02/03/2026
Terapia sospeso?
Mir war und ist es immer ein wichtiges Anliegen, Therapie einer möglichst breiten Bevölkerung anzubieten, insbesondere Traumatherapie. Sie sollte auch denjenigen ermöglicht werden können, die wenig finanzielle Mittel haben. Kassenplätze sind, wie allgemein bekannt ist, sehr rar, der Bedarf nach Therapie sehr groß.
Daher habe ich meine Kosten auch stets im moderaten Maß gehalten, auch wenn ich immer wieder höre, ich sollte mehr für eine Therapiestunde nehmen.
Nun gibt es zugleich Klienten, die auch gern deutlich mehr zahlen würden, und es auch tun, weil sie es sich leisten können.
Also hatte ich eine Idee, die ich nunmehr auch in die Tat umsetzen möchte.
In der neapolitanischen Kultur gibt es eine Tradition, die sich Caffé sospeso nennt, was soviel heißt wie „aufgeschobener Kaffee“. Sie hat sich mittlerweile weltweit verbreitet. Das bedeutet, man bestellt einen Kaffee und bezahlt einen weiteren, einen „aufgeschobenen“ - für Bedürftige, die sich keinen Kaffee leisten können. Wer im Regen steht und kein Geld hat, sollte dennoch in den Genuss eines Kaffees kommen können.
Da dachte ich mir: was für Kaffee geht, kann ja vielleicht auch für Therapiestunden gelten. Ja, einzelne Stunden sind wahrscheinlich nicht der Wahrheit letzter Schluss, aber können erfahrungsgemäß doch auch hilfreich sein.
Daher habe ich nunmehr ein Sparschwein aufgestellt, für den Nächsten. Klienten, die immer mal mehr bezahlen wollen, als es mein Stundensatz vorgibt, können den Überbetrag nun spenden und ich werde dieses Geld für Klienten einsetzen, die sich die Stunden bei mir finanziell nicht leisten können.
Ich frage mich: was haltet ihr von dieser Idee?
Und PS an alle Langfinger: ihr würdet das Schweinchen nicht finden, also lasst es gleich bleiben 😉.