22/10/2026
Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Schwindel, Ohrgeräusche, Tinnitus, Druck hinter den Augen, Schmerzen an den Schläfen, Gleichgewichtsstörungen, Unsicherheitsgefühle oder sogar Schlafprobleme – was haben all diese Beschwerden möglicherweise gemeinsam?
Eine Antwort darauf kann im sogenannten trigeminocervikalen Komplex liegen.
Einige meiner Follower, insbesondere diejenigen, die auch meine Patienten sind, haben von diesem Komplex sicherlich schon gehört.
Aber was genau steckt dahinter?
Der trigeminocervikale Komplex ist ein Bereich unseres Nervensystems, in dem Schmerzsignale aus der oberen Halswirbelsäule und dem Kopf zusammenlaufen und verarbeitet werden.
Vereinfacht gesagt: Unser Gehirn kann Schmerzen, die eigentlich aus dem Nacken stammen, auch an anderen Stellen des Kopfes wahrnehmen. Deshalb können Probleme im Bereich der oberen Halswirbelsäule beispielsweise Schmerzen an der Stirn, den Schläfen oder hinter den Augen auslösen.
Doch das Zusammenspiel ist noch wesentlich komplexer!
Unsere Halswirbelsäule steht in enger Verbindung mit den Augen und dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Diese drei Systeme liefern unserem Gehirn ständig Informationen darüber, wo sich unser Kopf befindet und wie er sich bewegt.
Werden diese Informationen nicht richtig aufeinander abgestimmt, können Schwindel, Orientierungsprobleme oder Bewegungsunsicherheit entstehen.
Auch die Atmung wird häufig unterschätzt. Wer dauerhaft flach atmet, beansprucht verstärkt die Atemhilfsmuskulatur im Halsbereich. Diese Muskeln sind gleichzeitig an der Bewegung und Stabilisierung unseres Kopfes beteiligt. Eine dauerhafte Überlastung kann deshalb weitere Beschwerden begünstigen.
Hinzu kommt der Einfluss von Stress, anhaltenden Schmerzen und unserem vegetativen Nervensystem. Dadurch können sich Beschwerden gegenseitig verstärken.
Ich betrachte deshalb nicht ausschließlich die Stelle, an der ein Patient Schmerzen verspürt. Vielmehr müssen wir verstehen, wie Atmung, Muskulatur, Wirbelsäule, Gleichgewicht und Nervensystem zusammenarbeiten.