03/09/2026
Mit 40 eine Hüftprothese – kann das wirklich der richtige Weg sein?
Viele Menschen verbinden ein künstliches Hüftgelenk noch immer mit dem höheren Lebensalter. Entsprechend groß ist die Verunsicherung, wenn bereits mit 40, 45 oder 50 Jahren eine ausgeprägte Hüftarthrose festgestellt wird.
„Dafür bin ich doch viel zu jung!“ – diesen Satz höre ich in meiner Sprechstunde häufig.
Aber ist das Alter tatsächlich das entscheidende Kriterium?
Aus meiner Sicht: Nein.
Viel wichtiger ist, wie sehr die erkrankte Hüfte das eigene Leben bestimmt. Wenn Schmerzen dauerhaft vorhanden sind, Sport und Bewegung kaum noch möglich sind, der Beruf beeinträchtigt wird oder selbst alltägliche Aktivitäten zunehmend schwerfallen, sollte man die Situation individuell betrachten.
Natürlich muss die Entscheidung für eine Hüftprothese gerade bei jüngeren Menschen besonders sorgfältig getroffen werden. Konservative Möglichkeiten sollten sinnvoll ausgeschöpft sein, und auch die langfristige Versorgung spielt eine wichtige Rolle.
Gleichzeitig halte ich wenig davon, einem 40- oder 50-jährigen Menschen zu sagen, er müsse noch viele Jahre mit erheblichen Beschwerden leben, nur um ein bestimmtes Alter für die Operation zu erreichen.
Moderne, knochensparende Implantate wie die Kurzschaftprothese, minimalinvasive Operationsverfahren und langlebige Gleitpaarungen haben die Hüftendoprothetik gerade für jüngere und aktive Patienten deutlich verändert.
🎥 Im kurzen Video erkläre ich, worauf es bei der Entscheidung wirklich ankommt.
Was denken Sie: Kann man für eine Hüftprothese tatsächlich „zu jung“ sein?
Prof. Dr. med. Karl Philipp Kutzner
ENDOPROTHETICUM Rhein-Main | Mainz