07/08/2026
Leben retten beginnt im Klassenzimmer:
Schülerinnen und Schüler aus Mülheim lernen die Laienreanimation.
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde. Noch bevor der Rettungsdienst eintrifft, können schon wenige Handgriffe die Überlebenschancen verdoppeln. Mit der Herzdruckmassage gilt es, den Blutfluss zu sichern und Zeit zu überbrücken, bis die Rettungskräfte eintreffen. Damit Kinder und Jugendliche diese Verantwortung später selbstbewusst übernehmen können, bringen Lehrkräfte des Instituts für Pflege- und Gesundheitsberufe (IPG) des St. Marien-Hospitals Mülheim an der Ruhr lebensrettendes Wissen direkt in die Mülheimer Klassenzimmer.
Die ersten beiden Kurse zur Basis-Wiederbelebung an Mülheimer Grundschulen haben die Ausbildungsexpert:innen jetzt erfolgreich abgeschlossen. Spielerisch und praxisnah lernten die Kinder, wie sie einen Notfall erkennen, Hilfe holen und mit einfachen Handgriffen im Ernstfall helfen können. So erfahren sie schon früh: Ich kann nichts falsch machen – nur nichts zu tun, ist falsch.
Ab dem Schuljahr 2026/2027 gehört der Reanimationsunterricht für Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 in Nordrhein-Westfalen verbindlich zum Lehrplan des Unterrichts. Das IPG bereitet Schulen schon heute darauf vor und unterstützt auch Grundschulen dabei, dieses wichtige Thema mit Leben und Wissen aus der Praxis zu füllen.
„Viele Menschen helfen im Ernstfall nicht, weil sie unsicher sind. Genau diese Unsicherheit möchten wir so früh wie möglich abbauen. Wer frühzeitig übt, fasst Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und handelt später entschlossen“, sagt Johannes Klausmeier, Fachweiterbildungsleiter und stellv. Leitung am IPG.
Das Vorzeigeprojekt „Junge Retter“ wurde von Dr. med. Ingo Voigt, Chefarzt der Akut- und Notfallmedizin im Elisabeth-Krankenhaus Essen gestartet. So zeigt die Contilia-Gruppe, dass Gesundheitsbildung weit über die Klinik hinausgeht. Das IPG vermittelt nicht nur Wissen, sondern stärkt Kinder und Jugendliche darin, Verantwortung zu übernehmen. So beginnt die Rettungskette dort, wo sie am wichtigsten ist: bei den Menschen, die als Erste am Notfallort sind.