14/08/2026
„Aber wie kann ein Hund denn ohne Hüftgelenk laufen?“ 🐕
Diese Frage hat mir vor Kurzem eine Kundin gestellt – und dieser kleine Chihuahua zeigt die Antwort eigentlich schon ziemlich gut.
Bei einer schweren, schmerzhaften Hüfterkrankung – zum Beispiel einer ausgeprägten Hüftdysplasie – kann eine Femurkopfresektion eine mögliche operative Therapie sein. Dabei werden Hüftkopf und in der Regel auch Anteile des Schenkelhalses entfernt. Dadurch besteht anschließend kein normal aufgebautes Hüftgelenk mehr.
Zwischen Oberschenkelknochen und Becken bildet sich im Heilungsverlauf jedoch eine bindegewebige Verbindung, ein sogenanntes Pseudogelenk. Gleichzeitig übernimmt die umgebende Muskulatur eine wichtige Funktion bei der Stabilisierung und Führung der Hintergliedmaße.
Und genau deshalb ist die Rehabilitation nach der Operation so wichtig: Beweglichkeit erhalten bzw. zurückgewinnen, die Gluteal- und übrige Hinterhandmuskulatur gezielt aufbauen, Koordination trainieren und eine dauerhafte Schonhaltung möglichst verhindern.
Das ist kein Prozess von ein paar Tagen. Je nach Ausgangssituation begleiten wir diese Hunde über mehrere Wochen bis Monate, wobei das Training Schritt für Schritt an Heilungsverlauf und Belastbarkeit angepasst wird.
Bei diesem kleinen Patienten wurde zunächst eine Seite operiert, die zweite folgt im Winter.
Und wie man im Video sieht: Auch ohne anatomisch „normales“ Hüftgelenk kann ein Hund wieder erstaunlich gut und vor allem mit deutlich mehr Lebensqualität durchs Leben gehen.
Hinterhandtraining RehabilitationHund