07/08/2026
🚨 Fast jedes zweite Pferd soll angeblich eine ISG-Blockade haben… wirklich?
Kaum läuft ein Pferd hinten “komisch”, hat Probleme beim Angaloppieren oder entwickelt keine ausreichende Tragkraft, fällt oft sofort der Satz:
“Das ISG ist blockiert.”
Aber anatomisch betrachtet ist das gar nicht so einfach.
Das Iliosakralgelenk (ISG) gehört zu den stabilsten Gelenken des gesamten Pferdekörpers. Es verbindet die Hinterhand mit der Wirbelsäule und muss bei jeder Bewegung enorme Kräfte aufnehmen.
Deshalb besitzt es:
✔️ extrem starke Bandstrukturen
✔️ nur eine minimale physiologische Beweglichkeit
✔️ eine Bauweise, die vor allem Stabilität und nicht Beweglichkeit ermöglicht.
Echte Funktionsstörungen des ISG sind aufgrund seiner Anatomie deutlich seltener, als häufig angenommen wird. Häufig liegen die eigentlichen Ursachen in der Muskulatur, den Faszien, der Lendenwirbelsäule oder anderen Strukturen der Hinterhand.
Diese Veränderungen können das Gangbild massiv beeinflussen und den Eindruck erwecken, das ISG sei die Ursache – obwohl das eigentliche Problem ganz woanders liegt.
Genau deshalb reicht es nicht aus, pauschal zu sagen:
“Das Pferd hat eine ISG-Blockade.”
Eine gute Therapie beginnt nicht mit einer Vermutung, sondern mit einer gründlichen Untersuchung.
Denn wer nur das vermeintliche Problem behandelt, übersieht möglicherweise die wahre Ursache.
Nicht jede Auffälligkeit der Hinterhand ist automatisch eine “ISG-Blockade”. Gute Therapie beginnt dort, wo man aufhört, in Schlagwörtern zu denken – und anfängt, nach der eigentlichen Ursache zu suchen.
💬 Wie oft wurde eurem Pferd schon gesagt, dass das ISG blockiert sei?