18/04/2021
-ICH SEHE DICH-
Ich sehe dich wie du dich jeden Tag abrackerst und dein Bestes gibst.
Ich sehe dich wie du über deine Grenzen gehst und am Ende des Tages vor Erschöpfung auf der Couch zusammenbrichst.
Ich sehe dich wie du vergisst zu Essen und zu Trinken, weil die Zeit knapp ist und der Haushalt, die Kinder und dein Homeofficeplatz nach dir verlangen.
Ich sehe dich wie du deine Augen kaum noch offen halten kannst, weil entweder du und/oder dein Kind/ deine Kinder die Nacht zum Tag gemacht haben.
Ich sehe dich wie du anstatt dir einen Tee zu machen und ein Buch zu lesen, dir Gedanken machst und deine Sorgen, Nöte und Ängste wälzt.
Ich sehe dich mit deiner Angst um deine Liebsten, wenn du hoffst dass sie körperlich und psychisch gesund durch diese Zeit kommen.
Ich sehe dich mit deinem schlechten Gewissen, wenn du, trotz allem Wissens für die Wichtigkeit, deiner Zeit für dich nicht nachgekommen bist.
Ich sehe dich wie du sagst „Wir machen das Beste draus“, obwohl dir nach Weinen und Schreien zu Mute ist.
Ich sehe dich, wenn die Existenzangst dir im Nacken sitzt und du versuchst für deine Familie stark zu sein.
Ich sehe dich wenn dir einfach alles zu viel ist.
Ich sehe dich, wenn du dich fragst, wie lange das alles noch geht und dich gleichzeitig davor fürchtest wenn alles wieder so wird wie vorher.
Denn deine Überlastung und Überforderung ist nicht neu. Sie ist nichts was im letzten Jahr erst entstanden ist. Sie ist etwas, dass sich wie in einem Brennglas noch mehr zeigt als sonst, weil es sichtbarer wird und sich nicht mehr nur im Unsichtbaren abspielt.
Ich sehe dich und ich verstehe dich und ich kann dir sagen DU BIST NICHT ALLEIN.
Wir dürfen uns zeigen, wir dürfen jammern, wir dürfen wütend sein, wir dürfen erschöpft sein und wir dürfen laut werden.
Liebe Eltern, wir machen das großartig und das dürfen wir uns immer und immer wieder sagen.
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Was ist deine größte Herausforderung gerade?