06/09/2026
Angst bedeutet nicht automatisch ADHS aber insbesondere bei Frauen sind Angststörungen eine häufige Komorbidität und ein häufiger Grund in Psychotherapie zu gehen.
Bei nicht wenigen bleiben diffuse innere Unruhe, rasende Gedanken und unspezifische Ängste zurück, die sich diagnostisch nicht gut einordnen lassen.
An dieser Stelle werde ich hellhörig. Nicht im Sinne von: „Ah, Angst = ADHS.“
Sondern eher:
Woher kommt diese Anspannung? Warum fühlt sich Alltag so schnell nach Überforderung an? Warum ist da diese innere Getriebenheit, obwohl keine klare Gefahr da ist? Warum bleibt das Gefühl von „Ich kriege mein Leben nicht sortiert“, obwohl die klassische Angststörung deutlich besser geworden ist?
Und tatsächlich beobachten wir ja bei Frauen mit ADHS (nicht nur aber vor allem da): Überforderung, Grübeln, emotionale Schwankungen, Rastlosigkeit und ein dauerhaftes Gefühl, den Anforderungen des Lebens nicht gerecht zu werden.
Vor allem dann, wenn Angst behandelt wurde und trotzdem diese schwer greifbare innere Anspannung bleibt, lohnt es sich manchmal, genauer hinzuschauen:
Gab es schon in Kindheit/Jugend Hinweise auf Unaufmerksamkeit, Vergesslichkeit, Chaos, Prokrastination, Tagträumen oder emotionale Überflutung?
Gibt es seit Jahren funktionelle Probleme in Organisation, Alltag, Studium, Arbeit oder Beziehungen?
Weniger laut heißt nicht, dass Symptome nicht vorhanden sind.
Quelle:
Attoe, D. E., & Climie, E. A. (2023). Miss. Diagnosis: A Systematic Review of ADHD in Adult Women. Journal of attention disorders, 27(7), 645–657. https://doi.org/10.1177/10870547231161533