt. Ähnliche Zustände können jedoch auch bei Traumafolgen, PTBS oder chronischer Überlastung auftreten. Wenn das Nervensystem über längere Zeit unter starkem Stress steht und die Belastung zu groß wird, kann es in solche Notfall-Reaktionen geraten.

Das ist kein „Zicken“ und kein absichtlicher Entzug, sondern ein Überlebensmodus des Nervensystems, wenn die eigene Regulation an ihre Grenzen kommt.

Bei einem Meltdown (Explosion nach außen / Übererregung) entlädt sich die Anspannung ungefiltert.
Typische Reaktionen können Weinen, Schreien, Zittern, Wut, Panik oder ein starker Bewegungsdrang sein. Danach folgen oft tiefe Erschöpfung, Überforderung oder Scham.

Beim Shutdown (Rückzug nach innen / Untererregung) reduziert das System viele Funktionen, um sich vor weiterer Überforderung zu schützen.
Typisch dafür können plötzliche Sprachlosigkeit, Erstarren, das Gefühl „weg zu sein“, Dissoziation oder bleierne Müdigkeit sein. Auch das ist eine Schutzreaktion des Nervensystems.

Was dann helfen kann? Reize reduzieren, Sicherheit vermitteln, möglichst wenig Druck ausüben und Raum geben. Regulation gelingt meist erst wieder, wenn die akute Überforderung etwas nachgelassen hat.

Verständnis hilft oft viel mehr als Forderungen oder Diskussionen. Wenn ein System an seine Grenzen kommt, braucht es vor allem eines: Sicherheit. Und die wünschen wir euch allen so sehr🌻

Kennst du solche Zustände von dir oder anderen? Was hilft dir dann?

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

12/06/2026

C.G. Jung hat es auf den Punkt gebracht. Oft fühlen wir uns blockiert, ohne zu wissen warum. Wir leben nach Skripten, die wir nicht geschrieben haben.

Wir tragen oft Rucksäcke, die uns gar nicht gehören. Wenn Eltern ihre eigenen Wunden nicht ansehen oder ihre Träume aus Angst begraben, wird das Kind oft zum „Stellvertreter“. Es soll glücklich sein für zwei, erfolgreich sein für zwei oder die Trauer tragen, die das Elternteil weggedrückt hat.

Dann darf man den Rucksack auch mal absetzen und sagen: „Das ist deins, ich lasse es bei dir.“🌻Und ja, das ist leider nicht so leicht :-/

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

Kennst du das von dir vielleicht auch? Diese tiefe, tiefe Überzeugung, nicht gut genug zu sein? Ein Hauch von Kritik und...
10/06/2026

Kennst du das von dir vielleicht auch? Diese tiefe, tiefe Überzeugung, nicht gut genug zu sein? Ein Hauch von Kritik und sofort springt dieses Muster wieder an.

Es entsteht nicht einfach „so“, sondern entwickelt sich oft über längere Zeit, besonders dann, wenn früher Rückmeldung, Sicherheit oder emotionale Resonanz gefehlt haben.
Das Nervensystem passt sich da dann ziemlich clever an. Es versucht, durch Anpassung, Leistung oder Selbstkritik Sicherheit herzustellen.

Das Problem dabei ist allerdings, dass diese Strategien meist bestehen bleiben. Auch ins Erwachsenenalter, auch dann, wenn man gar nicht mehr in dieser "alten" Umgebung ist.
Und dann passt diese objektive Wahrheit über sich selbst vielleicht gar nimmer so recht.

Das Gute ist, nachdem es sich um ein erlerntes Muster handelt, kann es sich verändern. Nicht so einfach und nicht von heute auf morgen, aber möglich 🌻
Durch neue Erfahrungen, Verständnis und vor allem einen anderen Umgang mit sich selbst.

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

Viele Menschen halten sich selbst für pessimistisch.Dabei steckt hinter gedämpften Erwartungen oft ein Schutzmechanismus...
09/06/2026

Viele Menschen halten sich selbst für pessimistisch.
Dabei steckt hinter gedämpften Erwartungen oft ein Schutzmechanismus.

Wenn Hoffnung in der Vergangenheit wiederholt zu Enttäuschung geführt hat, lernt das Nervensystem, Erwartungen vorsichtiger zu regulieren.
Menschen beginnen dann, bewusst oder unbewusst, ihre Erwartungen zu senken, um zukünftigen Schmerz abzufedern.

Dieses Phänomen wird manchmal als Enttäuschungsprophylaxe beschrieben.
Der Begriff taucht in der psychologischen Fachliteratur nicht immer als eigener Begriff auf, lässt sich aber gut im Kontext von Bindungstheorie, Erwartungsregulation und emotionaler Vermeidung verstehen.

Enttäuschungsprophylaxe ist, wie ich finde 😉 , eine nachvollziehbare Anpassungsreaktion auf frühere Erfahrungen.
Kennst du das von dir vielleicht auch?

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

„Wir haben doch alle Anteile“ Diesen Satz hören Menschen mit einer Dissoziativen Identitätsstörung (DIS) oft. Er ist mei...
08/06/2026

„Wir haben doch alle Anteile“

Diesen Satz hören Menschen mit einer Dissoziativen Identitätsstörung (DIS) oft. Er ist meist gut gemeint, vermischt aber zwei völlig unterschiedliche psychologische Phänomene.

In unserem heutigen Beitrag erklären wir, warum „innere Anteile“ nicht gleich „innere Anteile“ sind:

Ego-States (Das „Orchester“)
Wir alle haben verschiedene Rollen oder Zustände. Im Job sind wir professionell, bei Freunden verspielt und in traurigen Momenten verletzlich.
Das Wichtige: Wir wissen immer, wer wir sind. Die Anteile fließen ineinander wie Farben in einem Bild. Die Identität bleibt zusammenhängend.

DIS & pDIS (Das „zerbrochene Bild“)
Hier liegt eine strukturelle Dissoziation vor, die durch schwere, frühe Traumatisierungen entsteht. Die Psyche spaltet sich auf, um das Überleben zu sichern.
Die Barrieren: Es entstehen getrennte Anteile mit eigenen Erinnerungen und Wahrnehmungen.
Das Erleben: Oft bestehen Amnesien (Gedächtnislücken) oder das Gefühl, fremdgesteuert zu sein. Das Bild ist nicht bunt gemischt, sondern in Einzelteile zerrissen.

Warum ist diese Unterscheidung so wichtig?
Pathologisierung hilft niemandem. Wir erkennen an, dass Ego-States ein normaler, gesunder Teil der menschlichen Psyche sind.
Und wir nehmen das Erleben von Menschen mit DIS ernst und machen die Schwere ihrer Überlebensstrategie sichtbar.

Beides mit demselben Begriff zu beschreiben, führt leicht zu Missverständnissen. Eine klare Differenzierung schafft Verständnis und im besten Falle auch Empathie.🌻

Hast du auch eine Frage oder ein Thema, das dich interessiert? Schreib sie uns gerne in die Kommentare oder schick uns eine PN, dann versuchen wir, auch darauf einzugehen 💚

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

Unser neuer GruppenRAUM auf FacebookOkay, so neu ist die Gruppe gar nicht, aber jetzt legen wir erst richtig los :-)Viel...
07/06/2026

Unser neuer GruppenRAUM auf Facebook

Okay, so neu ist die Gruppe gar nicht, aber jetzt legen wir erst richtig los :-)
Viele Themen, über die wir hier schreiben, lassen sich in einem einzelnen Beitrag nur anreißen und nicht wirklich vertiefen.
Mit unserem GruppenRAUM möchten wir einen Ort schaffen, an dem wir miteinander ins Gespräch kommen können. Einen Ort für Fragen, Gedanken, Erfahrungen und Austausch.

Gemeinsam können wir Traumawissen vertiefen, Zusammenhänge besser verstehen und dazu beitragen, dass Traumawissen und Erfahrungen noch mehr Menschen erreicht. Eben Brücken bauen.

Manchmal hilft es halt doch, einen Beitrag nicht nur zu lesen, sondern darüber zu sprechen. Zu merken, dass man damit nicht "allein" ist. Mit- und voneinander lernen. Gemeinsam wachsen. Gerade jetzt, wo viele Therapeutinnen und Therapeuten so langsam im Urlaub sind und manche von euch sich vielleicht etwas allein mit ihren Themen fühlen...

Wir freuen uns auf einen lebendigen, wertschätzenden GruppenRAUM voller Fragen, Gedanken, Erfahrungen und gegenseitiger Unterstützung.
Kommt gern dazu. Wir freuen uns auf dich 🌻

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

Hier gehts zur Gruppe:
https://www.facebook.com/groups/1389709912833345/
(Link auf Insta in der Story)

Hast du dich schon mal gefragt, warum bestimmte Sätze wie „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ oder „Stell dich nicht so ...
06/06/2026

Hast du dich schon mal gefragt, warum bestimmte Sätze wie „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ oder „Stell dich nicht so an“ so tief sitzen? Warum es uns manchmal so schwerfällt, Grenzen zu setzen oder Gefühle zuzulassen?

Hinter vielen dieser Sätze und Muster steckt ein Konzept, das Generationen geprägt hat: die Schwarze Pädagogik.

Dabei handelt es sich nicht einfach nur um „strenge Erziehung“. Es war ein systematischer Ansatz, der auf Gehorsam, Unterdrückung und dem Brechen des kindlichen Willens basierte. Besonders im Nationalsozialismus wurde dieses Bild zur Norm erhoben. Die Folgen sind bis heute in manchen Familienstrukturen spürbar.

Warum ist das heute noch so?
Trauma wird oft unbewusst weitergegeben. Was unsere Großeltern und Eltern erlebt haben (und was sie mangels Alternativen weitergegeben haben), beeinflusst unsere:
Bindungsmuster
Stressreaktionen
Inneren Glaubenssätze („Ich bin nicht genug“)

Auch, wenn es gar nicht so einfach ist, diese Muster zu durchbrechen, ist es möglich. Durch Psychoedukation, Nervensystemregulation und Selbstmitgefühl und natürlich mal wieder gaaaaaaaaanz viel Geduld 🌻

Wie geht es dir mit diesem Thema? Kennst du solche Sätze oder Muster aus deiner eigenen Biografie? Magst du a bissel erzählen? Und konntest du vielleicht manches schon auflösen?

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

PS:
Falls du auch eine Frage oder ein Thema hast, zu dem du dir einen gesonderten Beitrag wünscht, dann schreib es uns gern in die Kommentare oder per PN. Wir freuen uns immer sehr darüber. Nur so können wir auch die Themen einbringen, die euch wirklich interessieren 💚

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