Ökumenisches ambulantes Hospiz Korbach e.V.

Ökumenisches ambulantes Hospiz Korbach e.V. Wir kommen- wenn wir gerufen und erwünscht sind. Wir unterstützen Betroffene, Angehörige und Pflegende.

Wir möchten die Angst vor Schmerzen und Einsamkeit mindern. Wir kommen ehrenamtlich, kostenlos, unabhängig von Religion und Nationalität. Das Team des ökumenischen ambulanten Hospiz in Korbach hat es sich zur Aufgabe gemacht Betroffene, Angehörige und Pflegende zu unterstützen. Wir haben Zeit für Gespräche, zum Zuhören, Vorlesen, Beten, Schweigen,.....
Unser Angebot ist unabhängig von Glaubensübe

rzeugung und Nationalität. Wir sind kein Pflegedienst, verstehen uns jedoch als eine Ergänzung dazu. Aus diesem Grund arbeiten wir mit sozialen Diensten, Ärzteschaft, Pflegediensten und Seelsorgern zusammen. Wir sind an die Schweigepflicht gebunden, unser Dienst ist ehrenamtlich und kostenfrei. Auch bieten wir Gesprächsmöglichkeiten für trauernde Angehörige und Hinterbliebene an. Sollten Sie für Ihr Unternehmen Update-Schulungen im Palliativbereich wünschen oder Interesse an Letzte Hilfe Kursen/Letzte Hilfe Kids Kursen haben, wenden Sie sich gerne an unsere Koordinatorinnen.

Oft werde ich gefragt, was wir in der ambulanten Hospizarbeit eigentlich machen.Meine Antwort ist dann, dass wir sehr vi...
27/07/2026

Oft werde ich gefragt, was wir in der ambulanten Hospizarbeit eigentlich machen.
Meine Antwort ist dann, dass wir sehr viele Aufgaben übernehmen können.
Darum erzähle ich künftig immer wieder aus Begleitungen.
Heute von dieser:

Ein Mann, 68 Jahre alt. Verheiratet. Vater, Großvater, Ehemann. Ein Mensch mit einem gelebten Leben, voller Erinnerungen, Erfahrungen, Hoffnungen und Pläne.

Dann die Diagnose: Pankreaskarzinom.

Innerhalb weniger Wochen veränderte sich vieles. Das Leben wurde plötzlich in Arzttermine, Therapieentscheidungen und Prognosen eingeteilt. Dinge, die vorher selbstverständlich waren, wurden kostbar.
Er durfte zu Hause bleiben. Dort, wo er sich am wohlsten fühlte. Seine Ehefrau umsorgte ihn mit einer Liebe und Fürsorge, die mich tief beeindruckte. Auch medizinisch war er bestens versorgt. Das SAPV-Team begleitete ihn kompetent, Beschwerden wurden gelindert, Fragen beantwortet und Unsicherheiten aufgefangen.

Und doch gab es etwas, das weder Medikamente noch medizinische Expertise erreichen konnten.

Die Diagnose hatte ihn in eine tiefe Sinnkrise gestürzt.

Bei meinen Erstbesuch sprach nicht über körperliche Beschwerden. Es beschäftigten ihn andere Fragen:

"Warum muss mein Leben so enden?"
"Habe ich genug aus meinem Leben gemacht?"
"Was bleibt, wenn ich nicht mehr da bin?"
"Wie wird meine Frau ohne mich zurechtkommen?"

Es waren Fragen, die viele Menschen am Lebensende bewegen. Fragen, für die es keine einfachen Antworten gibt.

Eine unserer ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen begann, ihn regelmäßig zu besuchen. Sie brachte keine Lösungen mit. Kein fertiges Konzept. Keine Antworten.

Sie brachte etwas viel Wertvolleres mit:

Zeit. Aufmerksamkeit. Präsenz.

Sie hörte zu, ohne zu bewerten. Sie hielt Stille aus, wenn Worte fehlten. Sie schenkte Raum für Gedanken, die sonst oft keinen Platz finden.

Mit der Zeit entstanden Gespräche über sein Leben. Über seine Kindheit. Über seine erste große Liebe. Über den Aufbau seines Hauses. Über berufliche Erfolge, aber auch über verpasste Chancen und Fehler, die ihn bis heute beschäftigten.
Manchmal schauten beide alte Fotos an. Manchmal wurde gelacht. Manchmal flossen Tränen.
Und manchmal geschah einfach nichts anderes, als gemeinsam am Fenster zu sitzen und in den Garten zu schauen.

Nach und nach veränderte sich etwas.

Nicht die Krankheit.

Aber der Blick auf das Leben.

Eines Tages sagte er nachdenklich:

„Weißt du, eigentlich hatte ich ein gutes Leben. Ich habe gearbeitet, geliebt, gestritten, gelacht, Kinder großgezogen und Menschen gehabt, die mich liebten. Vielleicht ist das mehr, als viele Menschen von sich sagen können."

Genau darum geht es in der Hospizarbeit so oft.

Wir können das Leben nicht verlängern.

Wir können Krankheiten nicht heilen.

Aber wir können Menschen dabei unterstützen, ihren Weg bis zuletzt als ihren eigenen Weg zu erleben. Wir können helfen, Erinnerungen zu bewahren, Sorgen auszusprechen, Ängste zu teilen und wieder einen Blick auf das zu gewinnen, was das Leben wertvoll gemacht hat.

Hospizarbeit beginnt häufig dort, wo medizinische Versorgung an ihre Grenzen stößt und menschliche Begleitung besonders wichtig wird.

Für diesen Mann war die ehrenamtliche Begleitung keine zusätzliche Leistung.

Sie wurde zu einem Anker.

Zu einem Ort, an dem alles ausgesprochen werden durfte.

Zu einer Begegnung von Mensch zu Mensch.

Und genau deshalb sind unsere ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter so wertvoll.

Sie schenken etwas, das man nicht verordnen kann.

Zeit.

Zuwendung.

Menschlichkeit.

❤️ Das ist ambulante Hospizarbeit.
Da sein, wenn Fragen größer sind als Antworten.
Zuhören, wenn Sorgen Worte suchen.
Mitgehen, wenn der Weg schwer wird.
Und Menschen darin bestärken, dass ihr Leben Bedeutung hat – bis zuletzt.

Vom 29.06. bis zum 12.07. ist unsere Geschäftsstelle nur während der Sprechstunden besetzt.In dringenden Fällen und für ...
28/06/2026

Vom 29.06. bis zum 12.07. ist unsere Geschäftsstelle nur während der Sprechstunden besetzt.
In dringenden Fällen und für Begleitanfragen melden Sie sich bitte unter unserer Rufnummer 05631-5061900 und hinterlassen uns eine Nachricht, wir rufen schnellstmöglich zurück.

Oft werde ich gefragt, was wir in der ambulanten Hospizarbeit eigentlich machen. Meine Antwort ist dann, dass wir sehr v...
17/06/2026

Oft werde ich gefragt, was wir in der ambulanten Hospizarbeit eigentlich machen. Meine Antwort ist dann, dass wir sehr viele Aufgaben übernehmen können. Darum erzähle ich künftig immer wieder aus Begleitungen. Heute von dieser:

Intensivstation: Zischen der Beatmung, Piepen der Monitore – eine Umgebung ohne Raum für Abschied. Und doch wurden wir genau hier gebraucht. Ein Mann, Anfang 50, nach schwerer Hirnblutung ohne Hoffnung auf Besserung. Dass Klarheit herrschte, lag an seiner Vorsorge: Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht lagen vor. Sie gaben Familie und Team die Gewissheit, in seinem Sinne zu handeln, als die intensivmedizinischen Maßnahmen beendet wurden. Nicht, um das Sterben zu beschleunigen, sondern um dem Tod nicht länger im Weg zu stehen.
Als wir gerufen wurden, saß die Ehefrau starr am Bett, die Kinder wirkten verloren.
Mit dem Team rückten wir Apparate in den Hintergrund, schalteten Alarme stumm. Aus dem Patienten wurde wieder Ehemann und Vater.
Wir erklärten leise den medizinischen Rückzug und nahmen die Angst vor dem Ungewissen. Die Gewissheit, dass dank Palliativmedizin keine Schmerzen drohten, brachte Entlastung. Wir ermutigten die Familie, ihn zu berühren, Musik zu spielen und Abschied zu nehmen.
Als die Geräte zurückgefahren wurden, verstummte das Zischen. In die Stille erzählte die Ehefrau leise von gemeinsamen Momenten. Die Kinder legten ihre Hände auf seine Schultern.
Die sterile Station wandelte sich in einen Ort voller Intimität, Würde und Liebe.
Wir blieben im Hintergrund – als emotionaler Anker.

Er starb kurze Zeit später friedlich.

Ambulante Hospizarbeit bedeutet nicht, daheim am Bett zu sitzen. Es bedeutet, dort zu sein, wo der Abschied stattfindet. Auch im High-Tech-Umfeld, um dem Leben bis zuletzt Würde zu verleihen.
Und es zeigt, wie unschätzbar wertvoll rechtzeitige Vorsorge für die Liebsten ist.

Das ist ambulante Hospizarbeit.

Veröffentlicht mit Einverständnis der Hinterbliebenen

Oft werde ich gefragt, was wir in der ambulanten Hospizarbeit eigentlich machen.Meine Antwort ist dann, dass wir sehr vi...
11/06/2026

Oft werde ich gefragt, was wir in der ambulanten Hospizarbeit eigentlich machen.
Meine Antwort ist dann, dass wir sehr viele Aufgaben übernehmen können.
Darum erzähle ich künftig immer wieder aus Begleitungen.
Heute von dieser:

Sie war Ende fünfzig. Drei Kinder allein großgezogen, ein Leben voller Klarheit, Humor und Verantwortung. Als wir sie kennenlernten, war sie schwer krank – und gleichzeitig sortiert wie kaum jemand sonst.

Sie hatte alles vorbereitet: Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Testament, Beerdigung, Hausverkauf. Sogar eine Liste mit Passwörtern, Verträgen und Ansprechpartnern lag bereit.
Aus Fürsorge.

Ihre Kinder lebten weit verstreut. Sie kamen, so oft es ging – und wussten doch: Ihre Mutter hatte ihnen den schwersten Teil abgenommen. Nicht das Abschiednehmen. Aber das Chaos, das sonst so oft entsteht.

Eine ehrenamtliche Hospizbegleiterin war an ihrer Seite: regelmäßige Besuche, Gespräche, Stille aushalten, ein kleines Lachen zwischendurch. Sie war da, wenn Entscheidungen anstanden, wenn Struktur gebraucht wurde, wenn die Kinder Fragen hatten.

So mussten die Kinder nicht organisieren, nicht sortieren, nicht kämpfen.
Sie konnten einfach Tochter und Sohn sein.

Das ist ambulante Hospizarbeit.

Veröffentlicht mit dem Einverständnis der Hinterbliebenen.

Oft werde ich gefragt, was wir in der ambulanten Hospizarbeit eigentlich machen.Meine Antwort ist dann, dass wir sehr vi...
21/05/2026

Oft werde ich gefragt, was wir in der ambulanten Hospizarbeit eigentlich machen.
Meine Antwort ist dann, dass wir sehr viele Aufgaben übernehmen können.
Darum erzähle ich künftig immer wieder aus Begleitungen.
Heute von dieser:

Er war 48. Alleinstehend. Metastasiertes Magenkarzinom.
Er blieb bis zuletzt im Modus „Darum kümmere ich mich später.“
Wie jemand, der innerlich die Tür nicht aufmacht, obwohl längst klar ist, wer davorsteht.

Wir waren trotzdem an seiner Seite.
Regelmäßig. Verlässlich.
Er ließ das alles zu, aber nicht wirklich hinein.
Er wollte funktionieren, wollte stark bleiben, wollte „später“ darüber reden und Entscheidungen treffen.
Nur dass es dieses später irgendwann nicht mehr gab.

In einer der letzten Nächte sagte er:

„Ich hab zu lange so getan, als wäre das hier nicht echt. Jetzt kann ich das, was ich wollen würde, nicht mehr machen.“

Eine Aussage, die hängen bleibt, weil sie so menschlich ist.

Diese Begleitung zeigte uns:
Hospizarbeit heißt nicht, Menschen zu einem „guten Abschied“ zu bewegen.
Sondern ihnen Raum zu geben – auch dann, wenn sie nicht ankommen können.
Auch dann, wenn Reue bleibt.
Auch dann, wenn das Leben sich anders anfühlt, als man es sich gewünscht hätte.

Wir begleiten, ohne zu drängen.
Wir halten aus, ohne zu bewerten.
Wir bleiben da, auch wenn jemand sich selbst nicht erreicht.

Ich liebe, dass wir im Kontakt sind – wirklich im Kontakt.Erster Vorsitzender, Koordination und Teile der Hospizbegleite...
17/05/2026

Ich liebe, dass wir im Kontakt sind – wirklich im Kontakt.

Erster Vorsitzender, Koordination und Teile der Hospizbegleiter unseres Hospizdienstes haben gemeinsam am 16. Nordhessischen Hospizforum teilgenommen, und genau das zeigt, was uns ausmacht: Leadership auf Augenhöhe.
Und auch im Thema der Tagung, in der Auseinandersetzung mit Ethik am Lebensende, braucht es keine Hierarchien, sondern Haltung.
Keine Einzelstimmen, sondern Resonanzräume.
Und genau das entsteht, wenn Menschen mit unterschiedlichen Rollen, Erfahrungen und Verantwortungen sich gemeinsam an einen Tisch setzen.
Diese Form von multiprofessionellem Leadership ist für mich ein echtes Qualitätsmerkmal unseres Dienstes, strategische Perspektiven, fachliche Expertise und die gelebte Erfahrung der Ehrenamtlichen verbinden sich zu einem gemeinsamen ethischen und hospizlichem Kompass.

So entsteht Orientierung.
So entsteht Vertrauen.
So entsteht Zukunft in der hospizlichen Begleitung.

Ich bin dankbar für dieses Miteinander – und für ein Team, das zeigt, wie kraftvoll und wertschätzend Augenhöhe sein kann.

Oasennachmittag für Schönheit & Pflege – eine Fortsetzung unserer OasentageNach den berührenden Rückmeldungen zu unseren...
12/05/2026

Oasennachmittag für Schönheit & Pflege – eine Fortsetzung unserer Oasentage

Nach den berührenden Rückmeldungen zu unseren früheren Oasentagen freuen wir uns sehr, gemeinsam mit der Parfümerie Becker erneut einen geschützten Raum für Wohlbefinden, Selbstfürsorge und Stärkung anbieten zu können.

Am 27. Juni 2026 lädt die Parfümerie Becker in Kooperation mit dem Ökumenischen ambulanten Hospiz Korbach e.V. zu einem kostenfreien Workshop für Krebspatientinnen ein. Im Mittelpunkt stehen pflegende Kosmetik, Make‑up‑Techniken und ein achtsamer Nachmittag, der Körper und Seele gleichermaßen gut tun darf.

Diese Veranstaltung ist eine Nachfolgeveranstaltung unserer Oasentage und der Oasenreise, die vielen Frauen bereits Momente der Entlastung, Schönheit und Zugewandtheit geschenkt haben.
Dass wir erneut ein solches Format anbieten können, verdanken wir dem außergewöhnlichen Engagement der Parfümerie Becker und ihrer Mitarbeitenden – für uns ein Beispiel gelebter Solidarität in der Region.

DANKE an das gesamte Team der Parfümerie Becker für Herz, Zeit, Expertise und die Bereitschaft, Frauen in herausfordernden Lebenssituationen so wertschätzend zu begleiten.

👉 Anmeldung ausschließlich über das Ökumenische ambulante Hospiz Korbach e.V.
📧 [email protected]
📞 05631‑5061900
Bitte unter Angabe von Mailadresse und Telefonnummer.
Die Plätze sind auf 6 begrenzt. Bei sehr großer Nachfrage wird ein Folgetermin überlegt werden.

Wir freuen uns auf einen Nachmittag, der stärkt, verbindet und gut tut.

Sollten Sie dieses Angebot unterstützen wollen, freuen wir uns über zweckgebundene Spenden auf das Spendenkonto des
Ökumenischen ambulanten Hospiz Korbach e.V.

Oft werde ich gefragt, was wir in der ambulanten Hospizarbeit eigentlich machen.Meine Antwort ist dann, dass wir sehr vi...
29/04/2026

Oft werde ich gefragt, was wir in der ambulanten Hospizarbeit eigentlich machen.
Meine Antwort ist dann, dass wir sehr viele Aufgaben übernehmen können.
Darum erzähle ich künftig immer wieder aus Begleitungen.
Heute von dieser:

Er war erst Mitte dreißig, im Endstadium der Erkrankung und schon länger ehrenamtlich begleitet. Nun hatte er bewusst entschieden, die erhaltenden Therapien nicht weiterzuführen. Er wollte gut begleitet sterben.

Doch seine letzten Tage waren schwer. Sein Körper rang, obwohl sein Wille längst losgelassen hatte. Agonie ist ein Wort, das man erst versteht, wenn man daneben sitzt und mit-aushält.

Seine Familie hielt seine Hände, sprach leise, blieb. Wir begleiteten, gaben Halt, wo Worte nicht mehr reichten. Und mitten im Sterbekampf öffnete er noch einmal kurz die Augen – ein Blick, der sagte: Ich weiß, dass ihr da seid.

Als der Kampf nachließ, wurde der Raum leichter. Sein Gesicht weich. Sein Abschied still.

Er wollte gut begleitet sterben. Das haben wir ermöglicht.
Ein „gutes“ Sterben war es, in unserem Gefühl, nicht.
Trotzdem kam vor kurzem die Rückmeldung der Familie, dass es gut war wie es war, weil sie nicht alleine waren.

Das ist ambulante Hospizarbeit.

Veröffentlicht mit dem Einverständnis der Hinterbliebenen

Da es so viele Nachfragen gibt…Manchmal braucht ein Herzensprojekt eine Pause.Die Oasentage für Frauen mit und nach Kreb...
24/04/2026

Da es so viele Nachfragen gibt…

Manchmal braucht ein Herzensprojekt eine Pause.
Die Oasentage für Frauen mit und nach Krebs können in diesem Jahr nicht stattfinden.

Unsere vier Mitstreiterinnen, die dieses Angebot über Jahre ehrenamtlich und mit so viel Hingabe getragen haben, stehen gerade vor eigenen Herausforderungen. Dies benötigt ihre volle Kraft, Zeit und Raum.
Ob dies eine Pause ist oder ein Abschied, wissen wir noch nicht.

Was wir aber wissen:
Der Hospizdienst Korbach wäre nicht der Hospizdienst Korbach – und ich nicht ich –, wenn nicht längst neue Ideen wachsen würden.
Wir sind bereits in Gesprächen, suchen aktiv nach Unterstützer*innen und prüfen, welche Formen der Angebote künftig möglich und verantwortungsvoll sind.

Und wir möchten euch einladen:
Wenn jemand in seinem Arbeitsfeld eine Idee hat, wie man Menschen mit schwersten, lebensverkürzenden Erkrankungen etwas Gutes tun kann – sei es ein Projekt, ein Angebot, ein Impuls – meldet euch gerne.
Ihr wisst, wir sind auch immer für Crossover und verrückte Sachen zu haben.
Für die direkte Begleitarbeit braucht es einen Qualifizierungskurs, den wir im nächsten Jahr wieder anbieten.
Für Projektarbeit hingegen braucht es vor allem Herz, Zeit und eine gute Idee.

Wichtig ist uns auch:
Unsere Projekte, die Trauerarbeit und ein Teil unserer täglichen Arbeiten werden komplett aus Spenden finanziert. Ohne diese Unterstützung wäre vieles nicht möglich.
Wir sind dankbar für jede Form der Hilfe – ideell, praktisch oder finanziell.

Eines bleibt unverändert:
Wenn wir wieder Oasentage anbieten, dann nur so, dass wir die Frauen mit und nach Krebs wirklich halten, stärken und begleiten können – mit ganzer Kraft und echter Präsenz.

Danke für euer Verständnis, eure Verbundenheit und euer Vertrauen.

Immer wieder werde ich gefragt, was wir in der ambulanten Hospizarbeit machen.Meine Antwort ist, dass wir viele Aufgaben...
23/04/2026

Immer wieder werde ich gefragt, was wir in der ambulanten Hospizarbeit machen.
Meine Antwort ist, dass wir viele Aufgaben übernehmen können, deshalb schreibe ich zukünftig immer mal wieder aus Begleitungen.

Heute aus dieser:

Wir begleiteten einen Klienten, der uns als Team an die Grenze dessen brachte, was wir aushalten konnten. Schwersterkrankt, gefangen in einem chronischen Schmerzsyndrom. Keine Dosis, keine Kombination brachte Linderung. Und er lehnte alles ab: Schmerzmedizin, Psychoonkologie, Physiotherapie, Seelsorge, alternative Methoden.

Über allem lag der Verdacht eines Rezidivs, der sich nie bestätigte. Seine Willensbekundungen wechselten im Stundentakt. Am Morgen bat er uns mit aller Klarheit und Vehemenz um Hilfe beim Sterben. Am Nachmittag plante er mit seiner Frau den Urlaub. Diese Ambivalenz zerriss nicht nur ihn. Sie zerriss das gesamte System.

Für die Angehörigen wurde der Ausnahmezustand zum Dauerzustand. Dieses permanente Schwanken zwischen Hoffen und Abschiednehmen ist wie psychischer Folter.
Die Fachliteratur nennt es Caregiver Burden.
Für uns waren es Gesichter, gezeichnet von Angst, Erschöpfung und dem Gefühl, einem geliebten Menschen beim Untergehen zusehen zu müssen – ohne Halt, ohne Möglichkeit, Trauer beginnen zu dürfen.

Und wir als Team?
Wir hielten aus. Wir kannten die Leitlinien. Wir wussten, was indiziert wäre.
Wir sahen den Weg – und durften ihn nicht gehen. Dieses Nicht‑Dürfen, obwohl man weiß, was helfen könnte, ist ein hoher Moral Distress. Die täglich wechselnden Sterbewünsche brachten uns zusätzlich an die Grenze der Belastbarkeit. Compassion Fatigue war kein theoretischer Begriff mehr. Sie war körperlich spürbar.

In dieser Begleitung wurde mir klar: Sein Nein war kein Trotz. Kein Angriff. Es war das Symptom einer Erkrankung, die ihm die Kraft zum Entscheiden genommen hatte. Der Dauerschmerz hatte seine Exekutivfunktionen lahmgelegt. Hätten wir mit Druck reagiert, hätten wir das letzte Band zerschnitten: Vertrauen.

Hospizarbeit bedeutete:
Dableiben. Aushalten. Angebote machen, auch wenn jedes Nein vorhersehbar war. Den Kontakt zu Fachstellen halten, obwohl klar war, dass er sie nicht aufsuchen würde. In seltenen klaren Momenten prüfen, ob hier der freie Wille spricht – oder der unerträgliche Schmerz.

Diese Begleitung hat mich motiviert, mich zur Ethikberaterin zu qualifizieren. Ich wollte das Handwerkszeug, um mein Team durch solche Begleitungen zu navigieren.

Erfolg bedeutete hier nicht Heilung.
Erfolg bedeutete: Wir haben ihn nicht allein gelassen. Nicht in seinem Leiden. Nicht in seinem konsequenten Nein.

Moral Distress ist kein Befindlichkeitsproblem. Er ist ein Arbeitsrisiko. Und er wird gefährlich, wenn wir ihn tabuisieren.

Das ist ambulante Hospizarbeit!

Adresse

Enser Str. 19
Korbach
34497

Öffnungszeiten

Montag 08:00 - 12:00
Dienstag 08:00 - 12:00
Donnerstag 14:30 - 17:00
Freitag 08:00 - 12:00

Telefon

+4956315061900

Benachrichtigungen

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