24/07/2026
DR. ERDAL'S GESUNDHEITSTIPPS
Was tun bei Untergewicht?
Viele Menschen haben mit Übergewicht und Adipositas zu kämpfen. Es gibt jedoch auch das Gegenteil, dass die Waage deutlich zu wenig Gewicht anzeigt. Betroffen von Untergewicht sind vor allem Kinder und Jugendliche sowie Seniorinnen und Senioren. Als Untergewichtig gilt ein BMI unter 18,5. Ab 65 Jahren steigt diese Grenze auf 22. In Deutschland liegen etwa 0,7 % Männer und 1,9 % Frauen unterhalb dieser Marke. Etwa 8% der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 16 Jahren liegen 15 % unter ihrem Normalgewicht.
Untergewicht kann zahlreiche verschiedene Ursachen haben - die Möglichkeiten reichen von einer falschen Ernährung bis hin zu Krankheiten. So ist eine zu geringe Kalorienaufnahme eine häufige Ursache. Diese kann die Folge von Appetitlosigkeit, aber auch auf übertriebene Diäten zurückzu-führen sein.
Insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen spielen Essstörungen wie Magersucht, Bulimie oder Binge-Eating (periodische Heißhungeranfälle) eine wichtige Rolle. Oftmals liegt den Störungen ein geringes Selbstwertgefühl oder ein verzerrtes Selbstbild zu Grunde.
Stress schlägt Vielen auf den Magen, häufig kommt es dadurch auch zu einer Gewichtsabnahme, da Stress das Gefühl von Hunger und Appetit beeinflusst. Auch Rauchen hat einen Einfluss auf den Appetit.
Wer normal isst und trotzdem untergewichtig ist, sollte ärztlich abklären lassen, ob er an einer Krankheit leidet, die mit einer Gewichtsabnahme einhergeht. Hier kann es sich z.B. um chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa handeln. Gelegentlich sind auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie z.B. eine Laktose- oder Fruktoseintoleranz für das Untergewicht verantwortlich, die zu einer stetigen Minderverwertung der Nahrung und damit auch zur Gewichtsabnahme führen können.
Untergewicht ist nicht per se schädlich, sondern wirkt sich erst dann negativ aus, wenn gleichzeitig eine Mangel- oder Fehlernährung vorliegt. So werden bei vielen Betroffenen, die sehr dünn sind, nicht nur die Fettreserven verbraucht, es wird auch Muskelmasse abgebaut. Das Risiko für eine spätere Osteoporose ist bei Untergewichtigen deutlich höher als bei Normalgewichtigen.
Wenn keine medizinischen Ursachen für das Untergewicht vorliegen, gilt es, das Ernährungsverhalten intensiver unter die Lupe zu nehmen. Hilfreich ist dabei ein Ernährungstagebuch, in dem alles notiert wird, was verzehrt wird.
Dabei können auch Möglichkeiten aufgezeigt werden, wo noch Kalorien ergänzt werden können - also Kalorienzählen nicht im Sinne einer Reduktionsdiät, sondern zum Mehrverzehr.