01/09/2026
Rosacea: Mehr als nur rote Flecken
Plötzlich Rötungen im Gesicht, die Haut juckt und brennt. Rosacea ist nicht nur ein optisches Problem. Zum Glück lässt sich die chronisch-entzündliche Hauterkrankung in den Griff bekommen.
Was eher harmlos klingt – rosaceus (lat.) heißt übersetzt rosenfarbig – hat es jedoch in sich: Wie aus heiterem Himmel flammen rote Flecken auf, die Haut beginnt zu kribbeln, sie brennt und juckt. Solch ein »Flush« kann mehrere Tage andauern. Doch damit nicht genug: Mit der Zeit bilden sich Bindegewebsknötchen und eitrige Pusteln. Betroffen sind Wangen, Nase, Stirn und Kinn, manchmal auch die Augenlider – Partien, die sich kaum verbergen lassen. Daher ist die schubweise auftretende, chronisch-entzündliche Hauterkrankung auch eine psychische Belastung. Eine Rosacea beginnt meist im vierten Lebensjahrzehnt, trifft vor allem hellhäutige Menschen und Frauen zu 60 Prozent häufiger als Männer. Leider ist sie bislang nicht heilbar, Schübe lassen sich jedoch verhindern und Symptome lindern. Dafür schauen wir uns Ursachen, Auslöser und Behandlungsoptionen an.
Ursachen auf der Spur
Die Ursachen sind noch nicht endgültig geklärt und ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren kommt infrage. Dazu gehören etwa eine familiäre Veranlagung für erweiterte Blutgefäße sowie für entzündliche Haut- und Immunreaktionen. In einigen Fällen liegt es auch an einer übermäßigen Besiedlung der Haut mit Milben. Aktuell wird ein gestörtes Darmmikrobiom als Ursache diskutiert, da es erheblichen Einfluss auf das Immunsystem hat. All diese Faktoren erhöhen die Empfindlichkeit gegenüber Reizen von außen sowie von innen.
Trigger vermeiden
Auslöser für einen Schub sind meist Hitze, Sonne, Kälte und starke Temperaturunterschiede. Bei einigen Patienten zählen scharfe Speisen, Nikotin und/oder Alkohol zu den Triggern, bei anderen spielen eher hautreizende Kosmetika oder Stress eine Rolle. Oft handelt es sich auch um eine Kombination mehrerer Auslöser. Daher sollten Betroffene auf Sonnenbäder und Saunabesuche verzichten, die Gesichtshaut vor Kälte und eisigem Wind schützen, kosmetische Experimente, Alkohol und Nikotin vermeiden und auf eine (darm-)gesunde Ernährung mit Ballaststoffen und Probiotika achten. Zusätzlich ist es wichtig, für Entspannungspausen im Alltag zu sorgen, etwa mit Yoga oder autogenem Training.
Hautpflege mit System
Grundsätzlich sollte der Hautarzt die Symptome frühzeitig abklären, denn die Hauterkrankung wird oft mit Erwachsenen-Akne oder Couperose verwechselt. Steht die Diagnose Rosacea fest, kann der Arzt entzündungshemmende Cremes oder Gele verordnen. Für die tägliche Pflege sollten Patienten grundsätzlich zu Produkten für sensible Haut greifen. Unser Tipp: In der Vor-Ort-Apotheke erhalten Sie kompetente Beratung und passende Pflegelinien, welche die Haut beruhigen, Rötungen lindern und ohne reizende Inhaltsstoffe auskommen. Ebenso gibt es hier Make-ups und Abdeckcremes, die mithilfe grüner Farbpigmente die Rötungen optisch ausgleichen und kaschieren.
In hartnäckigen Fällen reichen diese Maßnahmen oft nicht aus. Dann kann der Hautarzt eine Antibiotikatherapie mit Tabletten verordnen. Zudem lassen sich erweiterte Blutgefäße per Laser veröden und nahezu unsichtbar machen. Optisch störende Knötchen und Wucherungen können chirurgisch abgetragen werden.
Akne & Couperose
Bei geröteten Wangen kann es sich auch um eine Couperose handeln. Hier schimmern erweiterte Äderchen durch die Haut, es bilden sich aber keine Knötchen oder eitrige Pusteln. Manche Experten sehen in ihr allerdings die Vorstufe zur Rosacea. Die Pusteln werden oft mit Akne verwechselt, die noch im Erwachsenenalter auftreten kann. Daher sollte der Hautarzt die Symptome stets genau abklären!
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern - leserservice.sud-verlag.de