15/06/2026
Ist die Robotik bei benigen Erkrankungen des Colons echter Fortschritt – oder nur Spielerei?
Mit dieser bewusst provokanten Frage beschäftigte sich Prof. Dr. Franz Bader beim Da Vinci Kolorektal-Stammtisch in München:
Die Antwort fiel differenzierter aus, als viele erwarten würden.
Während die Diskussion häufig von höheren Kosten und längeren Operationszeiten geprägt wird, zeigt sich insbesondere bei steigender Komplexität der Eingriffe ein anderes Bild:
✔️ Komplizierte Divertikulitis mit Fisteln und ausgeprägten Entzündungen: Wenn Entzündung Anatomie zerstört
✔️ Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Redo- Eingriffe, Konglomerattumoren, komplexe Situationen im kleinen Becken, interenterische Fisteln
✔️ Funktionelle Beckenbodenchirurgie: wenn Präparation, Nervenschonung und (Naht-) Rekonstruktion zusammenkommen
✔️ Komplexe transanale Eingriffe (R-TAMIS) und parastomale Hernien
Gerade dort, wo die Komplexität durch veränderte Anatomie, Entzündung oder enge räumliche Verhltnisse aufeinandertreffen, kann die Robotik ihre Stärken ausspielen.
Entscheidend bleibt jedoch der wissenschaftliche Blick: Nicht jede Operation profitiert gleichermaßen vom Robotersystem. Der Mehrwert entsteht dort, wo Chirurgie durch Technik sicherer wird und präzise bleibt - und: Konversionen auf offene Chirurgie verhindert werden. Dann profitieren unsere Patienten von dieser technischen Weiterentwicklung.
Vielen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen für die spannende Diskussion und den intensiven fachlichen Austausch.