MovePros Biomechanics

MovePros Biomechanics 🧠 Biomechanik verstehen – Biomechanik anwenden
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🔍 Verstehe warum Bewegung funktioniert

24/05/2026

„ISG blockiert.“

Einer der häufigsten Sätze überhaupt, sobald Schmerzen rund um unteren Rücken, Gesäß oder Becken entstehen. Danach beginnt oft die gleiche Reise: einrenken, drücken, Wärme, Rollen, wieder einrenken — kurzfristig etwas besser, dann kommt das gleiche Gefühl zurück.

Und genau deshalb lohnt sich die Frage, was dort eigentlich wirklich passiert.

Denn das ISG ist kein loses Gelenk, das ständig wild „herausspringt“ oder sich nach Belieben verkantet. Das Iliosakralgelenk ist extrem kräftig gesichert und vor allem dafür gebaut, Kräfte zwischen Oberkörper und Unterkörper zu übertragen. Genau deshalb besitzt es auch nur einen sehr kleinen Bewegungsumfang.

Trotzdem wird häufig so gesprochen, als könnten einzelne Menschen mit „Zauberhänden“ oder einem kurzen Abtasten exakt feststellen, dass dort gerade etwas „blockiert“ sei. Genau da wird es aus meiner Sicht schwierig.

29/04/2026

Skoliose ist kein starres Problem.
Sie ist eine dynamische Organisationsform deines Körpers im Raum.

Deshalb funktioniert auch kein starres Training.

Was bei mir persönlich einen Unterschied macht:
👉 frei rotatorische Belastung

Warum?

Bei einer Skoliose arbeitet dein System ohnehin mit Rotation, Gegenrotation und Ausweichbewegungen.
Wenn du dann in geführte, lineare Übungen gehst, passiert Folgendes:

– Rotation wird blockiert
– Kompensationen werden eingeschränkt
– das System „staut“ sich eher, statt sich zu organisieren

Freie, ungeführte Bewegungen geben dir dagegen:
→ Zugriff auf deine natürlichen Rotationsachsen
→ Anpassung innerhalb der Bewegung
→ bessere Integration in reale Belastungssituationen

Die Übung im Video ist kein „Fix“.
Sie ist ein Handlungsansatz, der dir erlaubt, mit deiner Struktur zu arbeiten – nicht gegen sie.

Und genau das ist der entscheidende Unterschied.

28/04/2026

Skoliose wird häufig vorschnell mit Schmerz oder funktionellen Einschränkungen gleichgesetzt.
In der Praxis zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild.

Eine skoliotische Wirbelsäule bleibt in vielen Fällen weiterhin belastbar und funktionell.
Sie kann rotieren, Kräfte zwischen Ober- und Unterkörper übertragen und mechanische Belastungen abfangen – also genau die Aufgaben erfüllen, für die sie ausgelegt ist.

Was allerdings häufig beobachtet wird:
Auf der Seite der Krümmung entsteht eine erhöhte muskuläre Spannung, insbesondere im Bereich des Rückenstreckers.
Diese Spannung kann sich unter Inaktivität als unangenehm oder „verspannt“ anfühlen.

Biomechanisch betrachtet handelt es sich hierbei weniger um ein strukturelles Problem, sondern eher um eine asymmetrische Spannungsverteilung innerhalb des Systems.

Ein sinnvoller Ansatz kann darin bestehen, gezielt in die Gegenrichtung zu arbeiten:
– Rotation entgegen der Krümmung
– Lateralflexion entgegen der Hauptdriftrichtung
– Kombination mit bewusster Atmung

Dadurch lässt sich die Spannungsverteilung häufig positiv beeinflussen und subjektive Entlastung erzeugen.

Wichtig bleibt:
Es geht nicht darum, die Skoliose „zu korrigieren“,
sondern die vorhandenen Strukturen funktionell besser zu nutzen und auszugleichen.

26/04/2026

Viele wundern sich, warum sich ihr Körper trotz Training zunehmend „steif“ anfühlt. Die Brustwirbelsäule zwickt, der untere Rücken wird fest, die Hüfte verliert an Beweglichkeit. Gleichzeitig wird regelmäßig trainiert, oft sogar strukturiert und diszipliniert.

Das Problem liegt selten in zu wenig Training, sondern in der Art, wie trainiert wird.

Ein Großteil der klassischen Übungen im Fitnessstudio nimmt dem Körper genau das weg, was er eigentlich braucht: die Möglichkeit, sich frei zu organisieren. Bewegungen werden geführt, stabilisiert, isoliert. Rotative und ausweichende Bewegungen, die im Alltag und in echter Bewegung permanent stattfinden, werden bewusst unterdrückt.

Damit entsteht zwar lokal Kraft, aber diese Kraft kann nicht durch das System übertragen werden. Sie bleibt isoliert. Der Körper hat keine andere Wahl, als zu kompensieren. Strukturen übernehmen Aufgaben, für die sie nicht gedacht sind. Bewegung wird eingeschränkt, Spannung steigt, und langfristig entsteht genau dieses Gefühl von Steifheit.

Was sich also wie „zu wenig Mobility“ anfühlt, ist in vielen Fällen das Ergebnis von zu wenig freier, dreidimensionaler Bewegung im Training und im Alltag.

Der Körper wird nicht beweglicher, indem man ihn nur dehnt oder punktuell bearbeitet. Er wird beweglicher, wenn er wieder lernen darf, Bewegung als Ganzes zu organisieren.

26/04/2026

15kg Medizinball Fails 😂

24/04/2026

Wenn du Muskeln isoliert trainierst, wirst du darin besser, genau diesen Muskel isoliert anzusteuern. Das funktioniert im Gym, auf der Maschine, in klar vorgegebenen Bewegungen. Das Problem ist nur, dass dein Körper außerhalb davon nicht so arbeitet.

Bewegung entsteht nicht aus einzelnen Muskeln, sondern aus dem Zusammenspiel. Kraft wird nicht lokal erzeugt und bleibt dort, sondern sie wird durch den Körper geleitet. Von unten nach oben, von oben nach unten, diagonal, rotativ. Genau das fehlt aber, wenn Training nur aus isolierten Mustern besteht.

Ich sehe das ständig: Menschen sind in einzelnen Übungen stark, aber sobald Bewegung komplexer wird, bricht das System auseinander. Die Kraft kommt nicht mehr da an, wo sie gebraucht wird. Es fehlt die Verbindung.

Das ist der Unterschied zwischen isolierter Kraft und systemischer Kraft. Isolierte Kraft ist lokal sichtbar. Systemische Kraft zeigt sich in Bewegung.

Wenn du also trainierst, um dich besser zu bewegen, dann reicht es nicht, Muskeln zu „bearbeiten“. Du musst anfangen, Bewegungen zu verstehen und den Körper wieder als zusammenhängendes System zu nutzen.

Sonst trainierst du am Ende nur Optik, aber keine Funktion.

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Göddertzgarten 15
Meckenheim
53340

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