22/07/2026
Um die Macht des Geldes, die Möglichkeiten von Stiftungen, Gerechtigkeit nach John Rawls, Glück und Demut ging es beim StifterCafé 2026, zu dem das DSZ mit der Caritas Stiftung Stuttgart eingeladen hatte.
„Geld verleiht Menschen die größte Macht“, führte Andrea Schildhorn, DSZ Stuttgart, mit einem Zitat des Dichters Euripides in das Thema ein. Geld könne, in eine Stiftung eingebracht, aber auch Wohnraum schaffen, Jugendlichen Chancen eröffnen und Menschen ein würdevolles Leben im Alter ermöglichen, ergänzte Oliver Hans, Caritas Stiftung.
Das frühere Daimler-Vorstandsmitglied und heutige Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Stuttgart, Wilfried Porth, und der Vorsitzende der Geschäftsführung des DSZ, Matthias Schmolz diskutierten anschließend unter Moderation von Kimsy von Reischach.
Braucht es mehr Stiftungen oder mehr Staat?
„Wir befinden uns in einer tiefen Strukturkrise. Wir brauchen mehr Mut zur Zukunft“, sagte Porth. Das Problem sei, dass viele Menschen dem Staat nicht mehr zutrauten, öffentliche Mittel richtig einzusetzen. Stiftungen könnten helfen, Zukunft zu gestalten, vor allem dann, wenn sie über kontinuierliche Geldzuflüsse von Unternehmen verfügten oder als Verbrauchsstiftungen angelegt seien. „Wir haben zu viel totes Kapital“, so Porth.
👉 Ungleichheit sei weniger ein ökonomisches als ein Problem des gesellschaftlichen Zusammenhalts, betonte Schmolz. Auf große Resonanz stießen seine Erläuterungen zum Rawls’schen Differenzprinzip: Gerechtigkeit sei nicht dann erreicht, wenn alle gleich große Stücke eines Kuchens erhalten, sondern wenn das kleinste Stück größer ist als in einer anderen denkbaren Verteilung.
Pauschale Kritik an Ewigkeitsstiftungen wies Schmolz zurück. Wir könnten heute nicht alle Probleme unserer Zeit lösen. Deshalb sei es wichtig, dass Stiftungen auch in 30 Jahren noch da seien. Stiftungen müssten aber ambitionierter werden, dazu gehöre auch ein aktives Vermögensmanagement, um mit dem Kapital mehr Wirkung zu erzielen.
Beide Gesprächspartner warben für mehr Engagement und sprachen über Glück, Verantwortung und die Motivation, sich gesellschaftlich zu engagieren.