23/08/2026
Manche Menschen hinterlassen Spuren, die selbst das Meer nicht fortspülen kann.
Vor ein paar Tagen sagte eine Patientin zu mir einen Satz, der mich seitdem begleitet:
„Durch deine Hände fließt einfach Liebe.“
Ich glaube, es ist einer der schönsten Sätze, die jemals jemand über meine Arbeit zu mir gesagt hat.
Natürlich habe ich gelernt, was meine Hände tun.
Ich kenne Griffe, Zonen und Zusammenhänge. Ich habe über viele Jahre gelernt, beobachtet, gefühlt und erfahren.
Aber meine Arbeit war für mich noch nie nur Technik.
Da liegt ein Mensch vor mir.
Mit seiner Geschichte. Seinen Schmerzen. Seiner Hoffnung. Seiner Angst. Seiner Kraft.
Manche Menschen begleite ich nur ein kleines Stück. Andere über viele Jahre.
Durch Krisen und Veränderungen. Durch Schmerzen, Hoffnung und Rückschläge. Durch Entwicklung und Wachstum.
Und manchmal auch dorthin, wo es nichts mehr zu reparieren gibt.
Wo meine Hände nicht mehr verändern müssen.
Wo sie einfach nur da sein dürfen.
Halten. Berühren. Begleiten.
Vielleicht berührt mich dieser Satz deshalb so sehr.
Denn irgendwo auf diesen gemeinsamen Wegen verschwimmt die Grenze zwischen Geben und Empfangen.
Ich berühre einen Menschen – und werde selbst berührt.
Ich begleite – und lerne selbst.
Ich gebe etwas von mir – und nehme gleichzeitig etwas mit.
Denn auch meine Patienten hinterlassen Spuren in mir.
Ihre Geschichten. Ihre Stärke. Ihr Vertrauen. Ihr Lachen. Ihre Tränen.
Und manchmal auch eine Lücke, wenn unser gemeinsamer Weg endet.
Vielleicht ist genau das eines der größten Geschenke meiner Arbeit:
Dass wir uns manchmal nur für eine bestimmte Zeit begegnen – und uns trotzdem für immer ein kleines bisschen verändern.
Vielleicht fließt tatsächlich Liebe durch meine Hände.
Aber sie fließt nie nur in eine Richtung.