Psychotherapie kompakt - Dipl. Psych. Nadiya Kroshka

Psychotherapie kompakt - Dipl. Psych. Nadiya Kroshka "Was ist das und was mache ich damit❓"

💡Psychotherapeutische Themen 𝘬𝘰𝘮𝘱𝘢𝘬t erklärt

04/09/2025

Ich habe Psychoanalyse nicht ausgesucht, es hat sich so ergeben. Aber je länger ich diesen Beruf ausübe, umso mehr bin ich froh, da zu sein, wo ich bin.

Ich liebe Psychodynamik, Übertragung und Gegenübertragung, Abwechslung zwischen Komplexität und Einfachheit, Momente der echten Begegnung, wenn das Herz aufgeht.

Ich liebe das Gemeinschaftsgefühl von Adler, seine private Logik, Umgang mit Minderwertigkeiten oder Ideen über die Auswirkung der Geburtsreihenfolge auf die Psyche.

Ich liebe es, Menschen beim Wachsen zuzusehen. Wie sie in einigen Jahren vom Gefühl "Keine Ahnung wer ich bin, was ich fühle" zu "das bin ich, ich bin so und so ticke ich" kommen.

Ich liebe es, Rätsel zu lösen, Widerstand zu entdecken und nach Ursachen für manche psychische Phänomene zu forschen. (Hab ich schon mal erwähnt, dass ich als Kind Sherlock Holmes toll fand? 😉)

Ich liebe es, das zu tun und bin dem lieben Gott unglaublich dankbar dafür, dass ich irgendwie hier landen durfte.

Erzählt von euch. Was ist das, was ihr in euere Arbeit und vor allem in euren therapeutischen Verfahren bzw. Schulen mögt oder gar liebt.

Du kannst später weinen, sagte meine Mutter. Jetzt musst du erstmal handlungsfähig bleiben. Klingt vielleicht kalt und u...
19/06/2025

Du kannst später weinen, sagte meine Mutter. Jetzt musst du erstmal handlungsfähig bleiben.

Klingt vielleicht kalt und unempathisch, aber es hilft mit sehr.

Wenn ich in eine außerordentliche Situation hinein geraten bin und mich hilflos fühle.
Wenn jemand anderer in Not ist.
Wenn ich Angst habe, überfordert bin und eine piepsige Stimme "Scheisse, Scheisse, Scheisse" in meinem Kopf schreit.

Dann höre ich meine Mutter, die mir das sagte. Hole tief Luft und werde klar. Mein Herz rast vielleicht, doch meine Gedanken verlangsamen sich. Ich sehe die Situation, prüfe die Möglichkeiten und treffe schnell Entscheidungen.

Aber wenn es vorbei ist, kann es passieren, dass ich dann spüre, wie viel Kraft es mich gekostet hat, dass ich Angst hatte, jetzt einen Tee und eine Umarmung brauche. Vielleicht weine ich dann auch.

Welche hilfreiche Weisheiten habt ihr von euren Eltern mitgenommen?


05/06/2025

Wann hast du die Therapie nicht verdient?
Wenn du selbst daran glaubst.

Kein Mensch geht aus Langeweile zum Psychologen. Umgekehrt, der Weg in die therapeutische Praxis ist steinig und schwer. Man muss ift etliche Hurden überwinden, dann sitzt man da und glaubt, man ist hier falsch.
Warum?

Weil du dich minderwertig fühlst.
Du glaubst nicht, dass du es wert bist, dass jemand sich fur dich die Zeit nimmt. So war das schon bei dir zuhause, warum soll es hier anders sein?

Du hast Angst, dass der Therapeut dir diese Befürchtung bestätigt und deine Selbstzweifel füttert. Du kannst nicht gut einschätzen, wie schlecht es dir wirklich geht, weil du das nicht gelernt hast. "Stell dich nicht so an" war das Motto in deiner Kindheit.

Du fühlst dich schuldig, wenn du einen Therapieplatz bekommst. Du hast Angst, etwas kostbares den anderen wegzunehmen. Denn du glaubst, dass es ihnen schlechter geht und du dich nur mit banalen Problemen beschäftigst.

Du wartest insgeheim, dass der Therapeut dir all das sagt, dann wärest du in diesen Überzeugungen bestätigt. Und du hast Angst davor, allein und ohne Hilfe zu bleiben, wie du es aus deinem Leben kennst.

Und genau deswegen brauchst du Therapie. Um zu lernen, wie man sich selbst sieht und versteht, wenn man für sich sorgt, wie man die innere Spannung aushält. Wie man Beziehungsmuster ändert und das Gefühl des Selbst-Wertes entwickelt und stärkt.

Eine Therapie "verdient" man nicht. Sie ist kein Bundesverdienstkreuz. Eine Therapie ist eine Notwendigkeit, um dir zu helfen aus einer schwierigen Lage rauszukommen.

Wie deine frühen Erfahrungen auf dein Leben wirken und wie du negative Überzeugen ändern kannst erkläre ich in meinem Buch "Deine innere Mutter". Man kann es überall vorbestellen.

Die innere Mutter ist die Stimme in dir, die dich begleitet – manchmal liebevoll, aber oft auch kritisch, streng oder ab...
26/05/2025

Die innere Mutter ist die Stimme in dir, die dich begleitet – manchmal liebevoll, aber oft auch kritisch, streng oder abweisend. Denn sie ist geprägt von den Erfahrungen deiner Kindheit.

In meinem Buch „Deine innere Mutter“ lade ich dich ein, diese Stimme kennenzulernen und sie Schritt für Schritt zu wandeln in eine, die dich stärkt. Die dich tröstet. Die sagt: „Du darfst da sein. Genau so.“

Dieses Buch ist ein Weg zurück zu dir selbst – zu mehr Selbstmitgefühl, Klarheit und liebevollen Beziehungen.

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Kein Name – aber vielleicht ein neuer innerer Anker.

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Man soll nicht immer dem Narrativ glauben.Narra-was? Fragen Sie sich vielleicht.Narrativ. Eine subjektive Darstellung de...
19/09/2023

Man soll nicht immer dem Narrativ glauben.

Narra-was? Fragen Sie sich vielleicht.

Narrativ. Eine subjektive Darstellung des Erlebten. Die Geschichte wird durch die Brille der jeweiligen Person gesehen und beurteilt. Sie wird durch unsere Wahrnehmung, Vorerfahrungen, Werte, transgenerationale Themen oder gar politische Meinung geprägt.

Ich bin in der Sowjetunion geboren und seit 1991 in der Ukraine aufgewachsen. Wenn ich die Geschichten vom Krieg hörte, waren dies hauptsächlich Heldentaten der Sowjetischen Armee. 

Heute las ich einen Artikel, der mich zutiefst berührte. Im September 1939 marschierte die Sowjetunion nach Polen ein und zwackte die Hälfte des Landes ab. 

Moment mal. Wir waren doch das Land, welches Europa befreite. Wie passt dann diese Geschichte dazu? Genauso wie der Einmarsch in Finnland 1940?

Die sowjetische Propaganda erfand eine schöne Geschichte und “vergaß” einige Informationen. So wurde das Narrativ für 240 Mio Menschen gebildet.

Meine Wahrnehmung meiner Heimat basiert auf einer Lüge. 

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr sehe ich, wie die Geschichte eigentlich war, was alles nicht stimmt. Es tut weh. Ich fühle mich belogen und betrogen. Und ich bin gezwungen, meine Weltsicht dauernd anzupassen.

Sowas passiert auch in der Therapie. Ein Mensch kommt zu mir, erzählt mir sein Narrativ,  dass er ja selbst an dem Missbrauch schuldig sei, weil das der Täter behauptete oder die Familie, die einfach keine Probleme haben wollte. Dann fange ich an zu buddeln und 1 und 1 zusammen zu zählen. Und schon sieht das alles anders aus. 

Nur hat man da zwar das eigene Leid und Recht gesehen, gleichzeitig aber auch, dass man jahrelang belogen wurde. Dass man von der Familie um Friedens Willen zum Opfer gebracht wurde. Dass die komplette Geschichte nicht stimmt. Dann ist man plötzlich mit Konflikten konfrontiert, die man all die Jahre vermieden hat. Die Überprüfung des Narrativs kann ganz schön weh tun. Manche halten es aus, andere wollen doch alles so lassen, wie es ist, weil sie den Schmerz der verlorenen Jahre nicht aushalten können.

Kennt Ihr solche Situationen? Wie geht ihr damit um?

Therapie der Psychose ist möglich zu jedem Zeitpunkt der Erkrankung, in jeder Intensität und unabhängig davon, wie lange...
07/09/2023

Therapie der Psychose ist möglich zu jedem Zeitpunkt der Erkrankung, in jeder Intensität und unabhängig davon, wie lange die Erkrankung bereits besteht. 

Heute hörte ich einen den inspirierendsten Vorträge ever. Frau Prof. Dr. Dorothea von Haebler wollte, dass wir nach ihrem Vortrag uns dem Thema Psychose-Therapie öffnen und sie hat ihr Ziel übertroffen. 

Wusstet ihr, dass bis 2014 keine Therapie der Psychose Patienten möglich war? Man glaubte, es wird nichts, man kann die Menschen nicht behandeln, das kann nicht funktionieren. 

Doch das stimmt nicht. 

Psychose ist nicht unbedingt heilbar. Aber sie ist behandelbar. Und wenn jemand sein Leben ein wenig besser im Griff hat, dann hat es sich gelohnt.

Psychosen sind oft chronische, mehr oder weniger schwere Erkrankungen, doch es gibt in Deutschland Konzepte, die sie behandeln können.

Worauf kommt es denn bei der Psychose - Therapie an?

- In erster Linie geht es hier um Beziehungsaufbau. Oft sind das Menschen, die in der frühsten Kindheit Beziehungstraumata durch Vernachlässigung oder intrusives Verhalten der Eltern erlitten haben. Dabei muss kein Missbrauch o.ä. im klassischen Sinne stattgefunden haben. Manchmal sind das "übermotivierte" Eltern, die das Kind unbedingt gut versorgen wollten, ungeachtet dessen, was es fühlt und braucht. Nicht weil Eltern böse waren, sondern weil sie es nicht besser wussten. 

- Es ist genauso essentiell, die Grenzen zu wahren. Wenn z.B. ein Patient Angst vor mir hat und unbedingt auf Distanz bleiben will, muss ich ihn nicht verfolgen, um  unbedingt "meine Regeln" durchzusetzen und ihm die Hand zu geben. 

Die weiteren Empfehlungen findet ihr in der Bildergalerie.

Die Rednerin hat es geschafft. Viele Menschen im Saal, die vorher nicht mit den Psychose Patienten gearbeitet haben, mich inklusive, waren angeregt und ermutigt, sich dem Thema anzunähern.

Ich hoffe, ihr auch.

31.5.23. Langeoog, Psychodynamische Tage

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Cologne

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