18/08/2026
Die Zunge kommt doch raus, dann ist doch alles gut? Oder? Nicht unbedingt! 😏
Ein Baby kann seine Zunge herausstrecken und trotzdem eine funktionelle Einschränkung der Zungenbeweglichkeit haben. Genau hier beginnt für mich eine gute Diagnostik: Nicht nur anschauen, sondern Funktion verstehen. 💗
Denn beim kurzen Zungenband geht es nicht allein darum, wie das Zungenband aussieht, sondern darum, was die Zunge tatsächlich leisten kann.
* Wie bewegt sie sich?
* Erreicht sie den Gaumen und wie weit?
* Wie funktioniert Saugen, Schlucken und Milchtransfer?
* Wie arbeiten Lippen, Kiefer und Zunge zusammen?
* Gibt es Hinweise auf Mundatmung oder andere orofaziale Auffälligkeiten?
* Wie erlebt die Mutter das Stillen?
Und ja:
Stillen darf anstrengend sein. Aber Schmerzen, wiederkehrender Milchstau oder ein Baby, das kaum effektiv trinken kann, sollten nicht einfach als „normal“ abgetan werden. 💗
Genauso wenig sollte ein kurzer Blick unter die Zunge ausreichen, um zu sagen: „Die Zunge kommt doch raus – alles gut.“
Eine fundierte funktionelle Einschätzung braucht Zeit, Erfahrung und manchmal auch den Mut zu sagen:
„Das gehört nicht in meine Hände, ich schicke weiter.“ 💗
Genau deshalb arbeite ich interdisziplinär und pflege den Austausch mit spezialisierten Kolleg:innen und zertifizierten Zentren. Wenn eine weiterführende Diagnostik oder eine operative Vorstellung sinnvoll ist, möchte ich, dass Familien an die richtigen Ansprechpartner:innen gelangen. Denn mein Ziel ist nicht, möglichst viele Diagnosen zu stellen.
Mein Ziel ist, hinzuschauen, Zusammenhänge zu erkennen und die richtige Versorgung zu ermöglichen. 💗
Und an meine Kolleg:innen:
Ihr müsst nicht alles selbst wissen.
Wenn ihr unsicher seid, dürfen wir gemeinsam hinschauen, uns austauschen und weiterverweisen. 💗
* Du hast Fragen zur Zungenfunktion deines Kindes?
* Du bist Fachkraft und möchtest dich fachlich austauschen oder Teil unseres Netzwerks werden?
Melde dich gerne bei uns.
Denn manchmal braucht es nicht mehr als jemanden, der genauer hinschaut. 💗