22/06/2026
WIEDERAUFFLAMMEN DER AIDS-EPIDEMIE:
"JETZT GEHT ES UM ALLES!"
Bei einem „High-Level-Meeting“ verhandeln die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen heute und morgen in New York die globale Strategie gegen die HIV/Aids-Pandemie. Die Konferenz ist von höchster Bedeutung: Genau die Maßnahmen, die vielen Millionen Menschen das Leben gerettet und unzählige Infektionen verhindert haben, werden zurzeit immer mehr zurückgefahren und in Frage gestellt. Drastische finanzielle Kürzungen und politische Blockaden gefährden die Erfolge der letzten Jahrzehnte.
UNAIDS hatte eigentlich das Ziel ausgerufen, die Aids-Epidemie bis zum Jahr 2030 zu beenden. Medizinisch ist das längst machbar. Stattdessen drohen nun wieder mehr Todesfälle und Infektionen. Zugleich haben die Vereinten Nationen angekündigt, dass UNAIDS selbst bis Ende des Jahres abgewickelt werden und in anderen UN-Bereichen aufgehen soll. Damit würden Strukturen, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden, unwiederbringlich verloren gehen.
Während mehrere Länder die ihnen verhassten Minderheiten auch offiziell aus der gemeinsamen Strategie tilgen wollen, setzt sich die Bundesregierung für eine evidenzbasierte HIV-Politik und die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Organisationen ein. Das Treffen gilt als einer der wichtigsten politischen Prozesse der globalen HIV-Arbeit und wird zur Bewährungsprobe für eine menschenrechtsbasierte und evidenzgeleitete globale Gesundheitspolitik.
„In New York geht es um alles. Die Vereinten Nationen müssen sich klar zur bisher erfolgreichen Strategie bekennen, denn es droht ein Wiederaufflammen der Aids-Epidemie“, sagt Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe (DAH).