10/07/2026
Pizzatime am Tonfeld
Es war einer dieser Nachmittage, an denen die Luft flirrt und man kaum atmen mag. Ein 17-Jähriger in einer depressiven Phase. Kühle Apfelschorle. Und das Tonfeld.
Er backte – immer wieder. Knetete, drückte, formte. Und immer wieder kühlte er seine Arme in der Schüssel mit kaltem Wasser ab. Die Hitze trieb ihn dahin, das Wasser brachte ihn zurück. Ein kleiner Rhythmus zwischen Glut und Kühle.
Dann haben wir uns den ganzen Ton zugeworfen. Schwer, erdig, durch die heiße Luft, zwischen uns. Der Körper vergisst nichts. Aber beim Werfen und Fangen durfte er durchschütteln, neu sortieren – und seine Mitte finden.
Irgendwann legte er den Fladen auf den Tisch und sagte:
„Schau mal – das sieht aus wie ein Herz."
Ich habe fotografiert. Weil er es gesehen hat. Weil er mich hingeführt hat.
Und nach dem Aufräumen, in der Stille:
„Wäre das nicht auch was für Papa?"
Manchmal braucht es nicht viele Worte.
Manchmal braucht es Hitze, Kühle, Schwere – und einen Moment, in dem einer sagt: Schau mal.
Das ist Arbeit am Tonfeld.