24/07/2026
Alzheimer: Sind es wirklich die Plaques – oder behandeln wir seit 30 Jahren die falsche Ursache?
Seit Jahrzehnten gilt die sogenannte Plaque-Theorie als Erklärung für Alzheimer: Eiweißablagerungen im Gehirn, die Beta-Amyloid-Plaques, sollen Nervenzellen zerstören und so den geistigen Abbau verursachen. Doch diese Theorie wird zunehmend infrage gestellt. Harvard-Forscher wie Scott McGinnis berichten, dass Plaques nicht der Hauptauslöser sein müssen. Obduktionen zeigen sogar, dass geistig völlig f***e Menschen ein Gehirn voller Plaques haben können. In Tiermodellen entwickelten Mäuse ohne Plaques die gleichen Gedächtnisprobleme wie Mäuse mit Plaques. Medikamente, die gezielt Plaques abbauen sollten, konnten die Symptome bislang nicht entscheidend verbessern.
Hinzu kommt: Beta-Amyloid-Peptide übernehmen offenbar wichtige Funktionen im Gehirn, unter anderem bei der Informationsverarbeitung und als antimikrobielle Schutzfaktoren. Einige Forscher vermuten inzwischen, dass Plaques eher eine Schutzreaktion des Gehirns darstellen könnten – ein Hinweis auf zugrunde liegende Entzündungsprozesse. Diskutiert werden chronische Entzündungen etwa durch Störungen der Darmflora, dauerhaft erhöhte Insulinspiegel infolge hohen Zuckerkonsums oder Belastungen durch Umweltgifte. Auch bestimmte Medikamente geraten in den Fokus.
Besonders aufmerksam machen Daten zu Anticholinergika und Statinen. Eine in JAMA Internal Medicine veröffentlichte Studie der University of Washington zeigt ein erhöhtes Demenzrisiko bei längerfristiger Einnahme anticholinerg wirkender Medikamente wie Diphenhydramin, Doxepin, Chlorphenamin oder Oxybutynin – selbst Jahre nach dem Absetzen. Auch cholesterinsenkende Statine stehen im Verdacht, das Gehirn zu beeinträchtigen, da es für seine Funktion ausreichend Cholesterin benötigt. Experten empfehlen daher, insbesondere bei älteren Menschen regelmäßig alle Medikamente – auch rezeptfreie – kritisch überprüfen zu lassen.
Wenn Plaques womöglich nicht die Ursache, sondern ein Symptom sind, stellt sich eine entscheidende Frage: Sollten wir den Fokus stärker auf Entzündungshemmung, Ernährung, Darmgesundheit, Bewegung und die sorgfältige Prüfung von Medikamenten legen? Eine zuckerarme, nährstoffreiche Ernährung mit antioxidativen Pflanzenstoffen, ausreichend Bewegung und das Meiden möglicher Entzündungsherde gelten als zentrale präventive Ansätze.
Wie erleben Sie das in Ihrem Umfeld? Wurden Medikamente regelmäßig kritisch hinterfragt – oder vertraut man meist darauf, dass jede Verordnung alternativlos ist?
Die Hintergründe, Studien und konkreten Empfehlungen lesen Sie hier:
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