11/06/2026
„Ihre Werte sind alle normal.”
Diesen Satz höre ich fast täglich. Und er stimmt ja auch — technisch gesehen.
Aber „normal” heißt nur: Dein Wert liegt im mittleren 95-%-Bereich einer Vergleichsgruppe. Nicht mehr. Referenzwerte wurden nie entwickelt, um Gesundheit zu beschreiben — sondern um Häufigkeit abzubilden.
Drei Beispiele, die den Unterschied zeigen:
Ferritin 22 µg/l — im Labor grün markiert. Im Körper oft schon erschöpfte Eisenspeicher, die sich in Müdigkeit, Haarausfall oder schlechter Konzentration zeigen können.
Nüchternzucker 98 mg/dl — offiziell im Normbereich. Doch der Körper hält ihn dort manchmal nur, weil das Insulin längst gegensteuert — ein frühes Zeichen für Insulinresistenz, lange bevor der Zucker „kippt”.
Z.B. Vitamin B12 280 pg/ml — „normal”. Doch die aktive Form (Holo-TC) kann schon zu niedrig sein - ein funktioneller Mangel bleibt im Gesamtwert unsichtbar.
Normal beschreibt eine Population. Optimal beschreibt bestenfalls individuell einen Menschen.
Das ist der Unterschied, um den es mir in geht.
→ www.praxis-drwerner.de
Hinweis: Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschlieĂźlich der Information und stellen keine medizinische Beratung im Einzelfall dar.