17/08/2026
Gefühle wahrnehmen und
welchen Sinn es macht, Gefühle wahrzunehmen
Gefühle sind differenzierte Möglichkeiten, die Welt und sich selbst in immer neuen Farben wahrzunehmen. Sie gleichen Filtern, die vor die Linse einer Kamera gesteckt werden und die beim Bildmotiv ganz unterschiedliche Aspekte hervortreten lassen, die den Betrachter jeweils anders berühren und bewegen. Durch Gefühle erschließt sich die Welt immer wieder neu. Gefühle nicht fühlen zu können oder nicht fühlen zu wollen lässt die Welt farblos werden, reduziert die eigene Lebendigkeit und beschneidet die Beziehungsgestaltung zu anderen Menschen. Je deutlicher und je nuancierter Sie Ihre Gefühle wahrnehmen können, desto lebendiger fühlen Sie sich.
Wie entstehen Gefühle?
Gefühle sind ein komplexes psycho-somatisches Geschehen. Entscheidenden Einfluss hat der Körperzustand: Bei Schmerzen, Erschöpfung, Bluthochdruck und bei körperlicher Krankheit haben Sie andere Gefühle und bewerten Situationen anders als im vitalen, kraftvollen körperlichen Zustand. In einer zusammengesunkenen Körperhaltung entwickeln Sie andere Gefühle und Gedanken als beim Tanzen von Salsa. Wenn Sie schlurfen, werden Sie nach einer Weile anders fühlen und denken, als wenn Sie hüpfen.
Umgekehrt beeinflussen Gefühle das Körpererleben: Wenn Sie traurig sind, spüren Sie körperlich anders, als wenn Sie wütend sind oder glücklich sind. Und ohne den Körper wahrzunehmen, können Sie auch Gefühle und Bedürfnisse nicht wahrnehmen.
Wie Sie sich fühlen, hängt zum einen davon ab, was Sie in einer Situation denken, hoffen und erwarten, also wie Sie eine Situation bewerten. Ihr Gefühl hängt also davon ab, welche Bedeutung Sie Ihrer Wahrnehmung (Beobachtung) verleihen.
Gefühle sind weder Störfaktor noch Luxus. Sie sind ausgesprochen sinnvoll: Sie sind - wie körperliche Schmerzen - ein angeborenes Signalsystem für unser überleben denn beide informieren uns darüber, ob wir uns im „Grünen Bereich“ bewegen oder etwas verändern müssen, damit es uns besser geht.
Der Sinn von Gefühlen ist, auf Bedürfnisse aufmerksam zu machen.
Gefühle sind auch ein wichtiges Instrument zur Orientierung, denn Sie bewegen uns nicht nur innerlich, sondern sorgen dafür, dass wir uns auch äußerlich in Bewegung setzen und uns räumlich sehr differenziert verhalten: Bei Interesse bewegen wir uns auf jemanden oder etwas zu, bei Liebe bleiben wir bei jemanden oder bei etwas, bei Ekel entfernen wir uns oder sorgen dafür, das sich etwas entfernt, bei Wut stoßen wir jemanden weg, …
Der unwillkürliche körperliche (speziell der mimische) Ausdruck von Gefühlen beeinflusst und reguliert unsere Beziehungen: Je nachdem, was wir unserer Umwelt emotional signalisieren, wird sie auf uns reagieren. Bei Wut nehmen Menschen Abstand von uns; signalisieren wir Traurigkeit, reagieren sie mit Trost. Wie andere uns behandeln gestalten wir also mit.
Das innere erleben von Gefühlen ist orientierungsgebend für uns selbst. Der Ausdruck von Gefühlen ist beziehungsbeeinflussend.
Die körperliche Wahrnehmung ist der Weg, Gefühle zu spüren, die eigene Lebendigkeit zu erleben und in Kontakt zu sich selbst zu kommen.
Die Gefühlswahrnehmung setzt die Wahrnehmung des Körpers voraus.
Frage dich also hin und wieder:
- spüre ich meinen Körper?
- Spüre ich den Kontakt zwischen meinem Körper und Boden oder Stuhl?
- An welchen Körperstellen spüre ich meinen Körper? (Füße,Bauch, Rücken, Brust, Gesicht, Augen…)
- Was genau spüre ich in meinem Körper? (Wärme, Vibration, Kraft, Anspannung..)
- Wie fühlt es sich an? (weich-hart, eng-weit, starr-bewegt, warm-kalt, angespannt-entspannt…)
Ob etwas Ihnen gut tut, spüren Sie unmittelbar am Feedback Ihres Körpers:
Wenn etwas Ihnen gut tut, fühlen Sie sich körperlich eher kräftig, weit, aufgerichtet, leicht, weich, hell, stark.
Wenn etwas Ihnen nicht gut tut, fühlen Sie sich körperlich eher kraftlos, eng, bedrückt, schwer, hart, dunkel, starr, schwach, wiederstrebend.
Eine Möglichkeit, Ihr aktuelles Gefühl herauszufinden,
- ist innezuhalten, an den Auslöser zu denken
- die Aufmerksamkeit in den Bauch-/ Brustraum zu richten
- sich zu fragen: „fühle ich mich jetzt…?
- - und dabei die einzelnen Gefühlswörter der Gefühlslisten (kostenfreie PDF dazu kannst du bei mir gerne anfragen)
- - während Sie eine körperliche Resonanz zu erspüren suchen: Fühlt es sich stimmig an oder nicht? Lässt die Körperspannung nach? Gibt es ein weite-Gefühl in der Brust? Oder bleibt das Gefühlswort ohne jegliche Körperreaktion?
Wenn Sie mehrere Gefühle als stimmig erleben, spüren Sie nach: was ist das stärkste oder tiefste Gefühlswort bezüglich des aktuellen Auslösers?
***************************
Ich habe zwei Listen vorbereitet die Gefühle
unterscheiden, die wir haben, wenn unsere Bedürfnisse erfüllt, bzw. nicht erfüllt sind. Bei Interesse hinterlasse im Kommentarfeld eine Nachricht für mich und wo ich Dir die PDF senden kann (Email, Messenger, andere Möglichkeit) - diese PDF ist für Dich kostenfrei. Sofern Du weiteres Interesse hast, neugierig auf Dich und das entdecken deiner Gefühle und Bedürfnisse bist und an einem Kurs teilnehmen möchtest das Dich deinen Gefühlen und Bedürfnissen näher bringt so schaue gerne auf meine Webseite vorbei und signalisiere mir anschließend dein Interesse an diesem Kurs via Email.
Ich freue mich sehr wenn ich Dich dabei persönlich begleiten kann deine Gefühle und Bedürfnisse kennenzulernen. Hier geht es zur Kursbeschreibung:
www.massage-koerpertherapie-hannover.de/gefuehle-und-beduerfnisse-wahrnehmen-verstehen-und-leben/