31/08/2026
Das Pferdegenick – Aufbau, Funktion und mögliche Probleme
Das Genick ist der Übergang zwischen dem Schädel und der Halswirbelsäule des Pferdes. Anatomisch gehören dazu vor allem das Hinterhauptsbein des Schädels sowie die ersten beiden Halswirbel, Atlas (C1) und Axis (C2). In diesem Bereich befinden sich wichtige Gelenke, Bänder, Muskeln, Nerven und Schleimbeutel.
Funktion des Genicks:
Das Genick hat mehrere wichtige Aufgaben:
Es trägt und balanciert den relativ schweren Pferdekopf.
Es ermöglicht Nick-, Dreh- und Seitwärtsbewegungen des Kopfes.
Es spielt eine zentrale Rolle für Gleichgewicht, Haltung und die gesamte Bewegungskoordination des Pferdes.
Über das Nackenband wird der Kopf beim Grasen nahezu kraftsparend getragen.
Eine freie Beweglichkeit im Genick ist Voraussetzung für korrekte Stellung, Biegung und Losgelassenheit unter dem Reiter.
Symptome bei Problemen im Genickbereich
Hat ein Pferd Schmerzen, Verspannungen oder Bewegungseinschränkungen im Genick, können sich verschiedene Anzeichen zeigen:
Schwierigkeiten beim Stellen und Biegen
Verwerfen im Genick
Widerstand gegen die Anlehnung
Steifheit im Hals
Kopfschlagen oder häufiges Kopfwerfen
Berührungsempfindlichkeit hinter den Ohren
Probleme beim Auftrensen oder Halftern
Unwilligkeit, den Kopf zu senken oder zu dehnen
Taktfehler oder ein schiefes Gangbild
Leistungseinbußen und allgemeine Unzufriedenheit beim Reiten
Besondere Erkrankung: Die Genickbeule
Eine häufige Erkrankung im Genickbereich ist die sogenannte Genickbeule (Bursitis nuchalis). Dabei entzünden sich die Schleimbeutel im Genick. Ursachen können Druck durch schlecht sitzende Ausrüstung, ein Anschlagen des Kopfes oder andere Traumata sein. Typische Symptome sind:
Schwellung im Genickbereich
Wärme und Schmerzempfindlichkeit
Tief getragener Kopf
Widerstand gegen Kopfbewegungen
Kopfschlagen beim Reiten
In schweren Fällen Fieber oder eitrige Entzündungen
Fazit
Das Genick ist eine der sensibelsten Regionen des Pferdes. Es verbindet Kopf und Körper und beeinflusst Beweglichkeit, Balance und Rittigkeit. Bereits kleine Einschränkungen können sich auf das gesamte Pferd auswirken. Deshalb sollten Anzeichen wie Genicksteifheit, Berührungsempfindlichkeit oder Probleme beim Stellen stets ernst genommen und gegebenenfalls tierärztlich oder physiotherapeutisch abgeklärt werden.