20/06/2026
Wenn von einer Hysterektomie gesprochen wird, liegt der Fokus meist auf dem medizinischen Eingriff und der körperlichen Genesung.
Und das ist wichtig.
Doch die Entfernung der Gebärmutter kann weit mehr berühren als ein Organ.
Für manche ist sie mit Erleichterung verbunden. Für andere mit Trauer, Angst, Wut, Unsicherheit oder einem Gefühl von Verlust. Oft existieren sogar mehrere dieser Gefühle gleichzeitig.
Vielleicht bedeutet die Operation Abschied vom Kinderwunsch.
Vielleicht stellt sie bisherige Vorstellungen von Weiblichkeit oder Identität infrage.
Vielleicht verändert sie das Erleben von S*xualität.
Vielleicht geht ihr eine Diagnose voraus, die das Leben plötzlich in ein Davor und Danach teilt.
Hinzu kommt, dass eine Operation nicht nur auf körperlicher Ebene stattfindet.
Für das Nervensystem ist sie ein tiefgreifendes Ereignis. Der Körper wird berührt, untersucht, behandelt und operiert. Körpergrenzen werden überschritten – auch dann, wenn dies notwendig, gewollt und medizinisch sinnvoll ist.
Manche Menschen erleben danach eine Distanz zu ihrem Becken. Der Bereich fühlt sich fremd an, wird weniger wahrgenommen oder lässt sich schwerer spüren.
Das kann auch Einfluss auf die Rehabilitation haben.
Nicht, weil der Beckenboden „nicht mitmacht“.
Nicht, weil Übungen falsch ausgeführt werden.
Sondern weil Verbindung, Wahrnehmung und Sicherheit die Grundlage dafür sind, einen Körperbereich überhaupt bewusst anzusteuern.
Deshalb sollten Genesung und Rekonvaleszenz auf mehreren Ebenen gefördert werden. ❤️
Sie braucht Raum für die Erfahrungen, die der Körper gemacht hat.
Für die Gefühle, die mitgetragen werden.
Und für die behutsame Rückkehr in die Beziehung zum eigenen Körper.
Denn manchmal beginnt Regeneration dort, wo der Mensch hinter der Diagnose wieder sichtbar werden darf.