19/05/2026
Lungenwurmnachweis in der Kotprobe. Atmungs- und Verdauungstrakt, wie passt das zusammen?
Angiostrongylus vasorum (auch französischer Herzwurm genannt) und Crenosoma vulpis sind die wissenschaftlichen Namen der Lungenwürmer von Hunden und Wildcaniden. Aelurostrongylus abstrusus hingegen bei Katzen und ihren wilden Verwandten. Lungenwürmer sind Nematoden (Fadenwürmer), welche in der Lunge und im Blutgefäßsystem parasitieren.
Entwicklungszyklus der Parasiten
Erwachsene Lungenwürmer leben in den Bronchien und der Luftröhre (Crenosoma vulpis) bzw. in den großen Blutgefäßen der Hundelunge, seltener sind sie auch in der rechten Herzkammer zu finden (Angiostrongylus vasorum). Weibliche Würmer setzen Eier ab die über den Blutweg in der Lunge verteilt werden. Aus ihnen schlüpfen die ersten Larven. Die Larven bohren sich durch das Lungengewebe in die Luftwege, werden "hochgehustet" und vom Tier abgeschluckt und gelangen so in den Verdauungstrakt. Die Larven verlassen den Hund mit der Ausscheidung des Kots. Die Weiterentwicklung von Lungenwurmlarven erfolgt über mehrere Abschnitte. Nachdem der infizierte Hund die Larven mit dem Kot ausgeschieden hat werden diese von, so genannten "Zwischenwirten", verschiedenen Land- und Wasserschnecken, teilweise auch Fröschen oder Nagetieren aufgenommen. Die Infektion des "Endwirts", also des neuen Hundes, erfolgt durch die Aufnahme von infizierten Schnecken, deren Schleim oder Ausscheidungen die Larve des Stadium III in sich tragen. Über den Verdauungstrakt des Hundes gelangen die Larven über die Lymphe in das venöse Blutsystem und so zur Lunge - der Kreislauf beginnt von Neuem.
Als potenziell kontaminierte Bereiche gelten insbesondere die Lebensräume von Schnecken und Fröschen. Diese halten sich überwiegend in Wassernähe auf, etwa an Pfützen, Tümpeln, Wassertrögen oder im umliegenden Gras. Eine direkte Übertragung von Hund zu Hund findet nicht statt. Allerdings kann der Kot infizierter Hunde zur Verbreitung des Lungenwurms beitragen.
Als Endemiegebiete zählen Südfrankreich, Cornwall, Wales, Dänemark, Italien, Ungarn, sowie Teile der Schweiz und Deutschlands. Der Ausbreitungstrend des Lungenwurms als “Reiseparasitose” hat sich in Deutschland fest etabliert. Besonders betroffen sind der Südwesten (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland) sowie Nordrhein-Westfalen, mit Nachweisen auch in Sachsen, Brandenburg und Bayern.
Mögliche Symptome einer Lungenwurminfektion sind geringe körperliche Belastbarkeit, Mattigkeit, Nasenausfluss und Husten, Appetitmangel, Erbrechen, Blutgerinnungsstörungen bis hin zur Atemnot oder zentralnervösen Störungen durch eine systemische Verteilung der Larven im Körper.
Wir detektieren die Lungenwurmlaven im Kot nach einem speziellen angepassten Untersuchungsverfahren.
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