30/07/2026
3-Prozent-Abschlag auf Hilfsmittel:
Hörakustiker warnen vor Betriebsschließungen
Mainz, 30. Juli 2026. Regelmäßig werden die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen
veröffentlicht, auch für Hilfsmittel. Die neusten Zahlen belegen: Während die Ausgaben
der Krankenversicherungen für alle Hilfsmittel im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum um über 4 Prozent gestiegen sind, fielen sie im Bereich der
Hörsystemversorgung um 1,3 Prozent.
„Was sich als wenig liest, bedeutet eine dramatische Entwicklung für das Hörakustiker-
Handwerk, wenn man einrechnet, dass alle weiteren Betriebskosten für Personal, Energie
und Miete dramatisch angestiegen sind mit rund 5 Prozent“, erklärt die Bundesinnung
der Hörakustiker KdöR (biha). „Das bedeutet Kürzungen zu Lasten der systemrelevanten
Gesundheitshandwerker und gefährdet die Betriebe.“
Mit dem GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz soll 2027 ein pauschaler 3-Prozent-Abschlag
auf Hilfsmittel eingeführt werden.
„Wenn der gesetzliche vorgegebene Abschlag von 3 Prozent im nächsten Jahr
eingefordert wird und die Nachfrage nach Hörsystemversorgungen nicht deutlich
zunimmt, können Betriebsschließungen nicht ausgeschlossen werden“, warnen die
Experten der Branche. Hörakustiker versorgen bundesweit flächendeckend und
wohnortnah Menschen mit Hörminderung, um ihnen soziale Teilhabe zu ermöglichen.
Quelle Biha