21/05/2026
Bis heute war mein Leben über die Maßen reich an Erfahrungen. Ich war zeitlebens eine Sucherin. Lange war mir nicht klar, wonach. Ich suchte Zweisamkeit-Einsamkeit-Gemeinsamkeit. Sommer und Winter, Sicherheit und Freiheit.
Ich bin froh, nie aufgegeben zu haben. Zunächst die Suche, nach was ich denn wirklich suchte. Dieses ziehende, manchmal unerträglich diffuse Gefühl nannte ich irgendwann Weltschmerz. Erst jetzt, mit über 50 wird es langsam klarer. Ich suche Freiheit. Aber was ist das? Wie geht das? Wo gibt's das?
Es stellt sich heraus, diesen Zustand kann ich nur durch Erfüllung erreichen, die wiederum für mich an Selbstverwirklichung und Selbstausdruck geknüpft ist. Angefüllt mit Vielfalt und Lebendigkeit: Lernen, Erschaffen und neu beginnen. Immer wieder von vorne. Stirb und werde, sei.
Leichter wurde es in Zeiten, in denen ich auf meine Intuition, meine Führung, mein Bauchgefühl gehört habe. Schwerer wurde es, wenn ich meinem Verstand, der Sicherheit, der Vernunft oder den Glaubenssätzen (RatSCHLÄGEN) von anderen gefolgt bin. Diese hielt ich ja auch oft für meine eigene Wahrheit. Irrtum.
Dies zu erkennen, war ein langer Weg mit vielen Prüfungen und Schatten, die in den Ecken lauerten. Auch da lernte ich: Bringe sie ans Licht. Alle. Bedingungslos, schonungslos, n***t. Und dann? Nichts. Schau sie einfach an und akzeptiere, dass sie da sind. Auch sie sind Geschöpfe des All-Einen. Führe keinen Krieg gegen sie, du kannst nicht gewinnen, du nährst sie nur. Denn ohne Schatten gibt es kein Licht. Erleuchte sie lieber hell, so dass sie ihren Schrecken verlieren. Und stell Dich ihnen wahrhaftig und schnell, damit sie keine Chance haben, zu wachsen.
Alle Menschen, die ich bis hierhin traf, haben mein Leben bereichert, denn sie haben mir Erfahrungen gebracht. Liebe, Neid, Ablehnung, Schmerz, Freude, Freundschaft, Enttäuschung und vieles mehr.
Alle diese Erfahrungen haben mich gelehrt, dass es keine Fehler gibt. Nur Erwartungen. Erfüllte und enttäuschte. Die letztlich immer Projektion sind. Oft haben diese Erfahrungen mir ein Schnippchen geschlagen. Zuerst waren sie himmelhochjauchzend, dann zu Tode betrübt. Und genauso oft war es umgekehrt. Was sich zunächst als schreckliches Pech darstellte, wandelte sich im Nachhinein in Gold.
Ich habe keine Fehler gemacht, denn es gibt keine Fehler. Ich habe mein Leben lang gelernt. Mal mehr, mal weniger. Mal langsam und mit einigen Wiederholungen, mal schnell und mit Leichtigkeit.
Ich kann hier unmöglich aufzählen, was und wer meine Lehrmeister waren, denn es waren unzählige. Und letztlich kann ich sie auch nicht gewichten, denn alle waren gleich wichtig, um ins Gleichgewicht zu kommen, ins Reine mit mir, ins ALL EINE. Das EINE kann sich ohne das ALL nicht entWICKELN. Denn darum ging es die ganze Zeit: entWICKLE dich aus allen Verstrickungen, bis nur noch eines bleibt: ICH BIN.
Und wenn ICH BIN, dann BIN ICH erfüllt. Und wenn ich erfüllt bin, dann fließe ich und strahle aus. So dass auch du von meinem Licht berührt werden kannst. Das bringe ich in die Welt, das ist meine Erfüllung. Und gleichzeitig meine Aufgabe. Die Schatten der Welt zu LICHTEN. So BIN ICH ein Schattenkind, das gekommen ist, um die Schatten zu erLEUCHTEN.
wildewandlungswege | dieSTRAUCHhexe 🦉