12/01/2022
Promillewerte und ihre Auswirkungen
0,2 Promille
Das Wahrnehmungsvermögen für bewegte Lichtquellen verschlechtert sich. Sie können nachts die Entfernung entgegenkommender Fahrzeuge nicht mehr ausreichend sicher
abschätzen.
0,3 Promille
Die Raumtiefenschätzung wird beeinträchtigt. Sie beurteilen Entfernungen nicht mehr richtig. Gewagte Überholmanöver und zu dichtes Auffahren sind Folge. Die Möglichkeit, dass es zu einem Unfall kommt, erhöht sich um das Fünffache.
0,5 Promille
Angesteuerte Objekte liegen für Sie weiter entfernt als in der Realität. Dadurch sehen Sie den Beginn einer Kurve in größerer Entfernung als es tatsächlich der Fall ist. Die Folge kann sein,
dass Sie mit zu hoher Geschwindigkeit in eine Kurve einfahren, den Scheitelpunkt verpassen und aus der Kurve hinausgetragen werden.
Die Empfindlichkeit der Augen für rot Licht läßt nach, es tritt eine Rotschwäche ein. Sie können dann das Rot einer Ampel, einer Baustellensicherung oder Schluss- und Bremslichter voranfahrender Autos nicht mehr so wahrnehmen wie Sie es ohne Alkoholeinwirkung könnten.
Die Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit lassen erheblich nach. Ebenso wird die Umstellung von einem optischem Reiz zum anderen langsamer. Die Anpassung zum Beispiel beim Übergang von Fern- auf Abblendlicht gelingt nicht schnell genug. Wenn sie mangels rascher Reaktionsfähigkeit zum Beispiel nur eine Sekunde später bremsen vergrößert sich bei einer Geschwindigkeit von 50 Km/h der Bremsweg um 14 m.
Gleichgewichtsstörungen treten auf.
Durch die euphorisierende Wirkung entsteht ein Gefühl der Sorglosigkeit und Entspannung. Konflikte, Hemmungen, eigene Mängel, Ängste, Nöte und Beschwerden treten in den Hintergrund oder werden verdrängt. Das auftretende Gefühl des Wohlbehagens führt zu gehobener Stimmung, Fröhlichkeit, Ausgelassenheit und Selbstüberschätzung. Die Kritikfähigkeit läßt nach und führt zu einer größeren Risikobereitschaft und verminderter Vorsicht.
1,0 Promille
Die Hell-Dunkel-Reaktion der Augen, also ihre Fähigkeit sich auf plötzliche Helligkeitsunterschiede einzustellen, ist erheblich gestört. Sie erkennen nach der Blendung durch den Gegenverkehr oder im Wechsel von Fern- und Abblendlicht Fußgänger, Radfahrer, parkende Autos oder Gegenstände auf der Fahrbahn zu spät.
Das Blickfeld verengt sich erheblich. Sie können nicht mehr ausreichend wahrnehmen, was von rechts nach links kommt. Die Aufmerksamkeit verringert sich um die Hälfte. Die Reaktionszeit wird noch länger, der Anhalteweg noch größer. Die intellektuelle Leistung nimmt rasch ab. Konzentration, Aufmerksamkeit, Kritik
und Urteilsvermögen, Auffassung- und Umstellungsfähigkeit, Umsicht und Besonnenheit lassen nach.
Außerdem wird das Verantwortungsgefühl stark beeinträchtigt.
Verstärkt treten Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen auf. Die Folge sind typisch alkoholbedingte Verhaltensweisen wie Geradeausfahren in Kurven, Schlangenlinienfahren, Auffahren auf andere Fahrzeuge, Unfälle beim Einparken, Nichtbeachten der Vorfahrt, überhöhte Geschwindigkeit, unvorsichtiges Überholen
bis zum Herausfallen aus dem Auto, wenn die Tür geöffnet wird.
1,1 Promille
Bewegungen werden verlangsamt und unsicher. Unerwünschte Gefühlsausbrüche sind nicht mehr kontrollierbar. Das Stadium der Enthemmung erreicht seinen Höhepunkt. Die absolute Fahruntüchtigkeit tritt bei allen Kraftfahrzeugen ein.