03/08/2026
Haarausfall ist genetisch – und man kann nichts dagegen tun?
Die androgenetische Alopezie betrifft Männer und Frauen oft schon in jungen Jahren. Körperlich bleibt sie meist symptomlos, psychisch jedoch nicht: Selbstzweifel und Unsicherheit sind häufige Begleiter. Standardtherapien wie Finasterid oder Minoxidil können wirksam sein, gehen jedoch nicht selten mit Nebenwirkungen einher – von Libidoverlust über depressive Verstimmungen bis zu Juckreiz und Schuppenbildung. Deshalb suchen viele Betroffene nach wirksamen, aber besser verträglichen Alternativen.
Kürbiskernöl gilt hier als vielversprechender Ansatz. In einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie aus dem Jahr 2014 erhielten Männer mit leichtem bis mittelstarkem genetisch bedingtem Haarausfall über 24 Wochen täglich 400 mg eines Kürbiskernöl-Präparates. Das Ergebnis: In der Verumgruppe zeigte sich im Durchschnitt eine Zunahme der Haaranzahl um 40 Prozent, gemessen mittels Phototrichographie. In der Placebogruppe waren es 10 Prozent. Während sich der Zustand bei 28,2 Prozent der Placebo-Teilnehmer verschlechterte, waren es in der Kürbiskernöl-Gruppe nur 2,7 Prozent. Nebenwirkungen unterschieden sich nicht zwischen beiden Gruppen, auch der Testosteronspiegel blieb unverändert.
Auch äußerlich angewendet wurde Kürbiskernöl untersucht: In einer Studie von 2021 trugen Frauen mit androgenetischer Alopezie drei Monate lang täglich 1 ml Kürbiskernöl auf die Kopfhaut auf. Zwar schnitt Minoxidil insgesamt besser ab, doch auch unter Kürbiskernöl kam es zu sichtbaren Verbesserungen. Die für diese Form des Haarausfalls typische Variabilität der Haardurchmesser nahm ab, ebenso der Anteil an feinem Vellushaar, während das Wachstum kräftiger Terminalhaare zunahm.
Als möglicher Wirkmechanismus wird diskutiert, dass Inhaltsstoffe wie Beta-Sitosterol im Kürbiskernöl natürlich hemmend auf die 5-Alpha-Reduktase wirken könnten – jenes Enzym, das Testosteron in Dihydrotestosteron umwandelt. Genau dieser Prozess spielt bei der Entstehung der androgenetischen Alopezie eine zentrale Rolle. Ergänzend werden in naturheilkundlichen Konzepten weitere natürliche 5-Alpha-Reduktase-Hemmer wie Sägepalmenextrakt, Grüntee-Polyphenole oder bestimmte Pflanzenstoffe aus Tomate und Nachtkerze eingesetzt.
Wie erleben Sie das Thema genetisch bedingter Haarausfall – setzen Sie auf klassische Medikamente, natürliche Alternativen oder eine Kombination aus beidem?
Alle Details zu Studienlage, Anwendung und ergänzenden naturheilkundlichen Möglichkeiten finden Sie hier:
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