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Willst du deine beste Mitarbeiterin wirklich verlieren – nur, weil du die Wechseljahre psychologisierst?Sie kennt das Un...
04/08/2026

Willst du deine beste Mitarbeiterin wirklich verlieren – nur, weil du die Wechseljahre psychologisierst?

Sie kennt das Unternehmen.
Sie trägt Verantwortung.
Sie hält Teams zusammen.
Sie löst Probleme, bevor andere sie überhaupt sehen.

Und plötzlich schläft sie kaum.
Hat Hitzewallungen, Erschöpfung, Konzentrationsproblemen, Migräne & mehr.
Vielleicht meldet sich häufiger krank.
Zweifelt an sich. Kündigt am Ende gar.

Nicht, weil sie ihre Kompetenz verloren hat.
Sondern weil ihr Körper sich verändert – und ihr Arbeitsplatz so tut, als dürfe das keine Rolle spielen.

Eine DAK-Befragung unter 2.500 berufstätigen Frauen zwischen 40 und 62 Jahren zeigt: Drei von zehn fühlen sich durch die Wechseljahre im Arbeitsleben beeinträchtigt. Fast jede zweite betroffene Frau empfindet es als unangenehm, darüber mit dem Arbeitgeber zu sprechen.

In der deutschen MenoSupport-Studie mit 2.119 Teilnehmerinnen berichteten:

-> 24 % hatten ihre Arbeitszeit reduziert.
-> Fast jede Dritte war krankgeschrieben oder nahm unbezahlten Urlaub.
-> Mehr als jede Sechste hatte die Stelle gewechselt.
-> 10 % dachten über einen früheren Ruhestand nach oder hatten ihn bereits angetreten.

Das ist kein individuelles Versagen einer Frau.
Das ist Systemversagen und Unternehmensrisiko.

Unternehmen verlieren nicht nur Arbeitsstunden. Sie verlieren Erfahrung, Führungskompetenz, Beziehungen, Wissen und Mitarbeiterinnen, die oft über Jahrzehnte aufgebaut haben, was andere erst lernen müssen.

Was hilft?

Geschulte Führungskräfte.
Vertrauliche Gespräche ohne Abwertung.
Flexible Arbeitszeiten und Pausen.
Einfluss auf Rhytmus am Arbeitsplatz.
Vorübergehende Anpassungen statt Karriereknick.
Fundiertes Wissen statt peinlichem Schweigen.

Wechseljahresfreundliche Arbeitsbedingungen sind kein Wellnessprogramm.

Sie sind Fachkräftesicherung.
Sie sind Gleichstellung.
Und sie zeigen, ob ein Unternehmen Frauen nur einstellt – oder sie auch langfristig halten will.

Die Frage ist nicht, ob Wechseljahre am Arbeitsplatz stattfinden. Die Frage ist, wie teuer das Wegsehen für dein Unternehmen wird.

Quellen: DAK-Gesundheit; MenoSupport-Studie der HWR Berlin; CIPD.

Ich habe tatsächlich einmal fast zwei Stunden am Meer gestanden.Die Wellen rollten mit solcher Kraft an Land, dass sie m...
02/08/2026

Ich habe tatsächlich einmal fast zwei Stunden am Meer gestanden.

Die Wellen rollten mit solcher Kraft an Land, dass sie mich immer wieder überspülten.
Manchmal war es schwer, überhaupt stehen zu bleiben.

Das Wasser zog an meinen Beinen.
Der Wind drückte gegen meinen Körper.
Steine wurden mitgerissen, zurückgezogen, neu verteilt.

Eine Urgewalt.

Am Anfang versuchte ich, dagegenzuhalten.
Fest zu stehen. Mich nicht bewegen zu lassen.

So, wie ich es lange mit vielem in meinem Leben gemacht hatte.

Ich hielt aus.
Spannte mich an.
Stemmtе mich gegen das, was ohnehin da war.

Bis ich irgendwann müde wurde.

Und dann geschah etwas.

Ich begann, den Rhythmus
der Wellen wahrzunehmen.
Wann sie kamen.
Wann sie sich zurückzogen.
Wann mein Körper nachgeben musste und wann er wieder Halt fand.

Ich hörte auf, gegen das Meer zu kämpfen.

Ich ging mit.

Nicht, weil die Wellen weniger kraftvoll wurden.
Nicht, weil der Wind nachließ.
Sondern weil mein Körper aufhörte, jede Bewegung als Angriff zu beantworten.

Ich wurde weicher, ohne den Halt zu verlieren.

Und plötzlich konnte ich dort stehen.

Mitten in dieser Kraft.
Mitten im Lärm.
Mitten in der Bewegung.

Vielleicht ist das Urkraft.

Nicht immer noch fester zu werden.
Nicht alles auszuhalten.
Nicht jede Welle kontrollieren zu wollen.

Sondern den eigenen Rhythmus wiederzufinden.

Zu spüren, wann wir Widerstand brauchen.
Wann wir nachgeben dürfen.
Wann wir stehen bleiben.
Und wann wir uns bewegen müssen, damit wir nicht fallen.

Unser Nervensystem braucht nicht nur Ruhe.

Es braucht die Erfahrung, dass wir uns an Bewegung anpassen können.

Dass wir Kraft erleben, ohne von ihr überwältigt zu werden.

Dass wir nicht alles kontrollieren müssen, um sicher zu sein.

Ich stand dort noch lange.

Und irgendwann wusste ich:

Meine Lwbenskraft war nie verschwunden.

Ich hatte nur so lange gegen die Wellen angekämpft, dass ich sie nicht mehr spüren konnte.

Als ich meine erste Blutung bekam, war ich vorbereitet. Aber ich lernte schnell: Darüber spricht man nicht.Man zeigt es ...
01/08/2026

Als ich meine erste Blutung bekam, war ich vorbereitet.

Aber ich lernte schnell: Darüber spricht man nicht.
Man zeigt es nicht. Man funktioniert.

Die Krämpfe waren so heftig, dass ohne Schmerzmittel nichts ging. Trotzdem stand ich auf. Ging weiter. Lächelte. Versuchte, mir nichts anmerken zu lassen.

Wegen „so etwas“ machte man keine Pause.

Also hielt ich durch.

Einmal wurde mir vor Schmerzen schwarz vor Augen. Es war Sommer. Als ich wieder zu mir kam, sagte ich, ich hätte wohl zu wenig getrunken.

Das klang harmloser.

Bloß nicht sagen, dass es die Blutung war.
Bloß keine Schwäche zeigen.
Bloß nicht verletzlich sein mit etwas, das so eng mit dem weiblichen Körper verbunden war.

Ich hatte früh verstanden, was von Frauen erwartet wird: Schmerz aushalten, ohne andere damit zu belasten. Weiterarbeiten. Freundlich bleiben. Fassung bewahren.

Und irgendwann hielt ich dieses Schweigen selbst für Stärke.

Heute sehe ich es anders.

Stärke bedeutet nicht, den eigenen Körper zu übergehen. Stärke bedeutet auch, Schmerz ernst zu nehmen. Grenzen zu benennen. Hilfe einzufordern. Eine Pause zu machen, bevor der Körper sie erzwingt.

Dass Frauen Beschwerden verbergen, ist keine persönliche Eigenart. Es ist das Ergebnis einer Kultur, in der weiblicher Schmerz lange verharmlost, psychologisiert oder als normal abgetan wurde.
..Periodenschmerzen. Schmerzen beim S*x. Endometriose. Beschwerden nach einer Geburt. Schmerzen in den Wechseljahren.

Zu oft hören Frauen:
„Das gehört dazu.“
„Stell dich nicht so an.“
„Andere schaffen das doch auch.“

Doch Schmerz wird nicht kleiner, nur weil eine Frau dabei lächelt.

Sie wird nur unsichtbarer.

Und eine Gesellschaft, die Frauen erst ernst nimmt, wenn sie zusammenbrechen, hat kein individuelles Belastbarkeitsproblem.

Sie hat ein strukturelles Problem.

Ich habe heute am die Rede von Navid Kermani gehört.Ehrlich gesagt interessiert mich das Militär nicht besonders. Das is...
31/07/2026

Ich habe heute am die Rede von Navid Kermani gehört.

Ehrlich gesagt interessiert mich das Militär nicht besonders. Das ist nicht meine Welt. Aber ich habe zugehört — weil Kermani nicht nur über Soldaten gesprochen hat. Er hat über Widerstand gesprochen. Über das Nein als moralische Haltung. Über Befehlsverweigerung als Akt der Würde.

Und dann saß ich da und dachte: Wann haben wir das zuletzt für Frauen gedacht?

Dass ihr Nein Schutz verdient.
Dass Schweigen kein Einverständnis ist.
Dass Würde nicht erst dann gilt,
wenn jemand sie sich verdient hat.

Wir sprechen viel darüber, dass Frauen lernen müssen, Grenzen zu setzen. Am besten aber dann ruhig und freundlich. Ohne Härte und ohne den anderen zu verletzen.

Für die jahrelange Wut ist da kein Raum.

Aber niemand fragt, warum dieses Nein oftmals so teuer erscheint Und deswegen unausgesprochen bleibt. Obwohl so wichtig.

Im Kreißsaal. In der Praxis. Am Arbeitsplatz. In der Partnerschaft. Frauen rechnen jeden Tag durch, was ihr Widerspruch kosten könnte. Nicht weil sie nicht wissen, was richtig ist. Sondern weil die Strukturen rund um sie herum Anpassung belohnen und Widerstand bestrafen.

Kermani hat gesagt: Dieser Tag lehrt Sie, Nein zu sagen.

Ich frage mich, wer das Frauen lehrt. Und noch mehr: Wer ihnen den Rücken dafür stärkt.

Denn ein Nein braucht keine bessere Redetechnik Technik. Es braucht ein System, das es aushält.

Sie saß innerlich zitternd auf meinem Sofa und erzählte..„Ich weiß noch, wie ich da lag.Mein Kind auf meiner Brust.Mein ...
30/07/2026

Sie saß innerlich zitternd auf meinem Sofa und erzählte..

„Ich weiß noch, wie ich da lag.
Mein Kind auf meiner Brust.
Mein Körper zitterte. Vor Erschöpfung.
Vor erlebten Schmerz. Trotzdem war da Freude es geschafft zu haben. Mein Kind in den Arnen zu halten.
Dann sagte jemand, ich müsse genäht werden. Der Dammschnitt sei größer als gedacht.
Ich fragte nach mehr Betäubung.
Ich sagte, dass ich alles spüre.
Ich sagte es noch einmal.

Der Arzt antwortete:

Stellen Sie sich nicht so an. Sie haben gerade ein Kind bekommen. Da werden die paar Nähte wohl auch noch zu schaffen sein.

Dann machte er weiter.

Ich presste die Zähne zusammen.
Ich versuchte, stillzuhalten.
Ich wollte mein Baby nicht erschrecken.
Ich wollte nicht als schwierig gelten.

Alle schauten auf mein Kind.
Meinten, wie süß es sei.

Niemand schaute mich an.

Später stand im Mutterpass, die Geburt sei gut verlaufen. Mutter und Kind seien gesund. Ein kleiner Dr1. Genäht.

Doch ich war nicht unversehrt.

Lange dachte ich, ich hätte mich angestellt. Dass andere Frauen mehr aushalten."

DAS ist Gewalt!

Du hattest ein Recht auf ausreichende Betäubung.
Auf Aufklärung. Auf Pausen.
Auf Zustimmung. Auf einen respektvollen Umgang mit meinem Körper.

Eine Geburt hebt diese Rechte nicht auf.

Dass Schmerzen von Frauen heruntergespielt werden, ist kein bedauerlicher Einzelfall. Es ist eingebettet in eine Medizin, die weibliche Schmerzen über Jahrzehnte zu wenig erforscht, zu spät erkannt und zu oft als Überempfindlichkeit bewertet hat.

Auch im Kreißsaal gilt:

Ein Körper darf nicht übergangen werden, nur weil er gerade geboren hat.

Eine Frau ist nach der Geburt nicht weniger schutzbedürftig. Sie ist nicht nur die Hülle um ein gesundes Baby. Sie ist ein Mensch mit Würde, Grenzen und Rechten.

Und jede Frau, die heute noch bei einer Untersuchung erstarrt, bei einer Narbe zusammenzuckt oder sich für ihren Schmerz schämt, verdient diesen Satz:

➡️ Du hast dich nicht angestellt.
Was dir passiert ist, war nicht in Ordnung!

Einige von euch wissen, dass ich Long Covid habe.Neulich beim Arzt. Ich schildere, was gerade ist. Er schaut kurz auf se...
29/07/2026

Einige von euch wissen, dass ich Long Covid habe.

Neulich beim Arzt. Ich schildere, was gerade ist. Er schaut kurz auf seinen Bildschirm, dann zu mir: „Sie könnten ja mal Metformin nehmen. Das soll jetzt auch helfen."

Kein Befund. Keine Studie konkret benannt. Kein Gespräch darüber, was das eigentlich ist, wie es wirkt, oder bei wem es sinnvoll sein könnte. Einfach: nehmen. Soll helfen.... aber unreflektiert?

Wer mich kennt, weiß: Bevor ich ein Medikament nehme, lese ich. Schaue nach. Will verstehen.

Was ich gefunden habe, ist interessant — aber auch ernüchternd.

Metformin ist kein schlechtes Medikament. Bei Typ-2-Diabetes ist es gut belegt. Bei PCOS mit metabolischen Risiken ist es sinnvoll. Es gibt plausible Mechanismen, warum es beim Altern oder auch bei Krebs / zur Krebsprävention relevant sein könnte: AMPK, mTOR, Autophagie, Entzündungsprozesse.

Aber bei Long Covid?
Bei Frauen ohne Diabetes?
Bei mir?

Die Studien dazu sind klein. Die Tierdaten sind uneinheitlich. Die große TAME-Longevity-Studie, die es an gesunden Menschen testen soll, sucht im Juli 2026 noch immer nach Finanzierung. Und die Studie, die zeigte, dass frühe Metformin-Gabe Long Covid vorbeugen kann, testete das während der akuten Infektion — nicht bei bestehendem Long Covid wie meinem.

Das sind zwar schon gute Hilfs-Ansätze. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Prävention und Behandlung. Zwischen Diabetikern und gesunden Frauen. Zwischen Tierstudie und klinischem Nachweis.

Ich bin nicht gegen Medikamente. Ich bin dafür, dass Frauen wissen, was sie nehmen. Und warum. Und was die Forschung tatsächlich sagt — nicht was das Longevity-Marketing daraus macht.

Unser Körper ist kein Versuchsfeld für Hoffnungsmedizin. Gerade nicht, wenn wir schon erschöpft sind.

Welche Erfahrungen hast du mit Metformin gemacht?

Fortbildung für Hebammen: GestationsdiabetesGDM betrifft mittlerweile einen bedeutenden Anteil aller Schwangerschaften –...
28/07/2026

Fortbildung für Hebammen: Gestationsdiabetes

GDM betrifft mittlerweile einen bedeutenden Anteil aller Schwangerschaften – und stellt alle Fachkräfte vor teils komplexe Herausforderungen. In dieser umfassender Fortbildung erhaltet Ihr nicht nur fundiertes Wissen zu Diagnostik und Therapie, sondern auch wertvolle Impulse für die individuelle Begleitung betroffener Frauen.

12 Stündige Online Life Fortbildung mit Jennifer Vagt

1. Teil 8.9.2026
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jeweils von 9:00 – 13:00 Uhr

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Sie saß mir gegenüber und sagte leise:„Ich weiß, dass etwas nicht stimmt. Aber niemand findet etwas.“Das Blutbild war un...
28/07/2026

Sie saß mir gegenüber und sagte leise:

„Ich weiß, dass etwas nicht stimmt. Aber niemand findet etwas.“

Das Blutbild war unauffällig.
Schilddrüse im Referenzbereich.
Eisen angeblich ausreichend.
Kein Wert, der ihre Erschöpfung erklärte.

Und trotzdem wachte sie morgens auf, als hätte sie die ganze Nacht gearbeitet. Geräusche waren kaum auszuhalten. Ihr Herz raste ohne erkennbaren Anlass. Vor der Periode wurde alles schlimmer: Schlaf, Stimmung, innere Unruhe, Konzentration.

Sie begann, sich selbst zu misstrauen.

„Vielleicht bin ich nur undiszipliniert.“
„Vielleicht bilde ich mir das ein.“
„Vielleicht muss ich mich mehr zusammenreißen.“

Doch ein normales Blutbild bedeutet nicht, dass alle körperlichen Prozesse ausgeglichen sind.

Einige Hormone lassen sich im Blut messen. Aber ihre Aussage hängt vom Zeitpunkt, vom Zyklustag, von Medikamenten und von der konkreten Fragestellung ab. Ein einzelner Wert bildet keine hormonelle Dynamik ab.

Auch Botenstoffe wie Serotonin, Dopamin, Noradrenalin oder GABA steuern Stimmung, Wachheit, Motivation, Reizverarbeitung und Stressreaktionen. Ihre Aktivität im Gehirn lässt sich nicht durch ein übliches Blutbild ablesen. Ein Blutwert zeigt nicht, wie empfindlich Rezeptoren reagieren, wie gut Signale verarbeitet werden oder wie lange ein Nervensystem bereits unter hoher Belastung arbeitet.

Referenzbereiche beantworten eine begrenzte Frage:

Liegt dieser gemessene Wert innerhalb eines statistisch festgelegten Bereichs?

Sie beantworten nicht automatisch:

Wie fühlt sich dieser Mensch?
Wie schläft er?
Was verändert sich im Zyklus?
Wie hoch ist die tägliche Belastung?
Welche Symptome treten gemeinsam auf?
Was hat sich im Vergleich zu früher verändert?

Ihre Beschwerden waren real.
Nicht, weil jeder Wert auffällig sein muss.
Sondern weil der Körper mehr ist als eine Tabelle.

Gute Diagnostik bedeutet nicht nur Laborwerte. Sie verbindet Befunde mit Symptomen, Zyklus, Lebensphase, Medikamenten, Ernährung, Schlaf, Stressbelastung und Krankengeschichte.

Eine Frau, die sagt, dass sie sich nicht gut fühlt, braucht keine vorschnelle Entwarnung.

Sie braucht jemanden, der genauer hinschaut.

Ich werde oft gefragt, warum ich ein „klassisches Rollenbild“ befürworte. Dabei geht es mir nicht um ein bestimmtes Roll...
27/07/2026

Ich werde oft gefragt, warum ich ein „klassisches Rollenbild“ befürworte. Dabei geht es mir nicht um ein bestimmtes Rollenbild.

Es geht um echte Wahlmöglichkeiten!

Für Frauen. Für Männer.
Für Partnerinnen und Partner.
Für Familien in unterschiedlichen Lebensformen.

Einige Menschen möchten wenige Monate nach der Geburt wieder arbeiten. Sie vermissen ihren Beruf, ihre Aufgaben, ihre Eigenständigkeit.

Andere möchten länger zu Hause bleiben. Sie wünschen sich Zeit für Heilung, Bindung, Stillen, Schlafmangel und das Ankommen als Familie.

Oder möchten eben beides.

Doch oft ist die Entscheidung nicht wirklich frei.

Wer früh wieder arbeiten möchte, findet nicht immer einen passenden Betreuungsplatz. Arbeitszeiten und Betreuung passen schlecht zusammen. Eltern werden im Beruf teils als weniger flexibel wahrgenommen. Karrierewege werden langsamer. Beförderungen bleiben aus.

Wer länger zu Hause bleiben möchte, kann sich das finanziell oft nicht leisten. Nach neun oder zwölf Monaten wird der Wiedereinstieg zur wirtschaftlichen Notwendigkeit – unabhängig davon, ob sich die Familie bereit fühlt.

Hinzu kommt die Mehrfachbelastung aus Erwerbsarbeit, Care-Arbeit und Beziehungsarbeit.

Diese Arbeit ist weiterhin häufig ungleich verteilt. Meist zulasten von Frauen. Gleichzeitig erleben auch Männer und andere Partnerpersonen Erwartungen, die ihre Wahl einschränken: Hauptverdiener sein, schnell wieder voll arbeiten, Sorgearbeit nur „mitübernehmen“.

Eine moderne Familienpolitik sollte keine neue Norm vorgeben.

Nicht alle Eltern müssen früh zurück in den Beruf.
Nicht eine Person sollte selbstverständlich zu Hause bleiben.

Familien brauchen Bedingungen, unter denen sie passend zu ihrer Lebenssituation entscheiden können:

- gute und bezahlbare Betreuung,
- existenzsichernde Familienleistungen,
- flexible Arbeitsmodelle, ohne Karriereverlust,
- gerechtere Verteilung von Sorgearbeit
und berufliche Chancen für Eltern.

Das Problem ist nicht die Entscheidung einer Familie.
Das Problem entsteht dort, wo finanzielle Zwänge, fehlende Betreuung und berufliche Nachteile die Entscheidung bereits vorgeben.

Sie saß mir gegenüber und erzählte von Schlafproblemen, Herzklopfen, innerer Unruhe und dem Gefühl, sich selbst nicht me...
27/07/2026

Sie saß mir gegenüber und erzählte von Schlafproblemen, Herzklopfen, innerer Unruhe und dem Gefühl, sich selbst nicht mehr zu erkennen.

Wir sprachen über die Perimenopause.

Über schwankende Hormone.
Über Östrogen, das weit mehr beeinflusst als Zyklus und Schleimhäute. Es wirkt unter anderem auf Gefäße, Fettstoffwechsel und Herz-Kreislauf-System.

Als ich sagte:

„Östrogen hat auch eine schützende Funktion für dein Herz.“

begann sie zu weinen.

Erst leise. Dann so, wie Menschen weinen, die lange funktioniert haben.

„Und was schützt eigentlich mein Herz?“, fragte sie.

Plötzlich ging es nicht mehr nur um Hormone.

Es ging um die Jahre, in denen sie getragen hatte. Kinder. Termine. Sorgen. Beziehungen. Haushalt. Erwerbsarbeit. Die Bedürfnisse aller anderen.

Sie hatte organisiert, getröstet, vorausgedacht, verzichtet und zusammengehalten.

Nun waren die Kinder groß.

Von außen entstand wieder mehr Freiheit.
In ihr entstand zuerst Leere.

Wer bin ich, wenn mich niemand mehr ständig braucht?
Was möchte ich, wenn ich nicht mehr nur reagiere?
Was macht mir Freude?
Was erfüllt mich?
Was gehört wirklich zu mir?

Die Wechseljahre verändern den Körper. Doch sie bringen oft auch eine tiefere Frage an die Oberfläche:

Wie möchte ich die kommenden Jahre leben?

Frauencoaching bedeutet für mich deshalb mehr als Symptome zu erklären.

Es bedeutet, medizinisches Wissen einzuordnen. Beschwerden ernst zu nehmen. Risiken und Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen.

Und Raum zu geben für das, was sich darunter zeigt.

Für Trauer über verlorene Jahre.
Für Wut über unsichtbare Care-Arbeit.
Für die Unsicherheit eines neuen Lebensabschnitts.
Und für die langsame Rückkehr zu sich selbst.

Am Ende sagte sie:

„Ich weiß noch nicht, wer ich jetzt bin. Aber ich möchte es herausfinden.“

Vielleicht beginnt genau dort etwas Neues.

Nicht mit einer besseren Version von ihr.

Mit ihr selbst.

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Plöner Str. 28
Eutin
23701

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