26/08/2026
Man kann seinen Beruf lieben. Und trotzdem kann er einen manchmal verdammt viel Kraft kosten. ❤️🩹
Nach unserem letzten Reel zum Thema Burnout kam mehrfach sinngemäß der Kommentar:
„Dann hast du wohl den falschen Beruf gewählt.“
Und genau dieser Satz ist hängen geblieben.
Denn warum setzen wir „Ich liebe meinen Beruf“ eigentlich mit „Ich muss alles aushalten“ gleich?
Ich liebe meinen Beruf. Ich liebe die Arbeit mit meinen Patienten, die Zahnmedizin, die Herausforderungen und genau die Momente, in denen man merkt: Heute konnte ich wirklich etwas bewirken.
Aber ich kenne auch die andere Seite.
Den Lärm, der den ganzen Tag auf einen einprasselt.
Den Zeitdruck, weil der nächste Patient schon wartet.
Den Umsatzdruck, der manchmal mehr Raum bekommt, als er sollte.
Und diesen Kopf, der nach Feierabend nicht einfach aufhört zu arbeiten.
Weil da dieser eine Patient war, über den man noch nachdenkt.
Dieser Befund, der einen beschäftigt.
Die Frage, ob man noch etwas hätte anders oder besser machen können.
Und natürlich betrifft das nicht nur die Zahnmedizin. In unglaublich vielen Berufen gibt es Belastungen, die Außenstehende kaum sehen – körperlich und mental. Und auch dort bedeutet es nicht automatisch, den falschen Beruf gewählt zu haben, wenn einen diese Belastungen irgendwann einholen.
Vielleicht sollten wir endlich aufhören, Menschen mangelnde Belastbarkeit vorzuwerfen, nur weil sie darüber sprechen.
Einen Beruf zu lieben bedeutet nicht, dass er einen nicht belasten darf.
Und vielleicht ist es sogar genau andersherum:
Manchmal nimmt man so viel mit nach Hause, weil einem der eigene Beruf und die Menschen, für die man ihn macht, eben nicht egal sind. ❤️
Wie seht ihr das? Kann man seinen Beruf lieben und trotzdem manchmal an seinen Arbeitsbedingungen verzweifeln?