25/06/2026
„Krankenhäuser entlasten, Versorgung sichern – alternative Konzepte erproben und umsetzen“. Das war die Überschrift für politische Gespräche, zu denen die Geschäftsführer der Westküstenkliniken, Dr. Martin Blümke und des Klinikums Nordfriesland, Stephan Unger, nach Berlin gefahren waren - gemeinsam mit den Landräten aus Dithmarschen und Nordfriesland, Thorben Schütt und Florian Lorenzen sowie Dr. Olaf Tauras, Staatssekretär aus dem Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein.
Im Gespräch mit Abgeordneten und Gesundheitspolitikern auf Bundesebene wiesen die Vertreter der Westküste auf die teils dramatischen Folgen für die Kliniken, die Kommunen und letztendlich die medizinische Versorgung im ländlichen Raum hin, sollte das geplante Gesetz zur Beitragssatzstabilisierung ohne Änderungen beschlossen werden. Dann müssten beide Landkreise zusammen bis zu 20 Millionen Euro zusätzlich für ihre Krankenhäuser aufbringen.
Die Geschäftsführer warben mit Rückendeckung der Landräte und aus dem Kieler Gesundheitsministerium für Alternativen. Neben Entlastungen bei bürokratischen Vorgaben, schlugen Blümke und Unger die Einführung so genannter Regionalbudgets vor.
„Wir haben seit mehr als 20 Jahren ein Regionalbudget für die Psychiatrie und können uns das auch für die so genannte Somatik vorstellen. Dadurch könnten Patienten besser behandelt werden, weil die Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus und niedergelassenem Bereich deutlich vereinfacht würde“, sagt Dr. Martin Blümke und Stephan Unger ergänzt: „Das Modell würde sich aufgrund unserer besonderen Struktur für die gesamte Westküste eignen. Ein Regionalbudget wäre ein Systemwechsel, weil es die so genannten Sektorentrennung im Gesundheitswesen überwindet, aber der Wechsel spart Geld und nützt den Patienten.“
Schleswig-Holsteins Gesundheitsstaatssekretär Dr. Tauras betont: "Wir setzen uns in Berlin für die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in Schleswig-Holstein und Verbesserungen am GKV-Stabilisierungsgesetz ein."
Die Geschäftsführer fahren mit dem Gefühl nach Hause, dass die Sorgen der Krankenhäuser und Kommunen auf Bundesebene verstanden werden und hofft, dass es noch zu Änderungen am Gesetz kommt.