07/07/2026
Einlagen sind Schwachsinn
Das Video ist bewusst zugespitzt. Damit klar ist, worum es mir geht: Ich sage nicht, dass Einlagen grundsätzlich sinnlos sind. Ich kritisiere die pauschale Verordnung bei nahezu jeder Problematik, die oft reiner Aktionismus ist.
Bei akuten Schmerzen an der Fußsohle, wenn normales Gehen gar nicht mehr möglich ist, kann eine Einlage kurzfristig unterstützen, damit man überhaupt seinen Alltag bewältigt. Aber: Sie MUSS immer mit Training kombiniert und nach spätestens rund 12 Wochen wieder abgewöhnt werden. Und genau da liegt das Problem: bei den allermeisten passiert das nicht. Die meisten bekommen ihre Einlage und das war’s. Keine aufbauenden Maßnahmen, kein Training, nichts. Sie denken, das Problem sei damit gelöst. Ist es aber nicht.
Vor allem stört mich die Einlage, die pauschal nur wegen eines flachen oder hohen Fußgewölbes gegeben wird, angeblich, um Knie-, Hüft- oder Rückenprobleme zu beseitigen. Das ist eine rein passive Maßnahme. Viel sinnvoller wäre es, die gesamte Beinachse anzuschauen: Beweglichkeit, Koordination und Kraft zu testen und die strukturellen Probleme direkt anzugehen statt sich einfach nur was Passives reinzuklatschen und sonst gar nichts zu empfehlen. Und das ist leider die Realität.
Es gibt klare, wichtige Indikationen, bei denen Einlagen echten Nutzen haben vorallem der diabetische Fuß, wo Druckentlastung Geschwüre und im schlimmsten Fall Amputationen verhindern kann. Ebenso bei rheumatoider Arthritis, akuten Verletzungen, strukturellen Deformitäten oder bestimmten kindlichen Befunden. Mein Punkt richtet sich gegen die Verschreibung „auf Verdacht“ bei beschwerdefreien oder ganz normalen Füßen.