18/05/2026
Da im Yoga die körperlichen Übungen oft im Vordergrund stehen, wird es von vielen Menschen als sportliche Betätigung wahrgenommen. Dabei vergessen sie, wie sehr Yoga neben der körperlichen Gesundheit auch zur geistigen beiträgt.
Nicht umsonst fällt ein Hatha-Yogakurs unter Stress-Prävention und die TeilnehmerInnen bekommen einen nicht unerheblichen Teil von der gesetzlichen Krankenkasse bezuschusst.
Heute möchte ich einen Blick darauf werfen, was es im Yoga mit dem Kopfkino, den endlosen, negativen Gedankenschleifen, Selbstzweifeln und Sorgen auf sich hat. Und auf eine stille Hoffnung, die die meisten von uns heimlich im Gepäck haben: "Yoga soll das Problem lösen."
Dieser Wunsch und Glaubenssatz begleitet uns vielleicht am stärksten ... nicht nur auf dem Weg zur Matte, sondern generell im Leben. Wir suchen das richtige Mittel, die richtige Methode, den richtigen Kurs. Etwas, das die Unbequemlichkeit wegmacht. Das die alten Muster auflöst. Das uns endlich zur Ruhe kommen lässt.
Yoga ist ein vielversprechender Ansatz, aber die Praxis wirkt anders, als wir oft denken.
Es löst nichts auf, sondern trainiert uns im Umgang mit Widerstand, Impulsivität und Automatismen. Und genau das ist, wenn man es erst einmal verstanden hat, viel wertvoller.
Wir nehmen eine Position ein, die gesundheitlich safe ist, und halten sie auch dann, wenn sie unangenehm wird. Wir atmen und beobachten, was dabei in uns aufsteigt.
Manche wollen sofort raus. Manche werden innerlich gereizt. Manche beginnen zu verhandeln: „Noch fünf Sekunden, dann höre ich auf." Und genauso reagieren wir im Leben – bei einem schwierigen Gespräch, bei finanziellem Druck, bei Unsicherheit. Die Matte zeigt nur, was schon da ist.
Im Yoga entscheiden wir uns bewusst dafür, in einer Haltung zu bleiben. Das ist keine kleine Sache. Es ist ein Training fürs tägliche Leben.
Nicht, weil die Unbequemlichkeit verschwindet, sondern weil wir lernen, mit ihr zu sein, ohne sofort wegzulaufen.
Falls dieser Impuls etwas in dir auslöst und du Yoga für dich ausprobieren möchtest, kannst du das ab kommenden Freitag (22. Mai) tun. Da beginnt ein neuer (von den KK bezuschusster) Onlinekurs für Menschen, die von zu Hause aus üben, oder aus dem Urlaub, von Geschäftsreisen und wo auch immer sie sich befinden. Wenn der Freitag nicht passt, gibt es auch Ausweichtermine an einem Montag, Dienstag oder Donnerstag.