31/07/2026
Als ich mit Yoga begonnen habe, war ich unsicher.
Ich wusste nicht wirklich, was ich da eigentlich mache. Ich habe mich ständig mit anderen verglichen und war überzeugt: Wer tiefer in eine Haltung kommt, ist besser im Yoga.
Also habe ich voller Ehrgeiz angefangen, an den Asanas zu arbeiten.
Was ich damals noch nicht wusste: Eigentlich hatte ich mich längst auf den Weg zu mir selbst begeben.
Yoga hat mir Geduld und Ehrlichkeit gelehrt. Es hat mir gezeigt, wie es sich anfühlt, mich anzunehmen – mit einem liebevolleren, verständnisvolleren Blick auf mich und meine Bedürfnisse.
Ich habe gelernt, mich nicht mehr mit dem der Person neben mir auf der Matte zu vergleichen.
Stattdessen begann ich, mich zu fragen:
Wo stehe ich gerade? Wie geht es mir heute? Was brauche ich? Was tut mir gut?
Und an manchen Tagen auch zu akzeptieren, dass eine Asana heute nicht die richtige für mich ist.
Nicht, weil ich versagt habe – sondern weil mein Körper oder mein Kopf heute etwas anderes brauchen.
Als ich aufgehört habe, mein Ego mit auf die Matte zu nehmen, habe ich plötzlich unglaublich viel über meinen Körper gelernt.
Aber noch viel mehr über mich selbst.
Auch heute bin ich außerhalb meiner Kurse oft eher zurückhaltend. Auf fremde Menschen zuzugehen fällt mir nicht immer leicht.
Geblieben
Und dann betrete ich den Kursraum und etwas verändert sich.
Nicht, weil ich plötzlich ein anderer Mensch bin – sondern weil Yoga mir geholfen hat, mehr ich selbst zu sein.
Ich bin selbstbewusster geworden. Nicht, weil ich alles weiß. Ganz im Gegenteil.
Je mehr ich lerne, desto mehr wird mir bewusst, wie viel es noch zu lernen gibt.
Auch eine Yogalehrerin bleibt immer Schülerin.
Und das Schönste daran?
Ich lerne nicht nur aus Büchern oder Fortbildungen.
Ich lerne jeden Tag von meinen Teilnehmer*innen.
Dafür bin ich unendlich dankbar.
Ich bin damals gekommen, um beweglicher zu werden und diese „fancy“ Instagram-Yogaposen zu lernen.
Geblieben bin ich, weil Yoga mich daran erinnert hat, wer ich wirklich bin.
Nicht jede Erfahrung war leicht, aber jede einzelne hat mich wachsen lassen.
Yoga ist so viel mehr als Bewegung und endet nicht, wenn du die Matte verlässt 🤍