25/02/2021
Heute ein kleiner Einblick in die Bobath und Vojta Therapie
Beide Therapieformen können sowohl beim Säugling/Kind als auch beim Erwachsenen angewendet werden. Der Anwendungsbereich ist sehr vielseitig. Bei einem Säugling oder Kind können die Gründe für eine Therapie beispielsweise eine Entwicklungsstörung in der Bewegung oder Koordination, eine Fehlstellung der Hüfte (Hüftdysplasie), eine verminderte Streckfähigkeit der Wirbelsäule (z.B. bei einem Schiefhals oder Skoliose) oder verschiedenen Muskelerkrankungen sein. Bei einem Erwachsenen wird es vor allem bei neurologischen Erkrankungen angewendet.
Ein wichtiger Bestandteil in der Therapie bei Säuglingen ist das Handling. Das ist der Umgang mit dem Säugling bzw. Kind im Alltag und beinhaltet unter anderem das Hochheben, Tragen, An- und Ausziehen und förderndes Spielen. In diesen Dingen werden die Eltern angeleitet, um so ihr Kind schon mit alltäglichen Handlungen in der Entwicklung zu fördern. In der Bobath Therapie werden Bewegungsübergänge wie das Drehen, Hinsetzen, Aufstehen und Laufen durch äußere Reize wie einen Bewegungsauftrag oder das Anbieten eines Spielzeugs eingeleitet und durch unterstützende Handgriffe wird der Bewegungsablauf in seiner Kontrolle von Haltung und Bewegung gefördert.
In der Vojta Therapie geht man davon aus, dass die angeborenen menschlichen idealen Bewegungsmuster im Gehirn gespeichert sind und durch gezieltes Aktivieren von Zonen am Körper ausgelöst werden. Hierbei befindet sich der Patient in verschiedenen Grundpositionen zum Beispiel Bauchlage, Rückenlage oder Seitenlage. In diesen Positionen werden durch sanften Druck bestimmte Zonen aktiviert, wodurch ein Bewegungsmuster wie das Reflexkriechen oder dem Reflexumdrehen stimuliert wird. Alle motorischen Entwicklungen werden angesprochen (Greifen, Drehen, Krabbeln, Aufstehen, Laufen). Auch hierbei werden die Eltern Schritt für Schritt angeleitet, damit sie zuhause die Therapie fortführen können. So werden die idealen Bewegungsmuster immer wieder abgerufen und der aktivierte Zustand hält an. Die spontanen Bewegungen des Säuglings und des Kindes werden dadurch positiv beeinflusst.