Dr. Markus Werner

Dr. Markus Werner Gesundheit beginnt mit Wissen 🧬
Tipps für mehr Energie & ein langes gesundes Leben – wissenschaftlich fundiert & menschlich
📍Ärztehaus Emden, 26721

30/08/2026

Hier ist meine Meinung: Dein Cholesterinwert allein sagt wenig ĂĽber dein Herzinfarktrisiko aus.

Etwa die Hälfte aller Herzinfarkte trifft Menschen mit normalem Cholesterin. Das überrascht viele. Aber es zeigt: Ein einzelner Laborwert erzählt nie die ganze Geschichte.

Laut aktueller Datenlage gibt es zwölf Hebel, die darüber mitentscheiden können, wie es deinem Herz-Kreislauf-System langfristig geht. Jeder einzelne ist in Studien mit harten Endpunkten assoziiert. Herzinfarkte, Schlaganfälle. Nicht nur Zahlen auf dem Papier.

Dazu gehören Werte, die im Standardcheck oft fehlen: ApoB, der Marker für gefäßbelastende Fettpartikel. Das hochsensitive CRP als Hinweis auf stille Entzündungen. Nüchterninsulin, das oft lange vor dem Blutzucker auffällig wird.

Dazu kommen die Basics, die viele unterschätzen: Blutdruck möglichst unter 120 zu 80. Ausdauer und Kraft im Wechsel. Mediterrane Ernährung. Regelmäßiger Schlaf mit gleicher Aufwachzeit. Chronischen Stress regulieren.

Und ein Hebel, den fast niemand auf dem Schirm hat: dein Zahnfleisch. Parodontitis ist ein stiller Treiber für Gefäßprobleme, der oft übersehen wird.

Was ich in der Praxis sehe: Die meisten kennen zwei oder drei dieser Hebel. Kaum jemand alle zwölf.

Zwölf Hebel. Wie viele davon bewegst du gerade?

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PS: Die Inhalte hier ersetzen keine persönliche medizinische Beratung. Sie sollen dir Orientierung geben und beruhen auf meiner ärztlichen Erfahrung und dem aktuellen Stand der Präventions- und Longevity-Medizin.

28/08/2026

Täglich Sport ist leichter als nur dreimal die Woche. Klingt verrückt, ist aber so.

Eine Studie mit Fitnessstudio-Mitgliedern zeigt: Erst ab etwa vier Einheiten pro Woche, besser noch täglich, über mindestens sechs Wochen wird Bewegung zur echten Gewohnheit.

Der stärkste Faktor dabei war nicht Motivation. Sondern Regelmäßigkeit. Die braucht es, um ein neues Verhalten fest als Gewohnheit zu verankern.

Wann hast du zuletzt überlegt, ob du dir morgens die Zähne putzt? Eben. Das ist längst Gewohnheit.

Wer unregelmäßig trainiert, muss sich jedes Mal neu überwinden und neu entscheiden. Wer dagegen täglich dasselbe feste Zeitfenster nutzt, baut eine echte Gewohnheit auf.

Anfangs kostet das vielleicht etwas Energie. Aber mit jeder Wiederholung wird es spĂĽrbar leichter. Es wird das neue Normal.

Genau das sehe ich auch in der Praxis: Menschen scheitern selten an der Anstrengung. Sie scheitern daran, sich immer wieder neu entscheiden zu mĂĽssen.

Mein Rat: Nicht dreimal die Woche. Sondern jeden Tag dasselbe kleine Zeitfenster. Und seien es nur zehn Minuten.

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Wir behandeln unsere Gesundheit oft wie ein Konto, auf das wir später noch einzahlen können.Mehr Sport – wenn es ruhiger...
27/08/2026

Wir behandeln unsere Gesundheit oft wie ein Konto, auf das wir später noch einzahlen können.

Mehr Sport – wenn es ruhiger wird.
Besser schlafen – nach diesem Projekt.
Blutdruck und Risikofaktoren überprüfen – irgendwann beim nächsten Check-up.

Das Problem: Gesundheit lässt sich nicht beliebig nachholen.

Muskelmasse, Stoffwechselgesundheit, Gefäßgesundheit und körperliche Leistungsfähigkeit entstehen über Jahre. Genauso entwickeln sich viele Risiken über Jahre.

Deshalb finde ich eine andere Frage hilfreicher als:
„Bin ich aktuell krank?“

„Entwickelt sich meine Gesundheit gerade in die Richtung, in die ich in zehn oder zwanzig Jahren möchte?“

Diese Frage verändert den Blick auf Prävention.

Dann geht es nicht darum, ständig etwas zu optimieren. Sondern darum, früh zu wissen, wo es sich überhaupt lohnt, etwas zu verändern.

26/08/2026

Du nimmst Lithium, machst Eisbäder, Sauna, teure Supplements und übersiehst dabei das, was wirklich wirkt.

Als Medikament wird Lithium in höheren Dosierungen seit über 70 Jahren in der Psychiatrie eingesetzt. Und ehrlich gesagt ist es als Spurenelement wissenschaftlich durchaus spannend.

Ein paar Fakten, die wirklich Evidenz haben: Lithium kommt ganz natürlich und regional unterschiedlich im Trinkwasser vor. In Regionen mit mehr Lithium im Wasser sind die Suizidraten tatsächlich niedriger. Das bestätigen mehrere Übersichtsarbeiten.

2025 kam ein vielbeachteter Befund dazu. Im Gehirn von Menschen mit beginnender Alzheimer-Erkrankung ist weniger Lithium messbar. Und im Modell verstärkt ein Mangel typische Krankheitsprozesse.

Klingt nach Wundermittel? Genau da werde ich vorsichtiger.

Das sind zunächst Beobachtungen und noch kein Beleg dafür, dass jeder Lithium einnehmen sollte.

Was ich in der Praxis oft erlebe: Menschen jagen genau solchen Biohacks hinterher und übersehen dabei das, was mit Abstand den größten Effekt hat. Viele suchen nach vermeintlichen Abkürzungen.

Der größte Hebel fürs Gehirn ist unspektakulär. Ein paar Basics, dafür richtig gut belegt.

Erstens: Bewegung, vor allem Kraft und Ausdauer. Deine Fitness ist einer der stärksten Marker für ein gesundes, langes Leben.

Zweitens: Schlaf. Chronischer Schlafmangel ist das Gegenteil von Prävention.

Drittens: dein Stoffwechsel. Blutzucker, Insulin, Bauchfett. Wer das im Griff hat, senkt das Risiko der groĂźen Alterskrankheiten messbar.

Dazu gesunde Ernährung, soziale Kontakte, geistige Aktivität und den Blutdruck im Blick behalten.

Nicht so aufregend wie ein Geheimtipp aus dem Internet. Aber genau das ist der Punkt. Lass dich nicht ablenken.

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23/08/2026

Die meisten Supplemente sind Geldverschwendung. FĂĽnf sind es aus meiner Sicht nicht.

Was ich in der Praxis sehe: Patienten, die gezielt supplementieren – und trotzdem nicht da stehen, wo sie sein könnten. Oft liegt es nicht an der Menge. Sondern an der Auswahl.

Omega-3 steht ganz oben. Zwei bis drei Gramm EPA und DHA täglich. Kann Triglyceride senken – Blutfette, die das Gefäßrisiko beeinflussen. Einer der am besten belegten Bausteine überhaupt.

Magnesium – zum Beispiel als Bisglycinat, eine meist gut verträgliche Form. Beteiligt an hunderten Stoffwechselprozessen. Nicht nur Muskelfunktion und Schlaf – der Einfluss geht deutlich weiter.

Vitamin D, gerne kombiniert mit K2. D3 unterstützt Immunfunktion, Knochen und vieles mehr. K2 sorgt dafür, dass Calcium dorthin gelangt, wo es gebraucht wird – in die Knochen, nicht in die Gefäßwände.

Kreatin Monohydrat – nicht nur für Sportler. Unterstützt Muskeln und kognitive Energieversorgung. Beides sind Bereiche, die ab 40 messbar nachlassen können.

Und fünftens: NMN oder NR – Vorstufen von NAD+, dem Coenzym, das Zellen für die Energieproduktion brauchen. Ein Bereich, der in der Longevity-Forschung zunehmend Aufmerksamkeit bekommt.

Das Ziel ist nicht mehr Nahrungsergänzungsmittel. Sondern die richtigen.

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20/08/2026

Vier Dinge können ab 40 mitentscheiden, wie gesund du alt wirst: Ernährung, Bewegung, Schlaf – und soziale Kontakte. Genau das Letzte wird am meisten unterschätzt.

Ich orientiere mich an den Blue Zones – den Regionen weltweit, in denen Menschen besonders häufig gesund und vital alt werden. Was dort funktioniert, lässt sich in vier Säulen übersetzen.

Ernährung ist eine der größten Stellschrauben. Du musst deinen Stoffwechsel mit den richtigen Brennstoffen versorgen. Sonst kann er über die Jahre belastet werden.

Bewegung ist genauso entscheidend – und zwar im Dreiklang: Ausdauer, Mobilität, Kraft. Keins davon reicht allein. Es ist die Kombination.

Die WHO empfiehlt 150 Minuten pro Woche. 300 Minuten können noch wirksamer sein.

Soziale Gesundheit ist genauso wichtig. Einsamkeit ist mit negativen Auswirkungen auf Körper und Psyche assoziiert. In der Praxis begegnet mir das häufig – der unterschätzte Faktor.

Mein Tipp: Ruf täglich einen Freund an. Frag einfach, wie es ihm geht.

Und dann der Schlaf. Erholsamer Schlaf ist eine wichtige Basis fĂĽr Regeneration, Hormonbalance und mentale Klarheit.

Wenn du diese vier Säulen im Blick hast, hast du einen großen Teil deiner Gesundheit selbst in der Hand.

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Was haben diese Gesundheitsmythen eigentlich zum Teil gemeinsam?Sie zeigen, wie leicht wir unsere Entscheidungen an dem ...
19/08/2026

Was haben diese Gesundheitsmythen eigentlich zum Teil gemeinsam?

Sie zeigen, wie leicht wir unsere Entscheidungen an dem orientieren, was einfach, unmittelbar oder gerade relevant erscheint – statt an dem, was langfristig den größten Unterschied macht.

Und genau das passiert auch mit unseren Prioritäten.

Wir verwechseln dringend mit wichtig.

Die E-Mail, die beantwortet werden soll: dringend.
Die Deadline morgen: dringend.
Das Problem, das gerade auftaucht: dringend.

Gesundheit funktioniert häufig anders.

Krafttraining: wichtig – aber heute selten dringend.
Ausreichend Protein: wichtig – aber heute selten dringend.
Blutdruck und Stoffwechselrisiken kennen: wichtig – aber häufig nicht spürbar.
Guter Schlaf und Regeneration: wichtig – aber leicht verschiebbar.
Sinnvolle Vorsorge: wichtig – solange nichts auffällt, scheinbar nicht dringend.

Und genau deshalb können sich Gesundheitsmythen so hartnäckig halten: Wir suchen einfache Regeln für etwas, das eigentlich differenzierte und langfristige Entscheidungen braucht.

Nicht jedes Fett ist schlecht.
Protein ist nicht nur fĂĽr Bodybuilder relevant.
Nicht jede sinnvolle Prävention wird automatisch von der Krankenkasse übernommen.
Und Beschwerdefreiheit bedeutet nicht automatisch, dass keine Risikofaktoren vorhanden sind.

Gute Prävention bedeutet deshalb nicht, möglichst viel zu untersuchen, einzunehmen oder zu optimieren.

Sie bedeutet, zu erkennen, was für die eigene Gesundheit wirklich relevant ist und diesem Wichtigen Priorität zu geben, bevor daraus etwas Dringendes wird.

Denn das Dringende fordert deine Aufmerksamkeit heute.

Das Wichtige beeinflusst, wie gesund du morgen bist.

18/08/2026

Prävention bedeutet für mich, den Körper zu verstehen, bevor er laut werden muss.

ApoB, Lipoprotein(a), HOMA-IR und Vitaminstatus sind nur einige der Parameter, die uns dabei interessieren. Ergänzt werden sie durch rund 70 weitere Laborparameter sowie Informationen zu Blutdruck, Viszeralfett, Muskelmasse, Herz- und Gefäßgesundheit und Leistungsfähigkeit.

So entsteht ein differenziertes Bild davon, wie gut z.B. dein Stoffwechsel funktioniert und wo möglicherweise präventiv relevante Veränderungen beginnen.

Der entscheidende Punkt ist fĂĽr mich aber nicht die Menge der Daten.

Es ist das Zeitfenster, das diese Daten eröffnen können.

Denn je früher wir ungünstige Entwicklungen erkennen, desto größer ist häufig der Spielraum, mit gezielter Ernährung, Bewegung, Schlaf, Muskelaufbau und anderen Lebensstilfaktoren gegenzusteuern – bevor eine medikamentöse Therapie überhaupt im Vordergrund steht.

Früh erkennen. Zusammenhänge verstehen. Die richtigen Stellschrauben verändern.

Das ist Prävention, wie ich sie verstehe.

Energie als Ergebnis. Gesundheit neu gedacht.

17/08/2026

Was Mediziner privat für ihr Herz tun – und was im 10-Minuten-Termin oft nicht besprochen wird.

Wer nicht zu den Menschen gehören will, die vom Herzinfarkt überrascht werden, sollte diese fünf Dinge kennen.

ApoB – nicht nur LDL. ApoB zeigt, wie viele potenziell gefäßschädigende Partikel tatsächlich zirkulieren. Taucht im Standardlabor oft nicht auf. Wöchentlich sitzen Patienten bei mir, denen dieser Wert noch nie jemand bestimmt hat.

Schlaf wie ein Medikament. Unter sechs Stunden Schlaf ist mit erhöhtem kardiovaskulären Risiko assoziiert. Schlaf ist deshalb nicht verhandelbar – kein Lifestyle-Thema, sondern ein medizinisches.

Omega-3 täglich. Zwei bis drei Gramm EPA und DHA. Solide Datenlage, gute Verträglichkeit. Einer der wenigen Bausteine, bei denen ich selten diskutiere.

Zone-2-Training. Moderates Ausdauertraining, bei dem du noch sprechen könntest – drei bis vier Mal pro Woche. Verbessert die maximale Sauerstoffaufnahme unter Belastung, die VO2max. Einer der stärksten bekannten Prädiktoren für Langlebigkeit.

Und fünftens: ein Coronar-CT. Bildgebung der Gefäße kann zeigen, was sich aufbaut – bevor Symptome entstehen. Frühzeitig. Bevor es laut wird.

Dein Arzt kennt diese Zusammenhänge. Jetzt kennst du sie auch.

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16/08/2026

Aussagen wie „Tofu killt das Testosteron" halten sich hartnäckig. Die gute Nachricht: Das stimmt so nicht.

Aktuelle Studien zeigen übereinstimmend, dass Soja und Soja-Isoflavone die Testosteron- und Östrogenspiegel beim Mann nicht verändern. Auch ältere Untersuchungen fanden keinen Effekt auf Testosteron oder SHBG.

Meine Empfehlung: Soja kann bedenkenlos in eine ausgewogene Ernährung eingebaut werden. Tofu, Tempeh oder Edamame sind sogar sehr gute pflanzliche Proteinquellen.

Echte Testosteron-Killer sind ganz andere: schlechter oder unzureichender Schlaf, zu viel Bauchfett, zu wenig Bewegung. Das sind die Hebel, die messbar etwas bewegen. Nicht der Verzicht auf Tofu.

Zum Thema Mikronährstoffe: Ein Zinkmangel kann das Testosteron drücken. Eine gezielte Supplementierung kann es dann wieder anheben. Mehr Zink bei guter Versorgung bringt aber nichts.

Vitamin D wird als Testosteronhebel oft überschätzt. In Studien bei gesunden Männern zeigte sich kein Effekt. Zink und Vitamin D sind sinnvoll, wenn ein Mangel nachgewiesen ist – nicht pauschal.

Soja ist für Männer sogar eher Vorteil als Risiko. Für Herz und Kreislauf: 25 Gramm Sojaprotein täglich können in Studien das LDL-Cholesterin um etwa 3 bis 4 Prozent senken. Für die Knochen: Isoflavone höher dosiert können den Knochenabbau moderat verlangsamen – nicht so stark wie eine Hormontherapie, aber messbar.

Zur Schilddrüse: Bei normaler Schilddrüsen- und Jodversorgung gibt es kaum Hinweise auf ungünstige Effekte. Soja kann aber die Aufnahme von L-Thyroxin verzögern. Deshalb Medikament und Soja zeitlich trennen – etwa drei bis vier Stunden Abstand.

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