Befreyungs-Zeit

Befreyungs-Zeit Online Einzel- & Paarcoaching
Wer echte Veränderung will, kommt an sich selbst nicht vorbei. Gemeinsam für befreyte Zeiten. Janina Freynhagen

Ich bin für dich da, wenn du alte Muster durchbrechen willst – klar, empathisch und präsent.

04/09/2026

Manchmal ist „alle Männer sind Scheiße“ oder „alle Frauen sind kaputt“ weniger eine objektive Beschreibung der Welt als ein Spiegel dessen, was wir selbst erlebt haben.

Wenn wir wiederholt verletzt, enttäuscht oder verlassen wurden, beginnt unser Gehirn Muster zu erkennen. Wir suchen nach Bestätigung für das, was wir inzwischen erwarten – und übersehen leichter das, was nicht ins Bild passt.

So kann aus ein paar schmerzhaften Erfahrungen irgendwann die Überzeugung werden: „Keiner ist mehr bindungsfähig.“
„Mit Frauen kann man einfach keine Beziehung führen.“
„Männer wollen sowieso nur das eine.“

Und je mehr wir davon überzeugt sind, desto stärker nehmen wir genau diese Erfahrungen wahr.

Das bedeutet nicht, dass unsere Verletzungen nicht real sind. Im Gegenteil. Aber unsere Wunden können beeinflussen, wie wir die Welt sehen, wem wir vertrauen und welche Menschen wir überhaupt noch an uns heranlassen.

Und deshalb ist Isolation meistens auch keine wirkliche Lösung. Heilung bedeutet nicht, alle anderen für gefährlich zu erklären und sich aus Beziehungen zurückzuziehen.

Es geht vielmehr darum, die eigenen Muster zu erkennen, Verantwortung für die eigenen Wunden zu übernehmen – und gleichzeitig wieder offen dafür zu werden, dass nicht jeder Mensch so ist wie diejenigen, die uns verletzt haben.

Vielleicht sind also nicht „alle Männer“ oder „alle Frauen“ das Problem.

Vielleicht lohnt sich manchmal der liebevolle Blick nach innen. ❤️

03/09/2026

Das Spannende an Polarität ist: Das Weibliche ruft das Männliche häufig zurück ins Herz – und das bewusste Männliche ruft die Frau zurück aus dem Kopf, in die Verkörperung, in dem er ihr den Schutz und den Halt bietet dass sie sich dem Leben und ihrem eigenen Sein hingeben kann.

Beides kann eine Einladung zu mehr Ganzheit sein.

Und deshalb geht es hier nicht darum, Frauen zu „erwachten“ und Männer zu „schlafenden“ Menschen zu erklären.

Denn sonst wird „Bewusstseinsarbeit“ schnell zu feinem „Ego-gewichse“. Zumindest dann wenn wir uns damit künstlich aufwerten, oder uns über andere stellen müssen.

Natürlich gibt es auch sehr bewusste Männer, die immer wieder Frauen begegnen, die ihre Tiefe, emotionale Präsenz oder Verbindung nicht erwidern können.

Auch sie können lernen, nicht aus ihrer Wunde heraus jemanden retten, verändern oder „aufwecken“ zu wollen. Und haben oft eine tiefe Sehnsucht in sich

Ein Teil echten Erwachens ist nämlich auch, zu akzeptieren:

Nicht jeder Mensch möchte dieselbe Tiefe. Nicht jeder kann auf dieselbe Weise lieben. Und nicht jeder ist bereit, dort hinzuschauen, wo ich bereits hinschaue.

Das zu erkennen, ohne den anderen abzuwerten – und ohne mich selbst dafür zu verlassen – ist für mich ebenfalls Bewusstsein und emotionale Reife.

02/09/2026

Was passiert eigentlich, wenn eine Beziehung uns an genau die Stellen führt, die wir bisher erfolgreich vermieden haben?

Eine tiefe Verbindung kann Schutzstrategien aktivieren, die uns einmal geholfen haben, uns sicher zu fühlen: Distanz, Kontrolle, Rationalisierung, Leistung oder das Festhalten an einem bestimmten Selbstbild.

Und hier kommt der Begriff „Ego-Tod“ ins Spiel. Nicht im Sinne davon, das Ego loszuwerden, sondern im Sinne davon, alte Identifikationen und Kompensationsstrategien loszulassen, die echte Verbindung verhindern.

Das kann sich zunächst wie Bedrohung anfühlen. Denn plötzlich reicht es nicht mehr, stark und unberührbar zu wirken. Man müsste fühlen, sich zeigen, Verantwortung übernehmen und sich den eigenen Schatten stellen.

Und genau deshalb kann eine tiefe Liebe paradoxerweise Angst machen.

Nicht weil der andere gefährlich ist – sondern weil die Begegnung etwas in uns berührt, das endlich gesehen werden möchte.

Die Frage ist dann: Laufe ich vor dem anderen weg – oder beginne ich, mir selbst zu begegnen?

01/09/2026

Trauma braucht liebevolle Begleitung.

Denn manchmal sind frühere Erlebnisse auch deshalb so dramatisch und schwerwiegend für uns, weil damals niemand für uns da war. Weil wir mutterseelenallein und überfordert waren.

Also hat unser Nervensystem irgendwann die Pause-Taste gedrückt:
„Stopp. Das ist zu viel. Das können wir gerade nicht verarbeiten.“

Und diese Pause war damals sinnvoll. Sie hat uns geschützt.

Nur: Was uns damals geholfen hat zu überleben, kann uns später daran hindern, wirklich frei zu leben.

Gerade bei schwerwiegenden Traumata kann es ein langjähriger Prozess sein, wieder Vertrauen, Entspannung und innere Sicherheit zu entwickeln. Und manchmal braucht es dafür eine traumasensible, professionelle Begleitung im Rahmen einer Traumatherapie.

Gleichzeitig gibt es innere Anteile, Schutzmechanismen und alte Muster, die sich – wenn genügend Stabilität vorhanden ist – auch im Coaching achtsam anschauen und transformieren lassen

Und genau darin liegt für mich ein wichtiger Teil von Heilung: dass wir das, was damals geschehen ist, emotional neu erleben und die abgespaltenen Anteile wieder integrieren können.

Nicht damit die Vergangenheit nie stattgefunden hätte.
Sondern damit sie uns heute nicht mehr auf dieselbe Weise festhält.

Trauma ist komplex und kann unser Erleben auf unzählige Arten beeinflussen – unsere Beziehungen, Partnerwahl, Sexualität, unser Selbstbild und vieles mehr.

Um wieder mehr in unseren eigenen Fluss kommen zu können dürfen wir also lernen uns liebevoll selbst zu ermächtigen und zusätzlich unserem Nervensystem die Chance geben neue, sichere Erfahrungen, machen zu können um sich zu regulieren.

31/08/2026

Auch die Beziehung zu Geld kann von frühen Erfahrungen mit Versorgung und Sicherheit geprägt sein.

Denn Geld bedeutet psychologisch nicht nur Besitz. Es steht auch für Sicherheit, Selbstwirksamkeit, Versorgung und die Erlaubnis, Bedürfnisse zu haben.

Wenn ein Mädchen gelernt hat: „Ich darf nicht zu viel brauchen“ oder „Ich muss alleine klarkommen“, kann sich das später beispielsweise darin zeigen, dass sie zu wenig verlangt, ihren Wert schlecht verkauft oder sich finanziellen Erfolg nur schwer erlaubt.

Bei anderen entsteht das Gegenteil: maximale Leistung und finanzielle Unabhängigkeit, um niemals wieder darauf angewiesen zu sein, dass jemand für sie sorgt.

Und manchmal spielt zusätzlich ein unbewusster Loyalitätskonflikt mit hinein:

Darf ich mehr haben als meine Eltern? Darf es mir besser gehen?

Oder sogar:

Wenn ich vollkommen unabhängig bin – muss ich dann nicht auch die Hoffnung aufgeben, dass Papa mir irgendwann doch noch das gibt, was mir damals gefehlt hat?

Das sind keine universellen Gesetzmäßigkeiten. Aber es können sehr spannende Fragen sein, wenn wir verstehen wollen, warum wir uns finanziell manchmal kleiner halten, als wir eigentlich müssten.

30/08/2026

Ein emotional nicht verfügbarer Vater kann beeinflussen, wie ein Mädchen seinen eigenen Wert erlebt.

Denn Kinder beziehen die Reaktionen ihrer wichtigsten Bezugspersonen häufig auf sich selbst. Wenn ein Vater emotional nicht erreichbar, wenig interessiert oder nur unzuverlässig zugewandt ist, kann sich unbewusst die Überzeugung entwickeln:

„Ich bin nicht wichtig genug.“
„Ich muss etwas leisten, um gesehen zu werden.“
„Mit mir stimmt etwas nicht.“

Diese frühen Erfahrungen können später beeinflussen, wie eine Frau Nähe, Zurückweisung und Partnerschaft erlebt – und auch, welchen Umgang mit sich selbst sie für „normal“ hält.

Manche versuchen ihren Wert über Leistung, Attraktivität oder Unabhängigkeit zu sichern. Andere suchen immer wieder die Bestätigung bei Menschen, die ihnen genau das geben, wonach sie sich schon als Mädchen gesehnt haben. Was dann aber nie geschieht.

29/08/2026

Auch beim Thema Essen gibt es mittlerweile interessante Forschung, die den Vater stärker mit in den Blick nimmt, wenn es darum geht wie und wodurch Krankheitsbilder ungünstig beeinflusst werden können.

Lange wurde bei Essstörungen sehr stark auf die Mutter-Kind-Beziehung geschaut. Und natürlich spielt diese Beziehung eine wichtige Rolle.

Aber Studien zeigen inzwischen auch Zusammenhänge zwischen der Qualität der Vater-Tochter-Beziehung, väterlicher Zurückweisung beziehungsweise Überkontrolle und Essstörungssymptomen. (PubMed)

Das bedeutet nicht: Ein emotional nicht verfügbarer Vater verursacht eine Essstörung.

So einfach ist es nicht.

Aber es kann interessant sein, sich zu fragen: Was passiert eigentlich mit einem Mädchen, das sich in einer entscheidenden Entwicklungsphase nicht ausreichend gesehen, sicher oder angenommen fühlt?

Und gerade in der Pubertät kann das noch einmal eine besondere Bedeutung bekommen.

Denn aus dem Mädchen wird eine Frau.
Der Körper verändert sich. Weiblichkeit wird sichtbar.

Und wenn die Beziehung zum Vater zu diesem Zeitpunkt von Zurückweisung, emotionaler Distanz, Kritik oder Unsicherheit geprägt ist, kann das möglicherweise Einfluss darauf haben, wie ein Mädchen seinen eigenen Körper und seine Weiblichkeit erlebt.

Es gibt sogar Forschung, die einen Zusammenhang zwischen väterlicher Zurückweisung beziehungsweise bestimmten väterlichen Erziehungsverhaltensweisen und Essstörungssymptomen über Glaubenssätze wie Verlassenheit, Scham und „mit mir stimmt etwas nicht“ gefunden hat. (PubMed)

„Vaterhunger“ Ein Buch, das sich genau mit diesem Thema beschäftigt

28/08/2026

Was wir in Beziehungen erleben, hat nicht immer nur mit dem Menschen vor uns zu tun.

Vater- und Mutterwunden können beeinflussen, wonach wir uns sehnen, was wir als vertraut empfinden und worauf unser Nervensystem besonders empfindlich reagiert. Deshalb geraten wir nicht selten an Menschen, die genau die Stellen berühren, an denen wir selbst noch verletzt sind.

Und so entsteht schnell ein Bindungs-Kollisionsmuster: Das Verhalten des einen aktiviert die Wunde des anderen – dessen Reaktion wiederum die Wunde des ersten. Beide versuchen, sich zu schützen, und lösen dabei genau das aus, wovor der andere eigentlich Angst hat.

Das bedeutet nicht, dass ein Partner „schuld“ ist oder dass Männer und Frauen grundsätzlich so sind.

Es bedeutet, dass wir uns anschauen dürfen, was in uns aktiviert wird und welchen Anteil wir selbst an der Dynamik haben.

Denn Veränderung beginnt dort, wo wir aufhören, nur das Verhalten des anderen zu analysieren – und anfangen, unser eigenes inneres Erleben zu verstehen.

27/08/2026

Wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, treffen häufig nicht nur zwei Persönlichkeiten aufeinander, sondern auch zwei unterschiedliche Wunden und Kompensationsstrukturen.

Und dann kann das Verhalten des anderen etwas in uns triggern, das viel älter ist als die aktuelle Situation. Wir reagieren nicht mehr nur auf den Menschen vor uns, sondern auch auf das, was sein Verhalten in uns auslöst.

Genau deshalb sollte die Benennung solcher Muster keine Einladung sein, auf das andere Geschlecht zu schimpfen oder den eigenen Frust dort abzuladen.

Sie ist eine Einladung, bei sich selbst hinzuschauen:

Was wird da eigentlich gerade in mir berührt?
Warum reagiere ich so stark?
Welche eigene Wunde könnte dahinterliegen?

Denn darin liegt eine echte Chance: Wenn ich mein eigenes inneres Erleben verändern kann, verändert sich häufig auch mein Verhalten – und damit wiederum die Dynamik zwischen uns.

Ich glaube, dass darin auch eine Chance für Männer liegt, die sich zunehmend fragen, welchen Platz sie eigentlich noch haben.

Nicht indem sie Frauen „retten“ oder deren Verhalten kompensieren.

Sondern indem sie ihre eigene Stabilität, Präsenz und Stärke entwickeln – und dadurch wieder etwas in Beziehungen einbringen können, das für beide Seiten wertvoll ist.

Und ebenso dürfen Frauen lernen, ihre Schutz- und Kontrollstrategien nicht mehr zu brauchen, wo sie eigentlich wieder Vertrauen, Sanftmut und Verletzlichkeit zulassen könnten.

Denn auch Frau aus natürlich eingeladen ihrerseits ihre eigenen Themen und Wunden anzugucken, um nicht aus ihnen heraus unkontrolliert aufs Gegenüber zu bluten.

Nicht gegen, sondern für und miteinander.

26/08/2026

Es geht hier nicht darum, Männer an den Pranger zu stellen oder ihnen die Schuld für ihre Prägungen zu geben.

Sondern darum, Bewusstsein zu schaffen.

Denn manche Männer tun sich schwer damit, sich innerlich von der Mutter zu lösen – nicht unbedingt, weil sie „zu sehr an Mama hängen“, sondern weil sie früh gelernt haben, ihre eigene Identität stark über ihre Beziehung zu ihr und über ihre Bedürfnisse zu definieren. Ablösung kann dann unbewusst mit Schuld, Angst oder dem Gefühl verbunden sein, ein „schlechter Sohn“ zu sein.

Und solange uns solche Prägungen nicht bewusst sind, steuern sie uns.

Wenn wir aber verstehen, was uns im Unbewussten lenkt, können wir anfangen, aktiv etwas daran zu verändern.

Denn häufig entsteht in Beziehungen genau daraus ein gegenseitiges Missverständnis:

Frauen fühlen sich nicht gesehen und nicht verstanden.
Männer fühlen sich nicht wertgeschätzt und ungerecht behandelt.

Beide reagieren auf ihre eigene Verletzung – und übersehen dabei, was beim anderen eigentlich dahinterliegt.

Je mehr Bewusstsein wir für unsere eigenen Prägungen und für die unterschiedlichen Bedürfnisse von Männern und Frauen entwickeln, desto leichter wird es, aus diesen alten Dynamiken auszusteigen.

Und genau dadurch entsteht wieder die Möglichkeit für das, wonach sich eigentlich beide sehnen: ein erfülltes Miteinander.

Wer sich Unterstützung wünscht ist herzlich eingeladen sich bei mir zu melden. Link in Bio. Janina

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