25/08/2026
So kommt der Sommer in Schwung
Die gute Nachricht zuerst: Bewegung braucht keine Stoppuhr. Sie zählt auch dann, wenn du keine Rekorde sammelst. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Erwachsenen pro Woche mindestens 150 bis 300 Minuten Bewegung mit mittlerer Intensität. Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 17 Jahren sollten im Durchschnitt mindestens 60 Minuten pro Tag aktiv sein. Im Alltag darf daraus ein freundlicher Mix entstehen: eine Radtour ins Grüne, ein Spaziergang durch die Stadt, ein Besuch im Freibad. Alles addiert sich.
Die beste Aktivität ist die, auf die du morgen noch einmal Lust hast. Radfahren, Laufen und Schwimmen können Herz und Kreislauf in Schwung bringen und setzen dabei unterschiedliche Akzente. So finden alle das passende Tempo.
Rückenwind für Einsteiger
Schon der Weg zur Eisdiele fühlt sich auf dem Fahrrad ein bisschen mehr nach Ferien an. Radfahren eignet sich sehr gut für einen sanften Einstieg in mehr Bewegung: Weil der Sattel einen Teil deines Körpergewichts trägt, belastet das Radfahren deine Gelenke vergleichsweise wenig. Wenn du länger nicht aktiv warst, startest du am besten mit einer flachen, überschaubaren Runde und legst lieber eine Pause ein, als dich auf dem Rückweg zu quälen.
Druckstellen, Taubheitsgefühle oder anhaltende Schmerzen sind ein Signal für eine genauere Prüfung von Rad und Sitzposition. Ein zu tief eingestellter Sattel lässt deine Knie stark anwinkeln, ein zu hoher bringt dein Becken ins Wackeln. Lass die Sitzhöhe bei Unsicherheit im Fachhandel prüfen. Schalte rechtzeitig in einen leichteren Gang: Gleichmäßiges Treten passt besser zu einer Sommerrunde als kräftezehrendes Strampeln am Berg. Dein Helm gehört selbstverständlich dazu. Für längere Strecken kommen zusätzlich Trinkflasche, Sonnencreme und ein Reparaturset mit.
Für deine Ausdauer zählt nicht das Rennrad-Tempo. Kannst du dich noch ganz normal in ganzen Sätzen unterhalten, passt die Intensität meist gut zu einer lockeren Tour. Erst wenn dir die vertraute Runde angenehm leicht gelingt, kommen ein paar Minuten mehr Fahrzeit oder ein kleiner Anstieg dazu. Bei Vorerkrankungen kläre deinen sicheren Einstieg vorher ärztlich ab.
Kleine Schritte, große Wirkung
Laufen ist der günstigste Sport der Welt – aber du musst nicht gleich losjoggen. Auch zügiges Gehen bringt Bewegung in deinen Tag. Wenn du joggen möchtest, kombinierst du am Anfang am besten kurze Lauf- und Gehphasen.
Für deine ersten Runden genügen bequeme Kleidung, passende Laufschuhe und eine sichere Strecke. Teures Equipment ist nicht nötig. Wähle ein Tempo, bei dem du nicht schon nach wenigen Minuten nach Luft schnappst. Schmerzen, die beim Laufen stärker werden, gehören nicht zum Trainingserfolg. Wechsle ins Gehen und gib deinem Körper Zeit. Auch Ruhetage gehören dazu.
Im August solltest du deine Trainingszeiten weniger nach Ehrgeiz und mehr nach Uhrzeit planen. Das Bundesgesundheitsministerium rät, körperliche Anstrengungen an heißen Tagen zwischen 11 und 17 Uhr möglichst zu vermeiden. Laufe darum lieber früh oder abends, starte langsam und nimm ausreichend Wasser mit. Spürst du Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Muskelkrämpfe, beende deine Runde und suche dir einen kühlen Ort. Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen oder ein sehr heißer Körper können auf einen Hitzschlag hindeuten. Rufe sofort die 112 an.
Wenn du gemeinsam mit deiner Familie aktiv bist, darf euer Trainingsprogramm ruhig unterschiedlich aussehen. Vielleicht läufst du ein bisschen, während deine Kinder dich mit ihren Fahrrädern begleiten. Vielleicht wechselt ihr zwischen Laternenpfahl-Sprints und Gehpausen. Eine Schatzsuche im Park oder ein einfacher Ball bringen oft mehr Bewegung in euren Nachmittag als jede Kilometeransage.
Fitness mitAbkühlung
Bei sehr hohen Temperaturen ist Bewegung im Wasser eine erfrischende Alternative. Beim Schwimmen trainierst du Herz und Kreislauf und schonst deine Gelenke. Zum Einstieg reichen kurze Bahnen mit Pausen. Aquafitness funktioniert auch in vollen Schwimmbecken: Gehen gegen den Wasserwiderstand, Knieheben oder Armbewegungen unter Wasser bringen selbst auf kleinem Raum Schwung in deinen Körper.
Besonders im Wasser gilt: Sicherheit geht vor Ehrgeiz. Schwimme nur dort, wo Baden erlaubt ist. Wenn du mit deiner Familie unterwegs bist, behalte deine Kinder ohne Unterbrechung im Blick. Wenn du dich erschöpft fühlst, frierst oder dir schwindelig wird, heißt es: raus aus dem Wasser.
Bleibt Feuchtigkeit länger in deinem äußeren Gehörgang, kann das eine Entzündung begünstigen. Neige daher nach dem Baden deinen Kopf zu beiden Seiten und trockne deine Ohren mit einem Handtuch. Bei Schmerzen, Juckreiz oder Ausfluss aus dem Ohr ist ärztlicher Rat gefragt.
Du musst dich nicht für eine Sportart entscheiden. Heute eine kleine Radtour, morgen ein Spaziergang mit kurzen Laufeinheiten und am Wochenende ein Besuch im Freibad: Abwechslung hält die Lust an Bewegung wach. Und genau darum geht es im Sommer – aktiv sein, ohne dass es sich nach Pflichtprogramm anfühlt.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern -leserservice.sud-verlag.de