14/05/2026
Lass mich das Klischee zum Vatertag erfüllen:
Ein guter Vater zu sein, war immer etwas, das ich in meinem Leben erreichen wollte. Ob ich darin gut bin, wird die Zeit zeigen - und liegt auch nicht komplett in meinem Ermessen.
Was aber in meinem Ermessen liegt, ist, das zu erfüllen, was ich persönlich für wichtig in einer Vaterrolle halte. Und genau das versuche ich Tag für Tag.
Es ist nicht immer leicht. Es stresst, man kommt an seine Grenzen - aber es lohnt sich. Und ich bin froh, dass ich das in meinem Leben erleben darf.
Vater zu sein zeigt mir aber auch, meinen eigenen Vater besser zu verstehen. Zu verstehen, was er getan hat - und immer noch tut -, um in seinen Augen ein guter Vater zu sein. Und auch in meinen.
Ein guter Vater zu sein bedeutet nicht, alles richtig zu machen oder dem Kind jeden Wunsch zu erfüllen. Es bedeutet, sein Bestmögliches zu geben und nach den eigenen Werten zu handeln.
Was mir ebenfalls bewusst geworden ist: Man priorisiert oft genau die Dinge, die einem selbst gefehlt haben.
Manche Väter haben ihr Leben lang gearbeitet und geschuftet, um der Familie alles zu ermöglichen - während man sich als Kind vielleicht einfach mehr gemeinsame Zeit gewünscht hätte. Doch das war kein Fehler. Er hat einfach das priorisiert, was ihm selbst wichtig erschien oder ihm vielleicht früher selbst gefehlt hat.
Und trotzdem war mein Vater immer da, wenn es wirklich darauf ankam. Vielleicht nicht immer präsent vor Ort - aber immer da, wenn man ihn gebraucht hat. Er hat unterstützt, auch wenn er nicht alles gutheißen musste. Und er hat immer versucht, den Weg dafür zu ebnen, dass wir das machen können, was wir wirklich wollten.
Und genauso werde ich wahrscheinlich die Dinge, die mir gefehlt haben, stärker bei meiner Tochter erfüllen wollen. Und sie wird irgendwann vielleicht andere Dinge sehen, die ihr gefehlt haben.
Deshalb heißt Papa sein nicht, perfekt zu sein.
Es heißt, nach bestem Wissen und Gewissen das zu tun, was für das eigene Kind gerade am wichtigsten ist.
Danke Papa, für alles, was du getan hast.
Und danke an meine Tochter, dass ich dein Vater sein darf - und dadurch meinen eigenen Vater besser verstehe.