07/07/2026
Vor Kurzem haben wir eine ganz besondere Kollegin in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. 40 Jahre hat sie bei uns in der Unfallchirurgie gearbeitet. Unsere Gesundheitsmanagerin Grit Holtz teilt ihre ganz persönliche Perspektive auf ihr Kennenlernen mit der Kollegin.
Manchmal schreibt das Leben Geschichten, die man sich nicht ausdenken
kann.
Als ich hörte, dass eine langjährige Kollegin in den Ruhestand
verabschiedet wird, hatte ich sofort Gänsehaut. Denn plötzlich war sie
wieder da,unsere erste Begegnung. Der 1. September 1983, mein erster Tag
als Schülerin der Krankenpflege auf der damaligen Station 14
(Traumatologie). Für mich begann die Ausbildung, für sie der erste
Arbeitstag als frisch examinierte Krankenschwester.
Unsere Wege trennten sich nach meinem Praxiseinsatz. Wir arbeiteten nie
wieder dauerhaft zusammen, begegneten uns aber über all die Jahre immer
wieder im Haus. Ein kurzer Gruß, ein Lächeln, ein kleiner Schwatz auf
dem Flur und doch war da immer dieses unsichtbare Band.
Als ich sie nun überraschte, um persönlich Tschüss zu sagen, sprang sie
auf, umarmte mich und sagte: „Genau an dich habe ich heute gedacht. Dich
hätte ich noch angerufen, um mich zu verabschieden.“Mehr braucht es
manchmal nicht, um zu wissen, dass manche Begegnungen ein Leben lang
bleiben.
Über vier Jahrzehnte hat sie ihre Patientinnen und Patienten begleitet,
Herausforderungen gemeistert, schöne und schwere Zeiten erlebt und ist
ihrem Beruf und unserem Klinikum treu geblieben. Dafür ziehe ich von
Herzen den Hut.Danke für deinen Einsatz, deine Menschlichkeit und all
die Jahre.
Ich wünsche dir für deinen neuen Lebensabschnitt Gesundheit, Glück und
viele schöne Momente.
Und vielleicht ist diese Geschichte auch ein kleiner Mutmacher für
alle, die ihren Weg in der Pflege gerade erst beginnen: Aus einem ersten
Arbeitstag können Verbindungen entstehen, die ein ganzes Berufsleben
überdauern.