08/09/2026
Ich darf aufhören, bevor ich fertig bin
Gestern war ich wieder in dieser Endlosschleife.
Eigentlich war längst Feierabend. Aber diese eine E-Mail wollte ich noch schnell beantworten. Hier noch kurz etwas organisieren. Dort noch etwas einrichten. Und wenn ich damit fertig bin, fällt mir garantiert das Nächste ein.
Ich hatte dieses vertraute Gefühl: Ich werde einfach nicht fertig.
Und dann ist mir etwas aufgefallen.
Vielleicht liegt das daran, dass es gar keinen Punkt gibt, an dem wirklich alles fertig ist.
Also habe ich etwas ziemlich Mutiges getan:
Ich habe aufgehört.
Mitten in der Arbeit. Obwohl noch Dinge offen waren. Obwohl ich noch gekonnt hätte.
Zumindest für diesen Abend.
Denn wenn wir immer wieder weitermachen, obwohl wir längst müde sind, kann sich daraus eine ziemlich ungünstige Regel entwickeln:
Pause gibt es erst, wenn ich nicht mehr kann.
Manchmal sogar: Pause darf ich erst machen, wenn ich krank bin.
Was wir oft genug wiederholen, fühlt sich irgendwann selbstverständlich an.
Und genau deshalb können wir auch etwas anderes üben:
Ich darf aufhören, obwohl noch etwas zu tun ist.
Ich darf Feierabend machen, bevor alles erledigt ist.
Ich darf mich ausruhen, bevor ich erschöpft bin.
Die offenen Dinge sind morgen immer noch da.
Vielleicht fühlt sich das zunächst ungewohnt an. Bei mir tut es das jedenfalls.
Aber gestern Abend habe ich gemerkt: Feierabend beginnt nicht dann, wenn alles fertig ist. Sondern dann, wenn ich entscheide, dass es für heute genug ist.
🌿 mein Clarity für dich heute:
Ein Musikstück braucht die Pause zwischen zwei Tönen.
Dein Leben auch.