18/09/2026
Wochenendgruß zum 18. September 2026
An alle Freunde und Bekannten.
Wer bin ich, wenn ich nichts (mehr) habe?
Über dieses Thema habe ich in den letzten Monaten oft mit Karin philosophiert. Wir haben dabei gemerkt, dass philosophieren, da es auf dem Verstand gründet, diesem Thema nicht gerecht werden kann. Ein anfängliches Erfassen ist nur möglich, wenn die Grenzen der Logik und Sprache überwunden werden können, und die Bereitschaft und der Mut für die Mystik gegeben ist. Sie sucht nicht nach rational logischen Antworten, sondern nach der unmittelbaren Einheit mit dem Ganzen, wo ich dann auch erkenne, dass ich ein Teil dessen bin, mit allem verbunden. Sie ebnet den Weg nach innen, zu meiner Seele und ermöglicht, den göttlichen Kern im Inneren zu spüren und zu erfassen.
Ein tiefgreifender Prozess. Dies darzustellen, fehlen mir beinahe die Worte, und ich brauche eine Portion Mut, mich heute mit diesem Thema zu befassen. Ich weiß auch, dass ich dies nur anstoßen kann. Und ich freue mich, wenn ich euch anregen könnte, individuelle und persönliche Antworten auf die Frage zu finden: „Wer bin ich, wenn ich nichts (mehr) habe“?
Wenn Ihr mögt, dann lasst mich an Eueren Erfahrungen, Erkenntnissen und Empfindungen teilhaben.
Wenn wir ganz wenig, bis nichts mehr haben, bekommen wir ein neues, völlig unerwartetes Gefühl dafür, dass wir nicht nur unser Besitz, unser Beruf, unser Erfolg, unsere rationalen Gedanken, unsere Familie, unsere Freundschaften, unsere Nachbarschaftsbeziehungen, unsere sonstigen Identitäten, unsere Verpflichtungen, Aufmerksamkeiten und Zuwendungen, und beispielsweise unsere Gesundheit sind, sondern dass es viel mehr gibt. Nämlich, dass unter dieser physischen Ebene der fühlende Mensch mit einer empfindenden Seele zum Vorschein kommt.
Das Hineinfühlen in die Frage berührt auch einen tiefen Punkt des Zweifels über die Richtigkeit der bisher empfundenen Wertvorstellungen und der Sinnhaftigkeit der persönlichen Lebensgestaltung. Es triggert die Erkenntnis, dass der wirkliche Weg nicht das Physische, Materielle und auf äußere Wirkung gerichtete ist, was den alleinigen Sinn des Lebens definiert, sondern dass der tatsächliche Sinn viel tiefer führt. Er führt zu unserer Seele, die der wichtigste Teil von uns ist, und die wünscht sich Reifung durch Bewusstseinserweiterung, und erwartet von uns die Beantwortung der Fragen, woher komme ich, wohin gehe ich, und warum ist mein derzeitiges Leben so, wie es ist. Die gelegentliche Frage, was kann oder darf ich noch vom Leben erwarten, verändert sich zu: was erwartet das Leben, meine Seele, von mir.
Es wird Veränderungen einleiten, weg von den Äußerlichkeiten, ohne den Druck früherer Erwartungen, die wir an uns selbst hatten oder die an uns gerichtet wurden, hin zu mir, zu meinem innersten Kern, zu meiner Seele, zum wirklichen Leben. Verschiedene Masken fallen: Wir definieren uns nicht mehr über die Summe unserer Leistungen, unserer Titel, unseres Besitzes, unserer bisher gelebten Denkweisen, sondern erkennen den Weg ins reine, unverfälschte Sein.
Es fällt dann leichter, Prioritäten neu zu definieren. Achtsamkeit für mich, Wertschätzung für mich und Bewusstseinserweiterung werden wichtiger denn je. Ich fühle mich dann auch nicht mehr beobachtet, ich werde zum Beobachter meiner eigenen Gedanken, Gefühle und Empfindungen. Mögliche Lebenskrisen bekommen einen anderen Zusammenhang, und zwar den zu meiner Seele.
Es entwickelt sich ein neuer, auch noch ungewohnter, aber erstrebenswerter Raum für das Wesentliche. Erfahrungen mit Intuition und die wirkliche und tiefe Verbindung zum Leben werden tatsächlich erst in der Stille des "Nichts-Habens" erfahrbar.
Diese neuen Erfahrungen fühlen sich anfangs, weil ungewohnt, beängstigend an. Daraus resultiert die beglückende Erkenntnis, dass unser innerer Kern, unsere göttliche Seele, sich besser entwickeln kann, wenn die äußeren Umstände nicht die Dominanz haben, die üblicherweise besteht.
Die Weisheitslehren unserer Erde lehren den Zustand, „nichts mehr zu haben“, als Beginn der wahren Selbsterkenntnis.
Und vielleicht fällt uns am Ende meiner heutigen Betrachtungen noch auf, dass wir am Ende unseres irdischen Lebens nicht mit unserem materiellen Besitz, noch nicht einmal mit unseren Titeln, sondern mit unserer Seele und deren ‚geistigem Besitz‘ in die nächste Form unseres Daseins wechseln.
Zum Schluss möchte ich noch einmal sagen, dass ich nicht umfassend sein wollte.
Redet und disputiert auch ihr über das Thema, es ist ein lohnendes und zentrales.
Wir wünschen Euch allen ein mystisches Spätsommer-Wochenende.
Nur wenn wir uns guttun, hilft das der Welt.
Es hilft dem Weltfrieden, wenn wir mit uns selbst im Frieden sind.
Shanti - Shanti - Shantii
Frieden – Liebe – Frieden – Liebe – Frieden – Liebe – Frieden – Liebe – Frieden – Liebe – Frieden.
Sei du – mach dein Ding.
Es geht nicht darum, immer mehr zu haben, es geht darum, mehr Seelenreife zu erlangen.
Herzlich-t-e Grüße von Seele zu Seele und Frieden über alle Grenzen
Sul inat it nis oten
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