24/08/2026
Essen und Getränke 🥤 anreichen – mehr als nur eine pflegerische Handlung.
Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn mir jemand Essen anreicht? 🤔
Welche Körperposition ist angenehm – und welche vielleicht sogar gefährlich?
Und macht es für mich einen Unterschied, ob die Pflegekraft dabei Handschuhe 🧤trägt oder nicht?
Mit genau diesen Fragen haben sich unsere Auszubildenden der Ostemed Berufsfachschule praktisch auseinandergesetzt.
Das Anreichen von Speisen und Getränken gehört zum pflegerischen Alltag – und ist gleichzeitig eine sehr persönliche Situation. Pflegekräfte kommen einem Menschen dabei körperlich nah und greifen in einen Bereich ein, der für viele mit Selbstständigkeit, Würde, Vertrauen und Privatsphäre verbunden ist.
Deshalb hieß es im Unterricht: Perspektive wechseln und selbst erfahren.
Unsere Auszubildenden nahmen unterschiedliche Körperpositionen ein und reichten sich gegenseitig Speisen und Getränke an. Dabei konnten sie unmittelbar erleben, wie stark die Positionierung das Schlucken, das Sicherheitsgefühl und das eigene Wohlbefinden beeinflussen kann. Denn eine ungünstige Position kann nicht nur unangenehm sein, sondern auch das Risiko 🆘 einer Aspiration erhöhen.
Auch die Beziehungsgestaltung spielte eine wichtige Rolle: Wie fühlt sich die Unterstützung beim Essen an? Was verändert sich, wenn dabei Handschuhe getragen werden? Wie wirken Berührung, Nähe, Blickkontakt 👀 und Kommunikation?
Solche praktischen Erfahrungen fördern nicht nur fachliche Handlungskompetenz, sondern vor allem Empathie und Sensibilität. Denn professionelle Pflege bedeutet, nicht nur zu fragen: „Wie führe ich eine Handlung richtig durch?“ sondern auch: „Wie erlebt der zu pflegende Mensch diese Handlung?“
Genau dieser Perspektivwechsel macht aus einer alltäglichen Tätigkeit eine professionelle, sichere und personenzentrierte Pflegehandlung.