Psychotherapie Psycho - Logik praktische Beratung und Therapie

Psychotherapie        Psycho - Logik    praktische Beratung und Therapie Termine nach telefonischer Vereinbarung

Manche Projekte unterschätzt man anfangs mit einer beeindruckenden Naivität. 🙄Du schaust drauf, denkst „Das mache ich ku...
18/09/2026

Manche Projekte unterschätzt man anfangs mit einer beeindruckenden Naivität. 🙄

Du schaust drauf, denkst „Das mache ich kurz ordentlich“ – und wenig später sitzt du zwischen Korrekturen, verworfenen Versionen und der Erkenntnis: Das Ding lebt.

Der echte Frust entsteht dabei oft gar nicht durch die Menge der Arbeit. Er entsteht, weil der innere Zeitplan zerbricht. Man war gedanklich schon fertig, erleichtert, im nächsten Thema. Und plötzlich überarbeitet man zum dritten Mal dieselbe Stelle und seufzt in einem Ton, den man an sich selbst gar nicht mag.

Aber: Frust ist keine Charakterschwäche. Er ist nur das Zeichen, dass Einsatz und Ertrag gerade zeitlich nicht zusammenpassen. Frusttoleranz sieht selten glorreich aus. Meistens bedeutet sie nur: kurz genervt sein, kurz alles infrage stellen – und dann doch weitermachen. Nicht elegant, aber belastbar.

(Und ja: Die Workbooks brauchen länger. 🫠)

Woran merkst du bei dir zuerst, dass der Frust steigt?
An Gereiztheit?
An Aufschieben?
An übertriebenen Auswanderungsfantasien?

👇 Schreib’s mir in die Kommentare!





Zwischen Wahrnehmung und Bedeutung liegen oft nur wenige Sekunden.Jemand antwortet knapp. Ein Blick verändert sich. Eine...
16/09/2026

Zwischen Wahrnehmung und Bedeutung liegen oft nur wenige Sekunden.

Jemand antwortet knapp. Ein Blick verändert sich. Eine Nachricht bleibt länger unbeantwortet als sonst.

Und schon entsteht eine Erklärung.

Wir leben mit unvollständigen Informationen. Menschen sagen selten alles, was sie denken oder fühlen. Also ergänzen wir: mit Erfahrungen, Erwartungen und dem, was wir aus ähnlichen Situationen kennen.

Das ist im sozialen Miteinander unverzichtbar.

Schwierig wird es, wenn aus einer Vermutung Gewissheit wird.

Aus
„Ich habe den Eindruck, dass …“

wird innerlich
„So ist es.“

Und diese Gewissheit beeinflusst unser Verhalten.

Wer davon ausgeht, dass der andere kein Interesse hat, fragt vielleicht nicht mehr nach. Wer Ablehnung erwartet, wird vorsichtiger. Wer mit Ärger rechnet, hört womöglich schon im neutralen Satz einen Unterton.

So können Beziehungsschleifen entstehen, die niemand bewusst begonnen hat.

Unsere Wahrnehmung deshalb grundsätzlich anzuzweifeln wäre ebenso wenig hilfreich. Menschen registrieren feine Veränderungen oft sehr präzise.

Entscheidend ist die Unterscheidung:

Was habe ich tatsächlich wahrgenommen?
Welche Bedeutung habe ich daraus gemacht?

Zwischen beidem bleibt ein kleiner Spielraum. Für eine Rückfrage. Für eine zweite mögliche Erklärung. Manchmal auch für die Bestätigung, dass der erste Eindruck richtig war.

Psychische Beweglichkeit zeigt sich vielleicht darin, die eigene Wahrnehmung ernst zu nehmen und gleichzeitig offen zu halten, was sie bedeutet.

Bei welchem Signal bist du besonders schnell sicher, was es „zu bedeuten“ hat – Schweigen, ein Tonfall, ein Blick oder eine kurze Nachricht?

An manche Familien erinnere ich mich auch nach vielen Jahren noch genau. Diese Intervention war eine der einfachsten, mi...
10/09/2026

An manche Familien erinnere ich mich auch nach vielen Jahren noch genau.
Diese Intervention war eine der einfachsten, mit denen ich in meiner Zeit als aufsuchende Familientherapeutin gearbeitet habe, und gleichzeitig eine der wirksamsten.

Was mich bis heute daran berührt, ist das, was in den Elterngesprächen sichtbar wurde. Manche Mütter und Väter haben mir erzählt, dass sie ihr Kind über Wochen anders wahrgenommen haben als vorher, weil eine offene Frage sie jeden Tag durch den Alltag begleitet hat und ihre sonstige Erwartung an das Kind für eine Weile leiser gemacht hat.

Kinder spüren sehr genau, wenn ihnen zugetraut wird, mehr zu sein als das Verhalten, das gerade auffällt. Dieses kleine Ritual mit dem Würfel hat manchen Kindern für ein paar Wochen eine überraschende Erfahrung geschenkt:
Sie wurden beobachtet, weil ihre Eltern nach dem suchten, was anders war als erwartet.

Ich erzähle diese Geschichte gern, weil sie zeigt, wie viel sich verändern kann, wenn sich nur der Blick verschiebt, mit dem wir jemanden ansehen.

Habt ihr in euren eigenen Familien oder in eurer Arbeit schon einmal erlebt, dass sich etwas allein durch verändertes Hinschauen gelöst hat?

Ich lese eure Erfahrungen gern in den Kommentaren.

07/09/2026

Die Kreide verblasst – die Verantwortung nicht. 🖍️🏛️
Die Aktion „Wir kreiden an“ hat ein klares Zeichen zur Gesundheitsreform gesetzt. Doch während der Regen die Kreide von den Straßen wäscht, bleibt unsere Pflicht bestehen.
Unser Gesundheitssystem ist das Fundament unserer Solidargemeinschaft – und damit der Herzschlag unserer Demokratie.
Als Therapeutin und Stadträtin hier in Sonthofen weiß ich:

Wir dürfen diese Verantwortung nicht nach Berlin abgeben. Wir müssen unsere Versorgung und unseren Zusammenhalt genau hier vor Ort aktiv schützen. 🏔️💪

Die Kreide auf dem Asphalt ist weg. Unsere Stimme für die Gemeinschaft bleibt!





05/09/2026

Die Aktion macht heute sichtbar, was in Haushaltsplänen meist unsichtbar bleibt:

Kürzungen bei Vorsorge und Therapie.

Ich sehe die Auswirkungen davon aus mehreren beruflichen Blickwinkeln zugleich:
In der eigenen Praxis und in der Supervision von Beratungsstellen und Schulsozialarbeiterinnen, wo dieselben Engpässe in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen auftauchen. Als Referentin für Familien, Soziales, Gleichstellung und Integration im Stadtrat sehe ich zusätzlich, wo diese Kosten später in Etats wieder erscheinen, die auf den ersten Blick nichts mit Gesundheit zu tun haben.

Was zuerst wegfällt, sind meist die niedrigschwelligen Angebote:
Eine Beratungsstelle, die ihre Öffnungszeiten reduzieren muss, eine Schulsozialarbeiterin, die für mehrere Schulen gleichzeitig zuständig ist.

Dort, wo ein Problem noch klein und gut zu behandeln wäre, wird zuerst gespart.

Was das gesellschaftlich am Ende kostet, hat der schwedische Ökonom Ingvar Nilsson in seinen sozioökonomischen Analysen durchgerechnet.
An einer sozialtherapeutischen Einrichtung zeigt er, dass eine Million Kronen Jahreskosten über 45 Jahre rund 250 Millionen Kronen an eingesparten Folgekosten ermöglichen, weil Menschen, die sonst dauerhaft auf Unterstützung angewiesen gewesen wären, weiter Arbeiten können.

Das zu ignorieren, bedeutet sehenden Auges in eine vermeidbare Versorgungs-Katastrophe zu rennen!




Manche Beziehungen lassen viele Fragen offen.Wie nah sind wir eigentlich?Was bedeutet Schweigen?Was macht digitale Kommu...
03/09/2026

Manche Beziehungen lassen viele Fragen offen.

Wie nah sind wir eigentlich?
Was bedeutet Schweigen?
Was macht digitale Kommunikation mit unserem Erleben von Nähe?
Wie lässt sich starke Unruhe einordnen, wenn eine Verbindung gleichzeitig anziehend und verunsichernd ist?

Die Beziehungslinie greift genau solche Situationen auf.

Drei Workbooks widmen sich jeweils einer klar umrissenen Beziehungsfrage:

Echte Nähe im digitalen Zeitalter
Wie verändert digitaler Kontakt die Bedingungen, unter denen Nähe entsteht?

Zwischen uns – aber was genau?
Wie wird aus gefühlter Nähe eine gemeinsam geklärte Beziehung?

Die Stille danach
Was geschieht in uns, wenn nach einem Kontakt plötzlich keine Antwort mehr kommt?

Im Komplettpaket ist zusätzlich „Wenn Unruhe sich wie Liebe anfühlt“ enthalten – ein Workbook über Intensität, Sehnsucht und die Frage, wie tragfähig eine Verbindung tatsächlich ist.
Vier unterschiedliche Zugänge für Situationen, in denen Beziehung schwer einzuordnen ist.

Die Beziehungslinie kommt in Kürze.




27/08/2026

Ich wollte Workbooks entwickeln, die man nicht einfach nur liest.
Sondern Materialien, mit denen man eine konkrete Situation genauer verstehen und tatsächlich bearbeiten kann.
Denn oft fehlt uns gar nicht noch mehr psychologisches Wissen. Es fehlt eine gute Unterscheidung.

Was weiß ich wirklich – und was interpretiere ich?
Was ist meine Verantwortung – und was liegt außerhalb meiner Zuständigkeit?
Was brauche ich – und welche Schutzstrategie springt stattdessen an?
Was trägt eine Beziehung tatsächlich?
Was verändert sich gerade – und was bleibt?

Daraus sind inzwischen drei Psycho·Logik-Linien entstanden:

Drei Wege zu dir beschäftigt sich mit Grenzen, Bedürfnissen und Konfliktdynamiken.

Die Beziehungslinie richtet den Blick auf Nähe, Grauzonen, ausbleibende Antworten und die Frage, was zwischen zwei Menschen tatsächlich vereinbart und tragfähig ist.

Die Übergangsreihe begleitet Veränderungen, für die es oft kaum eine Sprache gibt: leiser werdende Freundschaften, neue Rollen zwischen erwachsenen Kindern und alternden Eltern und Lebensphasen, in denen das Alte nicht mehr trägt und das Neue erst entstehen muss.

Welches Thema würdest du gerade zuerst aufschlagen – Grundlagen, Beziehungen oder Übergänge?





21/08/2026

Nach der Therapie ist alles anders.

Oder vielleicht auch nicht? Damit endet unsere Mini-Serie mit dem größten Mythos von allen: der Erwartung an den „großen, lauten Umbau“.

In der Psychologie gibt es zwei Arten von Veränderung:

1️⃣ Veränderung 1. Ordnung: Du kämpfst gegen das alte Muster an. (Z.B. Du strengst dich beim Telefonat mit der Mutter extrem an, ruhig zu bleiben).
2️⃣ Veränderung 2. Ordnung: Das Muster selbst heilt. Das Telefonat läuft wie immer, aber die Anstrengung ist weg. Weil sich deine inneren Regeln verschoben haben.

Das Paradoxe: Wirksame Therapie fühlt sich oft total unauffällig an.

Was verschwunden ist, hinterlässt keine Lücke. Du merkst am Dienstagnachmittag gar nicht, dass du gerade nicht drei Stunden über eine Bemerkung gegrübelt hast.

In meiner Praxis erlebe ich oft, dass die Erwartung an eine radikale Transformation selbst zur Belastung wird – weil man anfängt, den eigenen Heilungsverlauf zu bewerten.

Veränderung passiert leise. Erst ordnen wir das Chaos im Kopf. Die echte Transformation passiert danach – langsam und meistens unbemerkt. 🤍

Woran habt ihr gemerkt, dass sich bei euch innerlich etwas verändert hat, obwohl äußerlich alles gleichgeblieben ist? Ich lese die Kommentare wirklich! 😉





Vor ein paar Wochen ging es in einem Post hier schon um Scham: um ihren Ursprung als natürliches Gefühl, das erst durch ...
16/08/2026

Vor ein paar Wochen ging es in einem Post hier schon um Scham: um ihren Ursprung als natürliches Gefühl, das erst durch wiederholte Beschämung toxisch wird. Diese Folge schließt daran an, bei der Frage, die danach am häufigsten kam:
ob Verstehen allein reicht.
Denn vielleicht hast du ja schon längst verstanden, woher deine Scham kommt. Vielleicht in der Therapie, vielleicht durch ein Buch, vielleicht in einem Gespräch mitten in der Nacht.
Dennoch ist sie noch da, sobald du in dieselbe Situation kommst. Das ist kein Zeichen, dass du etwas falsch gemacht oder nicht tief genug verstanden hast.
Scham sitzt nicht dort, wo Verstehen ansetzt.
Sie sitzt im Körper, in dem Moment, in dem man sich einer anderen Person ausgeliefert fühlt. Was sie verändert, ist eine bestimmte Erfahrung:
Jemand bleibt genau in diesem ausgelieferten Moment da, statt sich abzuwenden.

Der Entwicklungspsychologe Edward Tronick zeigte diesen Mechanismus schon in den 1970er-Jahren im Still-Face-Experiment.
Wird das Gesicht der Bezugsperson kurz regungslos, gerät das Baby sofort in Stress. Beruhigt wird es nicht durch eine Erklärung, sondern durch die zurückkehrende Verbindung.

Wenn du also spürst, dass Verstehen allein nicht reicht, liegt das nicht an dir.
Es liegt daran, dass Scham eine Erfahrung braucht, die kein Gedanke ersetzen kann. Sie entsteht meistens erst da, wo jemand bleibt.

Lass mich gerne wissen, ob dir die Reihe gefallen hat.





Adresse

Sonthofener Str. 38
Burgberg Im Allgäu
87545

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