11/09/2026
Wenn uns Menschen nach einem Todesfall anrufen, kommt häufig die Frage "Was muss ich jetzt alles tun?"
Und natürlich ist das eine berechtigte Frage in einer unklaren Situation. Eine Frage, die wir auch gern mit klaren Handlungsempfehlungen beantworten.
Doch häufig ist unsere Antwort vielleicht überraschend:
"Sie müssen erst einmal gar nichts tun."
..
"Aber muss nicht eine Ärztin informiert werden?"
"Doch schon - und:
Sie dürfen auch einen Augenblick durchatmen.
Es darf Ruhe da sein - wenn es für Sie passt ..."
Einatmen. Ausatmen.
Vielleicht ein Tee, vielleicht hinsetzen und kurz warten ...
Es muss nicht alles sehr schnell gehen.
Das erste bewusste Wahrnehmen kann wertvoll sein. Tränen dürfen sein, Unklarheit darf sein.
Und wenn das Sammeln kommt, können die anderen Schritte immer noch gegangen werden.
Wir erleben immer wieder, dass gerade diese ersten ruhigen Minuten wichtig sind. Sie helfen dabei, das Unbegreifliche langsam zu anzunehmen und den nächsten Schritt kommen zu lassen, um ihn dann bewusst zu gehen ... und nicht zu stolpern.
Und wenn ihr soweit seid, sind wir da. Gemeinsam schauen wir, was jetzt wichtig ist und was noch Zeit hat. Denn ein Abschied beginnt nicht mit Hektik, sondern mit dem Wissen, dass niemand diesen Weg allein gehen muss.