29/07/2026
Sturzprävention - besser in Balance
Wer aktiv ist, in Bewegung bleibt und Stolperfallen beseitigt, reduziert sein Sturzrisiko enorm. Die besten Tipps und Übungen haben wir hier für Sie.
Jeder dritte über 65-Jährige stürzt mindestens einmal im Jahr – in den eigenen vier Wänden oder draußen. Die meisten kommen mit leichten Blessuren davon. Doch in einigen Fällen kann ein Sturz auch schwerwiegende Folgen haben: Knochenbrüche, etwa des Oberschenkelhalses, Platzwunden und Kopfverletzungen erhöhen das Risiko, plötzlich pflegebedürftig zu werden. Daher mindern Sie die Gefahr – mit einer Kombination aus Kraft- und Gleichgewichtstraining, Maßnahmen für ein sicheres Zuhause und medizinischer Vorsorge.
Täglich trainieren
Wer Angst hat zu fallen, bewegt sich weniger. Das ist verständlich, aber grundverkehrt. Denn wenn Sie überwiegend sitzen, verlieren Sie Muskelmasse, im Gehen werden Sie wackeliger und der Gleichgewichtssinn verkümmert. So begünstigen Sie Stürze, statt sie zu vermeiden. Deshalb ist Aktivität das A und O. Tägliche Spaziergänge an der frischen Luft kurbeln Ihren Kreislauf an und wecken Ihre Sinne. Je wacher der Geist, desto eher vermeiden Sie Missgeschicke.
Ganz gezielt an Ihrer Balance arbeiten Sie, wenn Sie regelmäßig zum Tanztreff gehen oder sich zum Tai Chi anmelden. Indem Sie Schrittfolgen und Positionen einstudieren, halten Sie sich geistig und körperlich fit. Ihre Krankenkasse kann Ihnen Sportvereine, Fitness- und Gesundheitsstudios empfehlen, die Kurse zur Sturzprävention anbieten. Wichtig ist, dass Sie am Ball bleiben und auch zu Hause trainieren. Ob Kniebeugen, Einbeinstand, Rückwärtsgehen, Treppensteigen, Armkreisen oder leichte Hanteln stemmen – schon einfache Übungen können viel bewirken. Ein Physiotherapeut zeigt Ihnen außerdem, wie Sie richtig reagieren, sollten Sie tatsächlich einmal das Gleichgewicht verlieren.
Stabilität statt Stolperfallen
Denn wie schnell ist es passiert: gestolpert, ausgerutscht oder hängengeblieben. Räumen Sie Fallstricke aus dem Weg – für mehr Sicherheit innerhalb und außerhalb Ihrer Wohnung:
Im Badezimmermüssen Bodenfliesen, Dusche und Badewanne rutschfest sein. Duschhocker und Haltegriffe bieten Ihnen stabile Stützen.
An Treppen und in langen Flurenverschaffen Ihnen Handläufe Sicherheit beim Laufen. Bewegungsmelder verhindern, dass Sie nachts im Dunkeln zur Toilette tappen müssen.
Für alle Zimmer gilt:Stolperfallen wie hochstehende Teppichkanten oder herumliegende Kabel gehören beseitigt. Achten Sie darauf, dass Ihnen weder Möbelstücke noch Blumenkübel den Weg versperren.
Balkon, Terrasse und Gartensind häufig nur über hohe Türschwellen oder Treppenstufen zu erreichen. Lassen Sie sich von Profis helfen, um solche Höhenunterschiede auszugleichen und barrierefrei zu gestalten.
Hausschuhemit fester Sohle tragen Sie sicher durch die Wohnung. Falls nötig, nehmen Sie eine Gehhilfe zur Unterstützung. Brille und Hörgerät nutzen Sie sicherheitshalber auch zu Hause.
Manche Medikamente, zum Beispiel Blutdrucksenker oder Beruhigungsmittel, können Schwindel auslösen oder müde machen. Solche Nebenwirkungen beeinträchtigen das Reaktionsvermögen und erhöhen so womöglich Ihr Sturzrisiko. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Vielleicht kann er Ihnen ein alternatives Präparat verschreiben. Auch das Team in Ihrer Vor-Ort-Apotheke berät Sie gerne.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern -leserservice.sud-verlag.de