22/07/2024
Kürzlich war ich auf einer Beerdigung: Der geliebte Ehemann/Vater wurde verabschiedet. Und statt eines Trauerredners ging die Ehefrau zum Rednerpult. „Viele haben uns davon abgeraten, aber wir möchten diese Trauerfeier selbst gestalten, so schwer es uns fällt. Vieles machen wir zum ersten Mal ohne ihn, aber auch vieles zum letzten Mal für ihn.“
Sie sprach über das gemeinsame Leben, wie sie sich kennenlernten, von der großen Liebe, die er für sie war und bleibt. Der Sohn erzählte die eine oder andere Episode, so, dass auch gelacht wurde. Natürlich tlw. stockend und unter Tränen.
Später sagte ich ihr, wie sehr ich es verstehe, dass sie es selbst gestalten wollte und sie betonte, wie wichtig es für sie alle war.
Ich habe schlechte Trauerredner erlebt, die sich selbst in den Vordergrund rückten und sehr gute, die der verstorbenen Person die Bühne gaben. Ich habe erlebt, wie es ist, wenn Angehörige bedauern, wenn etwas auf der Trauerfeier nicht so lief, wie sie es sich wünschten, weil ihnen davon abgeraten wurde.
Jemanden von etwas abzuraten, halte ich grundsätzlich für übergriffig. Ich kann sagen: „Ich kann mir das nicht vorstellen". Es geht aber nicht um mich und meine Einstellung, sondern einzig und allein um den verstorbenen Menschen und deren Angehörige.
Menschen, die eine Trauerfeier selbst gestalten möchten, stelle ich u.a. folgende Fragen:
🩶 Was benötigen Sie, damit Sie die Trauerfeier selbst gestalten können?
🩶 Welchen Rahmen wünschen Sie sich?
🩶 Wer oder was kann Sie in diesem Moment, auf den Sie sich emotional nicht vorbereiten können, stabilisieren und stützen?
🩶 Wer sollte/möchte etwas in welcher Form beitragen?
Schritt für Schritt kann man so zusammen! ein Konzept erarbeiten und einen Ablaufplan, der ein Gerüst bildet, das Halt gibt. Auf Wunsch unterstütze ich auch während der Trauerfeier im Hintergrund und im Nachgang. Auf alle Fälle mit ganzem Herzen. Ich bin sicher, es wird gelingen, und zwar so, wie man es sich für den geliebten verstorbenen Menschen wünscht.