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19/08/2026

3 × 10 ist nicht falsch. Es ist nur kein Naturgesetz.

Und genau das finde ich am neuen Positionspapier des ACSM von 2026 so spannend.

Über Jahre haben wir Krafttraining teilweise unnötig kompliziert gemacht.

8–12 Wiederholungen für Muskelaufbau.
Maschinen oder freie Gewichte?
Bis zum Muskelversagen oder nicht?
Periodisierung unbedingt notwendig?
Welche Übung ist „die beste“?

Das neue Update nimmt aus vielen dieser Diskussionen ordentlich Luft raus.

Gerade beim Muskelaufbau gibt es nicht diese eine magische Wiederholungszahl. Und auch die Frage, ob du mit Maschinen, freien Gewichten, Bändern oder deinem eigenen Körpergewicht trainierst, scheint für die meisten gesunden Erwachsenen deutlich weniger entscheidend zu sein, als teilweise vermittelt wird.

Das bedeutet aber nicht, dass alles egal ist.

Wenn dein Ziel maximale Kraft ist, spielen hohe Lasten weiterhin eine Rolle. Für Hypertrophie wird das Trainingsvolumen wichtig. Für Power gelten wieder andere Regeln.

Aber für sehr viele Menschen könnte die wichtigste Erkenntnis viel einfacher sein:

Hör auf, das perfekte Krafttraining zu suchen. Finde eines, das zu deinem Ziel passt und das du langfristig tatsächlich machst.

Vielleicht brauchen wir im Krafttraining weniger Dogmen und dafür etwas mehr

18/08/2026

Ich finde, Martin trifft hier einen ziemlich wichtigen Punkt.
Das Überprüfen, ob es überhaupt einen Zusammenhang vom Bild und dem Patienten gibt im Kontext Schmerz.
Es ist völlig verständlich, dass Patienten irritiert sind, wenn sie gesagt bekommen, dass das Bild nicht zwingend die Ursache für Ihre Schmerzen ist. Wer wäre das nicht?
Da stehen fünf Bandscheibenvorfälle im Bericht und beim Patienten kommt an: Mein Rücken ist fünfmal kaputt. Kein Wunder, dass ich nichts mehr kann und das soll keinen Zusammenhang haben?
Und wenn das Umfeld das dann noch bestätigt, wird aus einem radiologischen Befund ziemlich schnell eine Grenze für das eigene Verhalten.
Genau da müssen wir, glaube ich, besser werden.
Nicht Befunde wegreden. Nicht jedem erzählen, das sei alles völlig egal. Sondern einordnen.
Passt das, was wir im MRT sehen, zu den Beschwerden? Passt es zur klinischen Untersuchung? Und vor allem: Was kann dieser Mensch eigentlich noch?
Denn das steht im MRT nämlich nicht.
Ein Ausschnitt aus triggerPUNKT mit Dr. Martin Hufeland, Orthopäde und Schulterchirurg.
triggerPUNKT

Dein Core ist nicht ausgeschaltet.Ich kann dieses Gerede von„deine Tiefenmuskulatur arbeitet nicht richtig“oder„wir müss...
17/08/2026

Dein Core ist nicht ausgeschaltet.

Ich kann dieses Gerede von
„deine Tiefenmuskulatur arbeitet nicht richtig“
oder„wir müssen erstmal deinen Core aktivieren“
ehrlich gesagt nicht mehr hören.

Training des Rumpfes kann sinnvoll sein.

Planks, Dead Bugs, Pallof Press, Carries oder auch ganz normales Krafttraining können absolut sinnvoll sein. Auch bei Rückenschmerzen.

Für mich ist das Problem nicht die Übung, sondern die Hypothese dahinter.
Nur weil jemand nach Rumpftraining weniger Beschwerden hat, heißt das noch lange nicht, dass vorher irgendein tiefer Muskel „ausgeschaltet“ war oder die Wirbelsäule „instabil“ gewesen ist.

Das ist genau der Punkt.

Eine Übung kann helfen, ohne dass die Erklärung dahinter stimmt.

Wenn Beschwerden besser werden, kann das viele Gründe haben. Zum Beispiel:

1. mehr Belastbarkeit
2. mehr Vertrauen in Bewegung
3. bessere Koordination
4. mehr Kraft
5. weniger Schonverhalten

Darum geht es mir hier:

Rumpf trainieren? Klar.
Menschen einreden, ihr Core sei kaputt? Bitte nicht.

Ein Rücken braucht keinen magischen Core.
Er braucht die Fähigkeit, mit Belastung, Bewegung und Alltag klarzukommen.

KI-Hinweis: Bildgestaltung mit KI-Unterstützung, Ausgangsfotos aus unserer Praxis.

17/08/2026

Physiotherapie ist Fahrschule. Nicht Werkstatt.

Der Satz von Dr. Martin Hufeland bringt ziemlich gut auf den Punkt, was Physiotherapie im besten Fall leisten sollte.

Natürlich können wir behandeln. Natürlich können wir Schmerzen beeinflussen, Bewegungen erleichtern und Belastbarkeit wieder aufbauen.

Aber irgendwann muss etwas beim Patienten hängen bleiben.

Warum reagiert mein Körper gerade so?
Was kann ich selbst machen?
Welche Belastung tut mir gut?
Was mache ich, wenn die Beschwerden wiederkommen?

Denn wenn Therapie nur funktioniert, solange zweimal die Woche jemand anderes etwas mit mir macht, haben wir ein Problem.

Ich finde nicht, dass jeder Patient nach sechs Terminen „fertig“ sein muss. Überhaupt nicht. Manche Verläufe brauchen deutlich länger.

Aber Physiotherapie sollte irgendwann weniger abhängig von Physiotherapie machen.

Genau wie bei der Fahrschule:
Der Fahrlehrer sitzt am Anfang daneben. Aber das Ziel ist nicht, dass er für immer daneben sitzen muss.

🎙️ Ausschnitt aus triggerPUNKT mit Dr. Martin Hufeland, Orthopäde und Schulterchirurg.

20 kg mehr auf der Stange. Also 20 kg stärker?So einfach ist es eben nicht.Wenn du heute bei derselben Übung mehr Gewich...
16/08/2026

20 kg mehr auf der Stange. Also 20 kg stärker?

So einfach ist es eben nicht.

Wenn du heute bei derselben Übung mehr Gewicht bewegst als vor acht Wochen, dann bist du in dieser Übung stärker geworden. Daran gibt es nichts kleinzureden.

Die interessantere Frage ist aber: Was genau ist besser geworden?

Deine Muskulatur? Sehr wahrscheinlich.
Aber eben nicht nur.

Du hast die Bewegung acht Wochen lang geübt. Du koordinierst sie besser, setzt Kraft effizienter ein, kennst die Positionen, den Ablauf, die Last. Dein Nervensystem hat gelernt, diese konkrete Aufgabe besser zu lösen.

Und genau deshalb finde ich Aussagen wie „meine Beinkraft ist um 25 % gestiegen“ schwierig, wenn eigentlich gemeint ist:
„Mein 1RM in der Kniebeuge ist um 25 % gestiegen.“

Das ist nicht dasselbe.

Kraft ist keine einzelne Zahl, die irgendwo im Körper gespeichert ist.

Sie zeigt sich immer in einer Aufgabe: bei einem bestimmten Gelenkwinkel, einer bestimmten Geschwindigkeit, einer bestimmten Kontraktionsform und einer bestimmten Messung.

Deshalb messen wir in der Therapie auch nicht einfach irgendetwas, nur weil das Gerät einen Wert ausspuckt.

Erst kommt die Frage. Dann der Test. Und erst danach die Interpretation.

Genau da wird aus „wir messen Kraft“ irgendwann tatsächlich Assessment.

Bildgestaltung unter Verwendung von KI; Ausgangsfotos: Originalaufnahmen aus unserer Praxis.

16/08/2026

Vielleicht ist genau das der Unterschied, über den wir in der Physiotherapie viel häufiger sprechen sollten.
Nicht: aktiv gegen passiv und auch nicht Physiotherapie gegen Chiropraktik, Tape oder Schröpfen.
Die bessere Frage:
Was bleibt eigentlich übrig, wenn die Behandlung vorbei ist?
Wenn ich dir das Gefühl gebe, dass einmal im Monat jemand deine Wirbel „wieder richtigstellen“ muss, dann hast du vielleicht kurzfristig weniger Beschwerden – aber was habe ich dir damit über deinen Körper beigebracht?
Wenn dein Knie nur mit Tape „stabil“ sein soll, was denkst du dann über dein Knie, wenn das Tape wieder ab ist?
Und wenn du glaubst, dass jemand Verspannungen oder sogar „Giftstoffe“ aus deinem Körper herausziehen muss, wie viel Vertrauen bleibt dann eigentlich in deinen eigenen Körper?
Ich habe überhaupt kein Problem mit Hands-on.
Ich habe ein Problem damit, wenn daraus Hands-on forever wird.
Eine Behandlung darf sich gut anfühlen. Sie darf Beschwerden kurzfristig verändern. Und wenn das für jemanden hilfreich ist: völlig okay.
Aber mein Ziel als Physiotherapeut sollte doch irgendwann sein, dass du mich weniger brauchst – und nicht, dass ich dir jeden Monat erkläre, warum du ohne mich nicht funktionierst.
Das Reel ist übrigens aus Oktober 2025.
Ich poste es nochmal, weil ich den letzten Satz heute wahrscheinlich sogar noch wichtiger finde:
Ich übernehme selbst Verantwortung. Denn am Ende findet Therapie nicht auf der Behandlungsliege statt.

Ich finde Nocebo vor allem deshalb spannend, weil wir das Thema im Gesundheitswesen manchmal viel zu klein machen.Als wä...
15/08/2026

Ich finde Nocebo vor allem deshalb spannend, weil wir das Thema im Gesundheitswesen manchmal viel zu klein machen.

Als wäre es nur die Frage, ob ein Patient nach einem Gespräch vielleicht ein bisschen negativer über seine Beschwerden denkt.

So einfach ist es nicht.

In Experimenten bleibt der Reiz gleich und trotzdem verändert sich der wahrgenommene Schmerz. Man findet dabei Veränderungen in der Schmerzverarbeitung im Gehirn und sogar auf Ebene des Rückenmarks. Und bei Remifentanil konnte eine negative Erwartung den beobachteten schmerzlindernden Effekt trotz weiterlaufender Medikamentengabe praktisch aufheben.

Das heißt ausdrücklich nicht, dass wir Menschen mit einem falschen Satz Schmerzen einreden oder chronisch krank machen.

Aber vielleicht sollten wir uns etwas bewusster machen, was bei einem Patienten ankommt, wenn wir sagen:

Ihre Wirbelsäule ist instabil, da reibt Knochen auf Knochen was daran liegt, dass es schon sehr verschlissen ist. Damit würde ich jetzt sehr vorsichtig sein und beim Heben echt aufpassen.

Denn wir meinen damit vielleicht einen Befund und der Patient versteht möglicherweise eine Prognose und speichert ab. Angst - der nächste Experte, der mir sagt, dass es schlimm ist.

Da beginnt der Einfluss in der Physio.

Nicht indem wir Dinge schönreden,sondern indem wir Befunde vernünftig erklären, Unsicherheit auch mal aushalten und Menschen nicht unnötig fragiler aus einem Gespräch gehen lassen, als sie reingekommen sind.

Das ist für mich ein ziemlich relevanter Teil guter Physiotherapie.

Bildgestaltung KI-unterstützt auf Basis echter Originalfotos aus unserem Praxis- und Institutsalltag.

14/08/2026

Ich finde diesen Ausschnitt auch deshalb so gut, weil Martin hier ziemlich genau beschreibt, wie Zusammenarbeit für mich funktionieren sollte.

Vor einigen Jahren habe ich mal eine Veranstaltung gemacht und ungefähr 50 Ärzte eingeladen. Mit Anmeldung, Essen, Getränken, allem drum und dran.

Gekommen sind am Ende genau zwei.

Ein Durchgangsarzt und die Praxis VIVON, aus der auch Martin kommt.

Damals war ich ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht. Rückblickend war genau dieser Abend aber wahrscheinlich mehr wert als 50 volle Stühle.

Denn daraus ist über die Jahre eine Zusammenarbeit entstanden, die ich extrem schätze.

Ich kann dort anrufen und sagen: Schau dir das bitte noch einmal an, ich sehe hier etwas, das für mich nicht ganz zur bisherigen Diagnose passt.

Und genauso bekomme ich Rückfragen aus der Praxis.

Nicht mit diesem Arzt gegen Physio oder wer weiß mehr als wer.

Sondern mit der ziemlich einfachen Frage:

Was hilft gerade dem Patienten?

Eine ärztliche Diagnose ist wichtig. Sie ist aber kein Denkverbot für alle, die danach mit dem Patienten arbeiten.

Und wenn ein Physiotherapeut durch seine Spezialisierung bei Schulter, Wirbelsäule oder Bewegung sehr viel Erfahrung hat, sollte es vollkommen normal sein, dass diese Einschätzung gehört wird.

So verstehe ich interprofessionelle Zusammenarbeit.

Und ich bin ziemlich froh, dass aus zwei Gästen damals genau das entstanden ist.

Handynacken.Der Begriff ist längst so normal geworden, dass kaum noch jemand hinterfragt, was da eigentlich behauptet wi...
14/08/2026

Handynacken.
Der Begriff ist längst so normal geworden, dass kaum noch jemand hinterfragt, was da eigentlich behauptet wird.

Die Idee dahinter klingt erstmal logisch:
Kopf weiter nach vorne, Hebel größer, mechanisch mehr Belastung.

Der Sprung von „mehr Belastung“ zu „das ist die Ursache deiner Nackenschmerzen“ ist aber genau der Punkt, an dem es dünn wird.

Mich hat an dem Thema vor allem eine Sache stutzig gemacht:
Warum wurde plötzlich das Smartphone zur Erklärung, obwohl Menschen schon lange vorher mit gesenktem Kopf gelesen, geschrieben, gelernt und gearbeitet haben?

Wenn die Haltung beim Handy automatisch problematisch sein soll, dann hätte es fairerweise auch einen Büchernacken geben müssen.

Darum geht es in dem Beitrag nicht darum zu behaupten, Haltung sei komplett egal.
Natürlich kann eine Position Beschwerden provozieren und eine Änderung der Haltung sinnvoll sein.

Aber:
Ein einzelnes Bild erklärt keinen Schmerz.
Entscheidend sind Kontext, Dauer, Belastbarkeit, Schlaf, Aktivität und vieles mehr.

Nicht jede vorgebeugte Haltung ist ein Problem.
Und nicht jedes Problem braucht eine Haltungsdiagnose.

Wie siehst du das?
Ist „Handynacken“ für dich ein sinnvoller Begriff oder eher eine zu einfache Erklärung?

13/08/2026

Für einen Experten fahren Patienten hunderte Kilometer. Physiotherapie wird nach Parkplatz und Terminverfügbarkeit ausgewählt
Ein Orthopäde sagt öffentlich:
Ich kann und will nicht für jedes Gelenk Experte sein.

Und eigentlich müsste genau dieser Satz auch in der Physiotherapie völlig normal sein.

Die Medizin ist längst so spezialisiert, dass niemand ernsthaft erwartet, dass derselbe Arzt gleichzeitig der beste Ansprechpartner für Schulter, Wirbelsäule, Hand, Hüfte und Knie ist.

Bei uns?

Da macht man vielleicht MT, ein paar Fortbildungen – und behandelt danach von Kiefer bis Achillessehne alles, was durch die Tür kommt.

Natürlich gibt es Therapeuten, die sich fachlich extrem tief in einzelne Bereiche eingearbeitet haben. Aber für Patienten ist das kaum erkennbar.

Und genau da liegt für mich ein Problem.

Wer eine komplizierte Schulterproblematik hat, sucht teilweise deutschlandweit nach einem spezialisierten Arzt.

Die Physiotherapiepraxis wird dagegen häufig danach ausgesucht, wo ein Parkplatz vor der Tür ist und wer nächste Woche einen Termin frei hat.

Das ist nicht die Schuld der Patienten.
Unser System gibt ihnen kaum andere Orientierung.

Und vielleicht müssen wir uns auch selbst die unangenehme Frage stellen:

Warum glauben wir eigentlich, dass ein Physiotherapeut gleichzeitig richtig gut in Schulter, Neurologie, Beckenboden, Leistungssport, chronischem Schmerz und geriatrischer Rehabilitation sein kann?

Ich glaube: kann er nicht.

Spezialisierung bedeutet für mich übrigens nicht, dass man Patienten mit anderen Beschwerden nicht behandeln darf.

Es bedeutet zu wissen, wo die eigene Kompetenz besonders hoch ist – und wo die eines Kollegen höher sein könnte.

Genau das macht Dr. Martin Hufeland in diesem Ausschnitt für mich ziemlich gut vor.

Adresse

Schlossstraße 35
Mülheim An Der Ruhr
45468

Öffnungszeiten

Montag 08:00 - 20:00
Dienstag 08:00 - 20:00
Mittwoch 08:00 - 20:00
Donnerstag 08:00 - 20:00
Freitag 08:00 - 18:00
Samstag 08:00 - 18:00

Telefon

+4920830419859

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