22/08/2026
Ich habe gestern nach einer intensiven arbeitsreichen Woche als letzten Termin den Abschluss einer Trauergruppe geplant gehabt. Es war eine Gruppe, die ich ein Jahr lang begleitet hatte. Sie waren mir sehr ans Herz gewachsen. Ich war ja selbst oft sehr traurig in dem Jahr. Es war oft für mich eine Gratwanderung gewesen, sie zu begleiten, und ich bin offen damit umgegangen. Sie wussten, dass ich auch in Trauer und alleinstehend war.
Wir standen dann gestern Abend vor dem Ev. Beratungszentrum am weißen Stein und sahen einen großen Aushang, dass die Schließanlage kaputt sei. Leider hatte niemand uns Bescheid gesagt. Es wurde dann ein sehr vergnügter, lockerer letzter Abend im Eiscafe am weißen Stein, sehr liebevoll und improvisiert gestaltet. Manchmal ist es genau das Unvorhersehbare, das zu schönen, neuen Ergebnissen führt....
Ich habe mich bei allen bedankt, dass ich sie ein Jahr begleiten durfte und wir haben noch einmal eine Schlussrunde gemacht, wo stehen Sie mit Ihrer Trauer jetzt? Bei manchen ist es deutlich erträglicher geworden, ein Witwer hatte gerade den 1. Todestag seiner Frau hinter sich und eine deutliche Jahrestagsreaktion. Und wie so oft fragte mich die Gruppe, und Sie? Wie geht es Ihnen? Ich sagte lächelnd, mir geht es gut. Ich bin dankbar.
Wir saßen länger noch in dem Café, die heiße Schokolade schmeckte gut, die Atmosphäre war liebevoll, gelöst und herzlich.