Sandra Reinheimer - Follow your InnerVoice

Sandra Reinheimer - Follow your InnerVoice Praxis für Systemische Informationsklärung®

Wenn sich dein Leben wiederholt, liegt es nicht am Thema, sondern an dem, was es erzeugt.

Ich arbeite nicht an Symptomen, sondern an den Ursachen. Deutschland & Mallorca · vor Ort & online Sandra Reinheimer - Praxis für systemisches Coaching & Beratung - Akademie für Selbstklärung und systemisches Bewusstsein
Deutschland - Mallorca

Selbstklärung - Beziehung - Herkunft - Beruf - Körper - Neuausrichtung

Ich begleite Einzelpersonen, Paare und Gruppen in persönlichen und beruflichen Umbruchphasen, bei Beziehungsthemen, familiären Prägungen sowie in Phasen innerer Unruhe und chronischer Belastung. Meine Arbeit verbindet systemische Prozessbegleitung, hypnosystemische Ansätze und exklusive Intensivformate - in Präsenz, online oder telefonisch. Termin für ein unverbindliches Erstgespräch:

https://sandrareinheimer.com/kontakt-systemisches-coaching/

Jetzt brauche ich euch, ihr Single- Männer hier auf Follow… und all die anderen hier auf fb verstreuten gleich dazu 😅🙏🏻G...
23/08/2026

Jetzt brauche ich euch, ihr Single- Männer hier auf Follow… und all die anderen hier auf fb verstreuten gleich dazu 😅🙏🏻

Gestern habe ich BEZIEHUNGSWEISEN – Systemisches Dating für Singles geöffnet. Was dahintersteckt und warum ich dieses Format geschaffen habe, habe ich hier im letzten Beitrag bereits sehr ausführlich beschrieben, das wiederhole ich nun nicht noch einmal.

Nur so viel: seit heute Morgen schießen die Anfragen nach oben. Die ersten echt tollen Vorstellungen stehen in der Gruppe, die ersten Kontakte entstehen, es wird geschrieben, gefragt, reagiert, und ich bin wirklich begeistert davon, welche Menschen dort gerade zusammenkommen.

Und besonders freue ich mich über die Männer, die auch bereits da sind.

Männer, die nicht nur „Moin“ schreiben und anschließend darauf warten, dass eine Frau den Rest der Kontaktaufnahme übernimmt. 😉

Sondern Männer, die etwas von sich erzählen. Die neugierig sind. Die etwas zu sagen haben. Die sich zeigen. Und bei deren Vorstellung eine Frau tatsächlich einen Gedanken haben kann, der über „49, Oberhausen“ hinausgeht.

Genau so hatte ich mir das vorgestellt 😉

Jetzt gibt es allerdings ein kleines mathematisches Problem:

Die Frauen werden gerade deutlich schneller mehr als die Männer. 😅

Und eine Dating-Community kann systemisch noch so gut gedacht, fachlich begleitet und wunderbar moderiert sein:

Wenn am Ende 247 Frauen auf zwölf Männer gucken, haben wir zwar ein ausgesprochen interessantes Feld, aber möglicherweise ein logistisches Problem. 😉

Deshalb geht dieser Aufruf heute ganz ausdrücklich an die Single-Männer unter meinen inzwischen rund 28.000 Leserinnen und Lesern hier auf Follow:

Schaut euch BEZIEHUNGSWEISEN bitte an.

Lest die Gruppenbeschreibung.

Wenn ihr beim Lesen denkt: das könnte jetzt echt tatsächlich etwas für mich sein, weil mir Tinder & Co auf den Zwirn geht, dann kommt rein.

Beantwortet bitte die drei Aufnahmefragen (ja, wirklich alle drei!)😉 – und dann seid dabei.

Denn auch das gehört zur Wahrheit der ersten Stunden: wir könnten inzwischen weit über 300 Mitglieder sein.

Sind wir aber nicht.

Weil wir bereits unzählige Beitrittsanfragen abgelehnt haben, weil die drei Aufnahmefragen schlicht nicht beantwortet wurden.

Und da bleiben wir auch konsequent. Wer ein Format betritt, das ganz bewusst anders funktionieren soll als das, worüber sich auf Datingplattformen so viele Menschen beklagen, aufregen, genervt sind und schlussendlich keine Lust mehr haben, darf bereits beim Eintritt drei Fragen lesen und beantworten.

Das ist keine Schikane. Das ist der erste Kontakt mit dem Konzept.

Und jetzt brauche ich noch eine zweite Gruppe von Menschen hier:

Euch Frauen. Euch Vergebenen. Euch Verheirateten. Euch allen hier auf Follow, die selbst überhaupt keinen Partner suchen.

Ihr kennt doch Männer.

Und ich wette, während ihr das hier lest, hat die eine oder der andere längst einen ganz bestimmten im Kopf.

Den Freund, bei dem ihr seit drei Jahren denkt: Warum ist dieser tolle Mann eigentlich immer noch Single?

Den Kollegen, der wirklich gern wieder eine Partnerin hätte.

Den Bruder.

Den Nachbarn.

Den Kumpel.

Den Mann, der Tinder inzwischen zum fünften Mal gelöscht hat und trotzdem gern eine Frau kennenlernen würde.

Oder einfach diesen einen, bei dem ihr spontan denkt: DU. Genau du solltest dir das einmal anschauen.

Dann macht heute bitte etwas ganz Einfaches:

Schickt ihm diesen Beitrag. Oder schickt ihm den Link zur Gruppe.

https://www.facebook.com/share/g/1JVFGEtrKy/?mibextid=wwXIfr

Mehr müsst ihr gar nicht tun.

Er darf selbst lesen und selbst entscheiden.

Ich habe über viele Jahre hier auf Follow eine riesige Community entstehen sehen. Und heute bitte ich euch tatsächlich einmal ganz ausdrücklich um eure Unterstützung für dieses Projekt:

Helft mir, dieses Feld mit den richtigen Menschen zu füllen.

Nicht mit möglichst vielen.

Mit Männern und Frauen, die tatsächlich Lust haben, jemanden kennenzulernen.

Denn das schönste Datingformat der Welt kann eines nicht: den passenden Menschen herbeisystemiken. 😉

Dafür muss er schon irgendwo im Feld auftauchen.

Also Männer: Kommt dazu.

Frauen natürlich weiterhin genauso. ❤️

Und Follow: schickt mir eure Single-Männer!

Darüber würde ich mich wirklich sehr freuen! 🙏🏻

Sandra

Der Link zur Gruppe:

https://www.facebook.com/share/g/1JVFGEtrKy/?mibextid=wwXIfr

So. Jetzt ist es raus 😉Aus einer Idee, sehr vielen Jahren systemischer Arbeit und einem klaren Konzept ist etwas Neues e...
22/08/2026

So. Jetzt ist es raus 😉

Aus einer Idee, sehr vielen Jahren systemischer Arbeit und einem klaren Konzept ist etwas Neues entstanden:

BEZIEHUNGSWEISEN – Systemisches Dating für Singles.

Vor knapp einer Woche habe ich hier auf meiner Facebook-Seite Sandra Reinheimer - Follow Your InnerVoice einen Beitrag veröffentlicht:

„Ich suche nichts Festes.“

Oder, wie einige von euch ihn inzwischen kennen werden: Rüdiger.

Der Text war innerhalb weniger Stunden überall. Er wurde geteilt, kommentiert, weitergeschickt und inzwischen mehr als 500.000 Mal aufgerufen.

Über 30.000 direkte Interaktionen zeigen:
Da wurde offenbar ein Nerv getroffen.

Und natürlich war Rüdiger lustig.

Aber Rüdiger war nie das eigentliche Thema.

Das eigentliche Thema war das, was sich unter diesem Beitrag gezeigt hat.

Wie viele Menschen heute daten.
Wie viele sich nach Beziehung sehnen und gleichzeitig versuchen, sich möglichst unangreifbar durch Begegnungen zu bewegen.
Wie viel Nähe gewünscht und wie viel Verbindlichkeit gleichzeitig vermieden wird.
Wie schnell Menschen austauschbar werden, wenn der nächste Kontakt nur einen Swipe entfernt ist.

Und wie oft wir glauben, das Problem sei der Datingmarkt, obwohl wir unsere eigenen Beziehungsmuster selbstverständlich mit auf diesen Markt nehmen.

Denn Tinder hat unsere Bindungsmuster nicht erfunden. Es hat ihnen nur eine verdammt effiziente Benutzeroberfläche gegeben.

Und genau an dieser Stelle beginnt meine eigentliche Arbeit.

Keine weitere Facebook-Singlegruppe. Kein noch schnelleres Swipen. Sondern ein anderer Blick darauf, wen wir suchen, wen wir finden, und warum wir eigentlich immer wieder bei ganz bestimmten Menschen landen.

Die Türen sind jetzt offen.

Wer Single ist: Komm gerne in das Feld!

Und jetzt brauche ich euch, meine Follow-Community hier! ❤️

Eine Dating-Community kann noch so gut gedacht, moderiert und begleitet sein. Am Ende lebt sie von den Menschen, die darin sind.

Von Frauen. Von Männern.
Von Unterschiedlichkeit. Und vor allem von genügend Möglichkeiten, dass sich tatsächlich zwei begegnen können, bei denen etwas passt.

Deshalb bist nicht nur DU eingeladen, wenn du Single bist.

Wenn du einen Menschen kennst, bei dem du sofort denkst: Du gehörst da rein! - dann schick ihm den Link zu dieser Gruppe.

https://www.facebook.com/share/g/1BmGaNUuxh/?mibextid=wwXIfr

Den Freund, der seit Jahren „eigentlich“ eine Beziehung sucht. Die Freundin, die zuverlässig beim nächsten emotional nicht verfügbaren Mann landet. Den Menschen, der Tinder längst gelöscht und drei Wochen später wieder installiert hat. Oder einfach jemanden, von dem du weißt: Der sucht wirklich.

Wenn jeder nur einen Menschen mitbringt, verändert sich das Feld bereits.

Den Rest schauen wir uns dann gemeinsam an. 😉

Ich bin sehr gespannt, was daraus entsteht.

Herzlich,
Sandra ❤️

https://www.facebook.com/share/g/1BmGaNUuxh/?mibextid=wwXIfr

Wer Systemik verstanden hat, kann „Männerbashing“ und „Frauenbashing“ fachlich gar nicht betreiben. Weil Systemik ja ger...
20/08/2026

Wer Systemik verstanden hat, kann „Männerbashing“ und „Frauenbashing“ fachlich gar nicht betreiben.

Weil Systemik ja gerade nicht fragt:

„Wer ist hier jetzt der Böse?“, sondern:

„Welche Wechselwirkung stabilisiert welches Muster, welche Position nimmt wer ein, und was verändert sich, wenn einer seinen Platz verändert?

Und ich möchte dabei sogar noch einen Schritt weitergehen:

Meine Texte an Frauen sind nicht deshalb „gegen Männer“, weil ich Frauen auffordere, ihren Anteil, ihre Position und ihre Entscheidungsmacht anzuschauen.

Eigentlich ist das Gegenteil der Fall.

Ich mache Männer ja gerade nicht zum „allmächtigen Verursacher weiblichen Unglücks“.

Ich hole die Handlungsmacht zur Frau zurück.

Deshalb heute mal das Wort an alle Leserinnen und Leser hier auf Follow…

„Warum meine Texte über Männer niemals Männerbashing sein können“

Denn ich glaube, nach Rüdiger und Martin sollten wir darüber tatsächlich einmal sprechen 😉

Denn sobald ich hier einen Text über Beziehungen schreibe, in dem ein Mann beispielsweise fremdgeht, Verantwortung verweigert, sich nicht positioniert, Nähe erzeugt und anschließend die Verantwortung dafür ablehnt oder eine Frau jahrelang in einer Beziehungsordnung verharrt, die ihr nicht guttut, dauert es meistens gar nicht besonders lange.

Dann kommt irgendwann - durch die Blume oder offen kommuniziert:

„Männerbashing.“

Und ich denke jedes Mal:

Nein. Systemik.

Und zwischen genau diesen beiden Dingen liegt ein riesiger Unterschied, über den wir dringend mal sprechen sollten, damit meine Seite und meine Arbeit hier nicht missverstanden werden:

Männerbashing würde bedeuten:

Der Mann ist das Problem.
Er ist schuld.
Er muss anders werden.
Wenn er endlich anders wäre, könnte es der Frau gut gehen.

Das wäre nicht nur ziemlich platt.
Es wäre auch zutiefst unsystemisch.

Denn Systemik interessiert sich nicht dafür, einen Schuldigen auf die Anklagebank zu setzen.

Systemik schaut auf Beziehungsordnungen (!).

Auf Wechselwirkungen.
Auf Rollen.
Auf Erwartungen.
Auf Reaktionen.

Auf das, was einer TUT, und darauf, was der andere daraufhin TUT.

Und darauf, wie genau daraus irgendwann etwas entsteht, das beide möglicherweise seit Jahren „unsere Beziehung“ nennen.

Deshalb schreibe ich hier auch nicht:

„Liebe Frauen, findet endlich bessere Männer.“

Ich schreibe, immer und immer wieder:

„Schaut auf euren Platz!“

Das ist etwas völlig anderes.

Denn natürlich kann ich feststellen, dass ein Mann lügt. Ich kann feststellen, dass er sich nicht positioniert. Ich kann feststellen, dass er Verantwortung vermeidet.

Ich kann feststellen, dass sein Verhalten für eine Frau verletzend, respektlos oder schlicht nicht kompatibel mit ihrer Vorstellung von Beziehung ist.

Systemik verlangt von mir schließlich nicht (!), beobachtbares Verhalten weichzuspülen, damit sich bloß niemand bewertet fühlt.

Aber anschließend kommt dann doch die viel interessantere Frage:

Und was macht SIE nun mit dieser Information?

Bleibt sie?
Erklärt sie?
Wartet sie?
Kontrolliert sie?
Entschuldigt sie?
Versucht sie, ihn zu überzeugen?

Versucht sie, so verständnisvoll zu werden, dass sie irgendwann sogar Dinge versteht, die sie eigentlich gar nicht mehr akzeptieren möchte?

Oder verändert sie ihren Platz?

Genau deshalb ist meine Arbeit mit Frauen übrigens auch das Gegenteil davon, Männer für alles verantwortlich zu machen.

Denn wenn ich einer Frau erzählen würde:

„Dein Leben wird besser, sobald ER sich verändert“,

würde ich ihre Handlungsfähigkeit ausgerechnet bei dem Menschen deponieren, über den sie möglicherweise überhaupt keine Verfügung hat.

Das wäre keine Ermächtigung.

Das wäre Abhängigkeit mit therapeutischem Vokabular.

Ich arbeite anders.

Ich sage:

„Vielleicht verändert er sich.
Vielleicht auch nicht.
Vielleicht versteht er dich irgendwann.
Vielleicht niemals.
Vielleicht erkennt er seinen Anteil.
Vielleicht wird er noch in zehn Jahren erzählen, du seist das Problem gewesen.

Aber keine dieser Möglichkeiten entscheidet darüber, welchen Platz DU morgen einnimmst.“

Und genau dort (!) beginnt Systemik für mich interessant zu werden.

Denn ein System verändert sich nicht erst dann, wenn endlich alle Beteiligten Einsicht zeigen.

Manchmal reicht es, wenn einer (!) aufhört, seinen bisherigen Teil zuverlässig beizutragen.

Und deshalb kann ein Text von mir sehr deutlich über männliches Verhalten sprechen und trotzdem kein Männerbashing sein.

Ich beschreibe Verhalten.

Nicht Geschlechter als Wesensdiagnose.

Ich schreibe nicht:

„Männer sind so.“

Ich schreibe:

„Wenn ein Mensch sich so verhält, schau hin, was dieses Verhalten mit dir macht, und vor allem, was DU anschließend tust.“

Und ja:

Auf Follow schreibe ich überwiegend für Frauen.

Also spreche ich Frauen an.

Ich frage nach ihrem Platz.
Nach ihren Grenzen.
Nach ihren Wiederholungen.
Nach ihren Entscheidungen.

Nach den Stellen, an denen sie möglicherweise selbst seit Jahren eine Ordnung stabilisieren, unter der sie gleichzeitig leiden.

Und manchmal ist genau das übrigens ziemlich unbequem.

Denn echte systemische Arbeit sagt einer Frau eben nicht nur:

„Der böse, böse Mann hat dir wehgetan.“

Sie fragt auch:

„Und warum stehst du noch dort?“

Nicht als Schuldfrage!

Sondern als Frage nach Handlungsmacht!

Vielleicht ist genau das der Punkt, der in diesen ewigen Bashing-Debatten komplett verloren geht:

Verantwortung und Schuld sind nicht dasselbe!

Ich kann keine Schuld daran tragen, wie ein anderer Mensch sich verhält.

Und trotzdem Verantwortung dafür übernehmen, wie lange ich mich diesem Verhalten weiterhin zur Verfügung stelle.

Das ist ein so riesiger Unterschied.

Und übrigens gilt exakt dasselbe für Männer.

Würde ich hier für 27.000 Männer schreiben, würde ich ihnen dieselben (!) Fragen (!) stellen.

Wo gibst du dich auf?
Wo versuchst du seit Jahren, eine Frau zu verändern?
Wo akzeptierst du Verhalten, das deinen eigenen Werten widerspricht?
Wo hältst du eine Dynamik am Leben, über die du dich gleichzeitig beklagst?

Wo verwechselst du Liebe mit Aushalten?

Und wo wartest du darauf, dass SIE sich verändert, damit DU endlich ein anderes Leben führen kannst?

Systemik kennt an dieser Stelle nämlich kein bevorzugtes Geschlecht.

Sie kennt Positionen (!).

Und vielleicht ist genau das die unbequemste Wahrheit:

Manchmal verändert sich dein Leben nicht deshalb nicht, weil der andere sich weigert, sich zu verändern. Sondern weil du deine eigene Position noch immer davon abhängig machst, dass er es zuerst tut.

Deshalb werde ich weiterhin über Männer schreiben.

Über Frauen übrigens auch.

Über Bindung.
Über Verantwortung.
Über Bequemlichkeit.
Über emotionale Unverfügbarkeit.
Über Anpassung.

Über Menschen, die gehen.

Und über Menschen, die viel zu lange bleiben.

Nicht, um ein Geschlecht gegen das andere aufzubringen.

Sondern weil Beziehung dort beginnt, wo zwei (!) Wirklichkeiten aufeinandertreffen.

Und Systemik erst dort interessant wird, wo wir endlich aufhören zu fragen:

„Wer von uns beiden ist schuld?“

und anfangen zu fragen:

„Was genau stellen wir hier eigentlich miteinander her, und welchen Teil davon bin ICH ab heute nicht mehr bereit mitzutragen?“

Das ist kein Männerbashing.

Das ist auch kein Frauenbashing.

Das ist der Moment, in dem Schuldzuweisung endet und Selbstverantwortung beginnt.

Sandra ❤️

PS: eines der sicher mit größten Komplimente meiner Arbeit habe ich übrigens über viele Jahre von Männern bekommen.

Vor allem von Männern, die mit ihren Frauen zu mir nach Koblenz, direkt in meine Praxis kamen.

Und ja, einige von ihnen kamen mit einer sehr speziellen Sorge, die sie mir später auch erzählt haben:

„Da sitzt jetzt eine Frau! Und am Ende halten die beiden Frauen zusammen und ich bin hier wieder mal der Arsch.“

Passiert ist etwas ganz anderes.

Denn ich war nie auf der Seite der Frau.

Ich war auch nie auf der Seite des Mannes.

Ich war auf der Seite dessen, was zwischen beiden passiert.

Und vielleicht möchte ich das genau deshalb heute einmal klarstellen hier. Denn das Wort „Männerbashing“ fällt unter meinen Texten gar nicht ständig exakt und ausdrücklich.

Aber ich bekomme seit Jahren immer wieder mal Rückmeldungen, die genau in diese Richtung gehen:

Ich sei männerfeindlich.
Ich würde gegen Männer schreiben.
Ich würde Frauen gegen Männer aufbringen.

Und jedes Mal denke ich dann:

Wie kommt man eigentlich von „Sie schreibt für Frauen“ zu „Sie schreibt gegen Männer“?

Das eine folgt aus dem anderen doch überhaupt nicht.

Für Frauen zu schreiben bedeutet nicht (!), gegen Männer zu schreiben.

Eigentlich ist schon diese gedankliche Gleichsetzung interessant. Als müsste die Stärkung der einen Seite automatisch die Abwertung der anderen bedeuten.

Als gäbe es zwischen Männern und Frauen nur ein begrenztes Kontingent an Würde, Selbstbestimmung und Handlungsmacht, und sobald Frauen mehr davon beanspruchen, müsste Männern zwangsläufig etwas weggenommen werden.

Nein.

Und es wäre bei mir auch beruflich komplett paradox.

Durch meine Praxis sind über die Jahre etliche Männer gegangen. Bis heute. Auch als Einzelklienten. Nicht nur als Partner im Paarcoaching. Und einige dieser Männer, die bereits persönlich bei mir saßen, lesen bis heute hier auf Follow mit.

Sie haben erlebt, dass ich einer Frau genauso deutlich ihren Anteil an einer Beziehungsdynamik zurückgebe wie einem Mann.

Denn das ist mein Beruf. Zumindest einer von beiden.

Ich verteile keine Geschlechterbonuskarte.

Ich schaue auf Systeme.

Und genau deshalb können Texte über Männer niemals Männerbashing oder gar der Aufruf dazu sein… sofern man verstanden hat, was Systemik eigentlich bedeutet.

Sandra

Lieber Martin! Du hast diesen Kommentar öffentlich unter mein letztes Video geschrieben. Und ich fände es fast Perlen vo...
19/08/2026

Lieber Martin!

Du hast diesen Kommentar öffentlich unter mein letztes Video geschrieben. Und ich fände es fast Perlen vor die systemischen Säue, ihn einfach dort im Kommentarfeld untergehen zu lassen.

Denn während ich ihn gelesen habe, musste ich tatsächlich lachen. Nicht über dich. Sondern weil ich für einen kurzen Moment dachte:

Martin… vielleicht hast du mir gerade besser als jede Reichweitenanalyse erklärt, warum es so verdammt sinnvoll ist, dass ich hier auf Follow für Frauen schreibe.

Und weil man Geschenke bekanntlich nicht achtlos liegen lässt, nehme ich deines jetzt einfach mal ganz weit mit nach vorne.

Schauen wir uns nun also mal an, was du da in deinem Kommentar so von dir gibst 😉

Zunächst glaube ich, hast du ein ziemlich wunderbares Anschauungsbeispiel für genau das geliefert, worüber ich in dem Video spreche.

Denn nirgendwo dort sage ich, „dass eine Frau einen Mann verändern soll“.

Im Gegenteil.

Ich spreche darüber, was geschieht, wenn SIE ihren eigenen Platz verändert.

Das ist systemisch ein erheblicher Unterschied.

Und genau hier wird dein Kommentar interessant:

Du hörst „die Frau verändert sich“ und verstehst sehr offenbar „die Frau will den Mann verändern“.

Allein diese gedankliche Übersetzung lohnt sich fast schon als kleines systemisches Fallbeispiel.
Denn bemerkenswert ist ja nicht nur, was ein Mensch hört oder liest. Bemerkenswert ist systemisch immer auch, was er aus einer Information machen muss, damit sie in sein bisheriges Weltbild passt.

Denn: warum sollte die Veränderung einer Frau automatisch eine Forderung an den Mann sein?

Und noch interessanter: warum taucht in deiner Antwort die Veränderung des Mannes überhaupt auf, obwohl sie im Ausgangsgedanken gar nicht vorkommt?

Da verändert eine Frau ihren eigenen Platz, und in deiner (!) Wirklichkeitskonstruktion steht plötzlich ER im Zentrum des Geschehens.

Deshalb gerne noch einmal für dich.
Im Video sage ich:

SIE hört auf, hinterherzulaufen.
SIE hört auf, Verhalten zu entschuldigen.
SIE hört auf, Verantwortung für zwei zu tragen.
SIE hört auf, eine Beziehungsdynamik durch ihr eigenes Verhalten permanent zu stabilisieren.

Und dann passiert doch etwas ausgesprochen Interessantes:

Das Gegenüber darf selbstverständlich (!) bleiben, wie es ist.

Nur hat es möglicherweise plötzlich keine Frau mehr neben sich, die bereit ist, unter diesen Bedingungen ebenfalls so zu bleiben, wie sie bisher war.

Und hier liegt dein systemischer Denkfehler, der in Beziehungen erstaunlich häufig vorkommt:

Man hält den bisherigen Zustand für „normal“, und erst die Person, die ihn nicht länger mitträgt, gilt plötzlich als diejenige, die Unruhe ins System bringt.

Dabei hat sie die Schieflage gar nicht erzeugt.

Sie hat lediglich aufgehört, sie auszugleichen.

Und das alles nennt man nicht „Veränderungswahn“ - um deinen verwendeten Begriff hier noch einmal explizit aufzugreifen.

Das nennt man Selbstverantwortung.

Und systemisch betrachtet ist genau das häufig der Moment, in dem es plötzlich ungemütlich wird.

Denn Menschen haben erstaunlich selten ein Problem damit, dass andere Menschen sich verändern.

Sie haben ein Problem damit, wenn diese Veränderung ihre (!) bisherige (!) Komfortzone (!) verändert.

Oder etwas weniger therapeutisch formuliert:

„Solange deine Entwicklung für mich keine Konsequenzen hat, darfst du dich selbstverständlich gerne entwickeln.“ 😉

Spannend wird persönliche Entwicklung für manche Menschen erstaunlicherweise immer genau dann, wenn sie plötzlich nicht mehr ausschließlich persönlich ist, sondern Auswirkungen auf ihren eigenen bequemen Platz bekommt.

Solange eine Frau trägt, ausgleicht, wartet, versteht, entschuldigt und verfügbar bleibt, muss sich das Gegenüber nicht verändern.

Ein hervorragendes System.

Zumindest für einen von beiden 😉

Und das ist übrigens eine der perfidesten Eigenschaften dysfunktionaler Systeme:

Sie können ausgesprochen stabil sein.

Stabilität ist nämlich systemisch keineswegs automatisch ein Qualitätsmerkmal.

Auch eine miserable Beziehungsordnung kann jahrzehntelang hervorragend funktionieren, solange jeder zuverlässig seinen vorgesehenen Teil dazu beiträgt.

Besonders hübsch finde ich deshalb deinen Satz:

„Nehmt und liebt Männer, wie sie sind. Dann ist alles gut.“

Dieser Satz funktioniert allerdings nur, wenn man einen winzigen Teil erwachsener Beziehungsgestaltung unterschlägt:

Die Frau darf ebenfalls (!) sein, wie sie ist.

Dein Satz enthält nämlich eine kleine sprachliche Raffinesse, die vermutlich gar nicht beabsichtigt war:

Der Mann darf offenbar bleiben, wie er ist.

Und die Frau soll sich so weit verändern, dass sie genau damit kein Problem mehr hat.

Das ist natürlich auch eine Form von Veränderungswunsch.

Nur interessanterweise einer, der ausschließlich an die Frau adressiert ist. 😉

Und möglicherweise ist sie irgendwann eine Frau, die dann sagt:

„Ich sehe dich.
Ich glaube dir sogar, dass du genau so sein möchtest.
Und genau so möchte ich keine Beziehung mit dir führen.“

Nein, lieber Martin.

Ein erwachsener Mensch darf einen anderen Menschen genau so sehen, wie er IST, und anschließend feststellen:

Genau SO möchte ICH keine Beziehung - mehr - mit dir führen.

Erwachsene Akzeptanz zeigt sich nämlich nicht darin, alles hinzunehmen, was man erkannt hat.

Sie zeigt sich manchmal gerade darin, einen Menschen nicht länger verändern zu wollen und aus dem, was man da sieht, die eigene Konsequenz zu ziehen.

Akzeptanz bedeutet nämlich nicht Bleibepflicht.

Liebe übrigens auch nicht.

Und jetzt wird deine Formulierung „Männer wollen sich nicht für/ mit ihrer Frau verändern“ fast unfreiwillig komisch.

Denn: Sie müssen es doch gar nicht! 😉

Das ist ja das Schöne an erwachsenen Beziehungen.

ER darf BLEIBEN.

Wie er IST!

Mit all seinen Gewohnheiten.
Seinen Entscheidungen.
Seiner Vorstellung von Beziehung.
Seiner Bereitschaft oder Nichtbereitschaft zur Entwicklung.

Und SIE darf GEHEN.

Siehst du, Martin:

Plötzlich müssen wir überhaupt keinen Mann mehr verändern.

Problem gelöst. 😉

Deine „Katzentheorie“ lasse ich dir sehr gerne.

Wobei ausgerechnet die Katze für deine Argumentation vielleicht ein etwas unglücklich gewähltes Tier ist.

Katzen sind schließlich nicht unbedingt dafür bekannt, ihre eigenen Grenzen aufzugeben, damit ihr Gegenüber sich bloß nicht mit Veränderung beschäftigen muss.

Wenn ihnen ein Platz nicht mehr entspricht, stehen sie auf.

Und suchen sich einen anderen.

Vielleicht lieben Frauen Katzen also gar nicht „abgöttisch“, wie du schreibst, weil Katzen unseren angeblichen Veränderungswahn ignorieren.

Vielleicht mögen manche Frauen sie deshalb so sehr, weil Katzen etwas ziemlich selbstverständlich beherrschen:

Sie fragen niemanden um Erlaubnis, wenn sie ihren Platz verändern.

Herzlich, Sandra

PS: Und noch ein letzter Gedanke zu deinem Satz: „Männer wollen sich nicht mit/ für ihre Frau verändern.“

Doch, lieber Martin.

Menschen verändern sich in Beziehungen permanent. Männer genauso wie Frauen.

Sie verändern Gewohnheiten, Prioritäten, Entscheidungen, manchmal sogar ganze Lebensentwürfe.

Nicht weil jemand sie dazu zwingt, sondern weil Beziehung immer auch bedeutet, dass das eigene Verhalten plötzlich Auswirkungen auf einen Menschen hat, der einem wichtig ist.

Wer jede Veränderung für einen anderen Menschen bereits als Verlust seiner selbst versteht, verteidigt möglicherweise gar nicht seine Persönlichkeit.

Vielleicht verteidigt er nur den Anspruch, Beziehung haben zu wollen, ohne sich von Beziehung tatsächlich berühren lassen zu müssen. 😉

Und bevor du jetzt glaubst, damit hätte ich mir gerade selbst widersprochen:

Es ist ein großer Unterschied, ob ein Mensch vom anderen Veränderung verlangt, oder ob Beziehung ganz selbstverständlich Veränderung in uns bewirkt.

„Ich verändere dich“ versus „Ich verändere mich in Beziehung zu dir.“

Sandra

19/08/2026

Teil 2: Was passiert denn, wenn DU deinen Platz veränderst?

Nicht er.
Nicht sein Verhalten.
Nicht seine Einsicht.
Nicht seine Bereitschaft, endlich irgendetwas zu verstehen.

DU.

Systemisch betrachtet kann eine Beziehung nämlich nicht dieselbe bleiben, wenn eine Person ihre bisherige Position verlässt.

Wenn du nicht mehr hinterhergehst.
Nicht mehr hinterhererklärst.
Nicht mehr rettest.
Nicht mehr kontrollierst.
Nicht mehr ausgleichst.
Nicht mehr dafür sorgst, dass etwas funktioniert, das ohne deinen (!) Einsatz längst zusammenbrechen würde.

Dann entziehst du dem bisherigen Beziehungssystem eine seiner wichtigsten Konstanten:

deine alte Rolle.

Und genau deshalb musst du gar nicht darauf warten, dass ER sich verändert.

Verändere DU deinen (!) Platz.

Und dann schau sehr genau hin,
was zwischen euch überhaupt noch übrig bleibt, wenn du nicht mehr die Frau bist, die das alte System am Laufen hält.

Sandra ❤️

Teil 1: https://fb.watch/J5e_QYobfO/?

18/08/2026

Teil 1: Vielleicht solltest du irgendwann einfach mal keinen Bock mehr haben auf eine Kindergartenliebe….

Auf Männer, denen du mit 40, 50 oder 60 noch erklären musst, dass Transparenz keine Kontrolle, Verbindlichkeit kein Gefängnis und Rücksichtnahme keine Freiheitsberaubung ist.

Und jetzt kommt der systemisch unangenehme Teil:

Wenn du seit Jahren dieselben Grundsätzlichkeiten erklärst und er seit Jahren dasselbe Verhalten zeigt, habt ihr kein Kommunikationsproblem.

Ihr habt ein funktionierendes System.

Er entzieht sich.
Du erklärst.

Er hält sich Hintertüren offen.
Du hoffst.

Er übernimmt keine Verantwortung.
Du übernimmst sie für zwei.

Und genau deshalb kann alles bleiben, wie es ist.

Die entscheidende Frage ist also nicht mehr:

„Wann wird dieser Mann endlich erwachsen?“

Sondern:
„Wann hörst DU auf, seine Unreife für ihn zu kompensieren?“

Denn manchmal beginnt eine erwachsene Beziehung nicht damit, dass der andere endlich etwas kapiert.

Sondern damit, dass DU deinen Platz im Kindergarten räumst.

Das vollständige Video findest du in der Follow- Community - die geschlossene und systemisch moderierte fb- Gruppe von Sandra Reinheimer - Follow Your InnerVoice.

Den Link zur Gruppe findest du hier auf der Seie oben in der Übersicht, oder du nimmst den 😉

https://www.facebook.com/share/g/1EbZvtN9C2/?mibextid=wwXIfr

Herzlich, Sandra ❤️

„Ich suche nichts Festes.“Ach.Fünf kleine Wörter, mit denen Männer auf Datingportalen inzwischen ungefähr so zuverlässig...
13/08/2026

„Ich suche nichts Festes.“

Ach.

Fünf kleine Wörter, mit denen Männer auf Datingportalen inzwischen ungefähr so zuverlässig ihre emotionale Geschäftsordnung bekannt geben wie Restaurants ihre Öffnungszeiten.

„Ich suche nichts Festes.“

Danke, Rüdiger.

Gut, dass wir das direkt geklärt haben.

Denn für einen winzigen Moment hatte ich befürchtet, du könntest zwischen deinem verschwommenen Badezimmer-Selfie, dem Foto mit Sonnenbrille im Auto und dem obligatorischen Bild auf irgendeinem Berg tatsächlich auf der Suche nach einer tragfähigen Lebensgemeinschaft sein.

Aber nein.

Rüdiger sucht nichts Festes.

Rüdiger möchte es „erst mal entspannt angehen“.

„Schauen, was passiert.“
„Ohne Erwartungen.“
„Ohne Druck.“

Und mein ganz persönlicher Favorit:

„Rüdiger möchte sich nicht festlegen.“

Als würde irgendwo bereits eine Notarin hinter dem nächsten Swipe lauern.

Dabei hat noch überhaupt niemand etwas verlangt. Keine gemeinsame Immobilie. Keine Patientenverfügung. Kein Labradoodle.
Nicht einmal einen gemeinsamen Netflix-Account.

Und plötzlich muss ein 52-jähriger Mann seine Freiheit verteidigen wie ein kleines gallisches Dorf.

Ich finde das immer wieder faszinierend.

Vor allem, weil „nichts Festes“ erstaunlich häufig mit ziemlich festen Vorstellungen einhergeht.

Er sucht nichts Festes.
Aber du solltest möglichst regelmäßig verfügbar sein.

Attraktiv.
Humorvoll.
Unkompliziert.
S*xuell aufgeschlossen.
Emotional angenehm.
Bitte keine Dramen.
Keine Forderungen.
Keine „Altlasten“.
Keine Hundefotos.

Und selbstverständlich wäre es schön, wenn du nicht gleichzeitig noch sieben andere Männer triffst. ER möchte sich schließlich nicht festlegen.

DU solltest allerdings schon exklusiv unverbindlich sein.

Eine bemerkenswerte Beziehungsform.
Maximale Freiheit bei gleichzeitig gewünschter Versorgungssicherheit.

Man(n) möchte Nähe, aber bitte ohne die Verpflichtungen, die Nähe normalerweise erzeugt. Man(n) möchte Intimität ohne Zuständigkeit. Verbindlichkeit beim anderen, ohne selbst verbindlich werden zu müssen.

Man(n) möchte Zugang, aber keinen Vertrag.

Oder etwas weniger dramatisch (bitte, gern und jederzeit, Rüdiger): All inclusive buchen und sich hinterher beschweren, wenn jemand nach der Zimmernummer fragt.

Besonders hübsch wird es übrigens, wenn Frauen dasselbe Modell anbieten.

„Perfekt“, sagt sie.
„Ich suche nämlich auch nichts Festes.“

Und plötzlich verändert sich die Großwetterlage.

Moment.

Wie genau meinst du das?
Triffst du noch andere?
Bist du morgen Abend schon verabredet?
Warum hast du meine Nachricht erst vier Stunden später beantwortet?
Wer ist eigentlich dieser Thomas unter deinem neuen Profilbild?

Ach, Rüdiger.
Jetzt wird es aber unangenehm.

Und aus Liberalismus plötzlich Innenpolitik.
Denn die theoretische Begeisterung für Freiheit hält bei manchen Menschen exakt so lange, bis der andere ebenfalls davon Gebrauch macht.

(Das ist übrigens kein ausschließlich männliches Phänomen.)

Aber auf Datingportalen begegnet einem eine besonders hübsche Variante davon:

Ich möchte frei sein. Du solltest lediglich so leben, dass meine Freiheit nicht beunruhigt wird.

Und damit wird aus „nichts Festes“ gelegentlich etwas intellektuell ausgesprochen Interessantes.

Denn häufig bedeutet „Ich suche nichts Festes“ eben nicht: ich wünsche mir wirklich eine freie Begegnung zwischen zwei autonomen Erwachsenen.

Sondern: ich möchte gern selbst bestimmen, wann Nähe beginnt, wie weit sie geht und wann sie wieder endet.

Und genau da wird es doch interessant.

Denn Unverbindlichkeit ist nicht automatisch Freiheit. Sie kann auch eine hervorragend organisierte Form von Kontrolle sein.

Wer nichts definiert, muss sich nämlich an nichts messen lassen.

Wer alles offenhält, kann später behaupten, es sei schließlich nie etwas vereinbart gewesen.

Wer keine Position bezieht, kann jederzeit die Position wechseln.

Und noch hübscher wird es, wenn Rüdiger nach sechs Wochen erklärt:

„Ich habe dir doch von Anfang an gesagt, dass ich nichts Festes suche.“

Stimmt.

Du hast allerdings zwischendurch jeden Morgen geschrieben.
Jeden Abend angerufen.
Wochenenden geplant.
Eifersüchtig reagiert.
Nähe hergestellt.
Zukunftssätze fallen lassen.

Und dich benommen wie ein Mann in einer Beziehung, solange niemand das gefährliche Wort Beziehung ausgesprochen hat.

Das ist übrigens keine Bindungsfreiheit, Rüdiger.

Das ist ein Beziehungsangebot mit eingebautem Notausgang. Und dieser Notausgang trägt selbstverständlich die Aufschrift:

„Aber wir hatten doch nie etwas Festes.“

Ein ausgesprochen praktischer Satz.

Er verwandelt rückwirkend monatelange Intimität in ein Missverständnis und Verantwortung in eine überzogene Erwartungshaltung.

Sprachlich fast brillant.
Menschlich manchmal eher übersichtlich.

Und nein: nicht jeder Mann, der nichts Festes sucht, hat ein Bindungsproblem.

Manche Männer suchen tatsächlich nichts Festes.

Großartig.

Dann sind die Verhältnisse geklärt.

Er will nichts Festes.
Du willst etwas Festes.

Keine Tragödie. Keine Herausforderung. Keine therapeutische Aufgabe.

Nur zwei unterschiedliche Bestellungen.

Und genau an dieser Stelle machen erstaunlich viele Frauen einen strategischen Fehler:

Sie hören:
„Ich suche nichts Festes.“

Und denken:
„Noch nicht.“

Nein, meine Liebe.
Streich das „noch“.

Denn dieses eine kleine Wort hat Frauen vermutlich bereits mehr Lebenszeit gekostet als die Deutsche Bahn.

Denn „noch nicht“ verwandelt eine klare Information in ein persönliches Entwicklungsprojekt.

Plötzlich muss man nur besonders sein.
Besonders entspannt.
Besonders begehrenswert.
Besonders verständnisvoll.
Besonders wenig fordernd.
Bloß keinen Druck machen.
Bloß nicht fragen, was das hier eigentlich ist.
Bloß nicht zeigen, dass man längst etwas möchte.

Und dann sitzt eine kluge erwachsene Frau drei Monate später in ihrer Küche und betreibt hermeneutische Textanalyse an einer WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt:

„Mal schauen 😉“

Meine Liebe… Bitte…. Und:

Nein!

Wir interpretieren Rüdiger nicht.
Wir nehmen ihn ernst.

Wenn ein erwachsener Mann sagt:
„Ich suche nichts Festes“,

dann ist das keine verschlüsselte Botschaft.

Kein Hilferuf seines inneren Kindes.

Kein Bindungstrauma-Escape-Room für fortgeschrittene Frauen.

Und schon gar keine Challenge an deine Weiblichkeit.

Es ist eine Information.

Eine ausgesprochen brauchbare sogar.

Denn erwachsenes Dating könnte erstaunlich einfach werden, wenn Frauen aufhörten, klare Aussagen von Männern in Rohmaterial für Hoffnung umzuwandeln.

Du bist nicht auf Tinder und Co., um aus einem unverbindlichen Mann durch besonders beeindruckende Weiblichkeit einen verbindlichen zu machen.

Du musst ihn weder überzeugen.
Noch faszinieren.
Nicht retten.
Nicht therapieren.
Nicht „in seine Bindungsfähigkeit bringen“.

Und schon gar nicht drei Monate lang Premium-Beziehung liefern, damit Rüdiger irgendwann entdeckt, dass Beziehungen eigentlich ganz schön sind.

Rüdiger ist 52.

Er kennt Beziehungen.
Er hat Google.
Er wird das Konzept bei Interesse finden.

Vielleicht ist die erwachsenste Antwort auf
„Ich suche nichts Festes“

deshalb gar nicht:
„Warum?“

Sondern:
„Alles klar. Ich schon.“

Und dann weiterwischen.

Denn Datingportale sind vieles.

Kontaktbörse.
Paarungsmarkt.
Anthropologische Feldstudie.

Und gelegentlich ein digitaler Glanzhumor männlicher Selbstbeschreibung.

Aber sie sind kein Resozialisierungsprogramm für emotional unentschlossene Männer.

Glaub einem erwachsenen Menschen doch einfach einmal, wenn er dir seine Geschäftsbedingungen ungefragt auf den Tisch legt.

Alles Gute für dich, Rüdiger! 🙋🏼‍♀️

PS: das wunderschöne (Hunde-)Photo - nur für dich. Versteht sich. Mein kleines bescheidenes Danke schön an dich, für Angelrute, mit den Jungs-Gruppenphoto auf der Alm und mehr Skibrille als Mann.

Denn Unverbindlichkeit ist nicht automatisch Freiheit. Manchmal ist sie schlicht eine asymmetrische Vertragsgestaltung.

Einer behält sämtliche Optionen.
Der andere soll möglichst wenige davon nutzen.

Einer möchte jederzeit gehen können.
Der andere soll möglichst zuverlässig da sein.

Einer möchte nichts versprechen.
Der andere sollte sich trotzdem so verhalten, als hätte er etwas versprochen.

Man könnte sagen:
Rüdiger hat die emotionale Plattformökonomie erfunden.

Er besitzt nichts.
Er verpflichtet sich zu nichts.
Aber die Infrastruktur sollte bitte jederzeit verfügbar sein.

Und natürlich darf man nichts Festes suchen.

Das ist völlig legitim!!

Erwachsene Menschen dürfen S*x wollen.
Affären.
Freundschaft plus.
Situationships.
Drei schöne Abende und danach nie wieder voneinander hören.

Das Problem beginnt doch nicht bei Unverbindlichkeit…

Es beginnt dort, wo Unverbindlichkeit ausschließlich für eine Seite gelten soll 😉

Swipe, meine Lieben 🙋🏼‍♀️
Sandra

Adresse

Kaiser-Joseph-Str. 254
Freiburg Im Breisgau
79098

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Sandra Reinheimer - Follow your InnerVoice erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Die Praxis Kontaktieren

Nachricht an Sandra Reinheimer - Follow your InnerVoice senden:

Verknüpfungen

Teilen